Camcorder Test

Wer eine hohe Videoqualität erwartet, sollte zu einem hochauflösenden, digitalen Camcorder greifen. Standardgeräte fallen im Test deutlich ab.

Die schöne neue, hochauflösende Videowelt besticht nicht nur mit scharfen Bildern, auch die Preise für diese Camcorder sind ansehnlich. Mit dem Kauf einer solchen Kamera ist es aber noch nicht getan. Wer hochauflösend filmt, will sich auch das Ergebnis ohne Qualitätseinbußen ansehen. Also braucht er einen HDTV-Fernseher oder -Beamer. Und einen schnellen Computer mit hoher Speicherkapazität kann er vermutlich auch gleich auf die Einkaufsliste setzen. Denn angesichts der enormen Datenmengen dürfte das alte Modell bei der Filmbearbeitung kapitulieren. Wer sein Heimkino auf HD (High Definition) umrüsten will, sollte also schon bereit sein, dafür ein paar Tausend Euro auszugeben.

HD liefert deutlich bessere Bilder

Von den 34 getesteten Camcordern bieten 13 eine sehr hohe Auflösung (HD), der Rest wartet mit einer Standardauflö­sung (SD, Standard Definition) auf. Die Unterschiede in der Videoqualität sind beträchtlich. Ein ungeübter Betrachter wird zwar auch mit den „guten“ SD-Aufnahmen zufrieden sein, doch wenn er sieht, wie sich aus einer grünen, strukturlosen Fläche beim gleichen Motiv mit HD-Technik plötzlich die Blätter eines Baumes gestochen scharf abzeichnen, dann ist der Aha-Effekt enorm.

Wir haben die Camcorder in zwei Tabellen gruppiert – in eine mit HD-Auflösung und eine mit Standardauflösung. Da die Videoqualität bei den SD-Geräten etwas großzügiger bewertet wurde (siehe Ausgewählt, geprüft, bewertet), sind diese Urteile der beiden Gruppen nicht exakt vergleichbar.

Bei den hochauflösenden Camcordern überwiegen die „guten“ test-Qualitätsurteile. Beste Bilder liefert aber auch nicht jeder. Hier machen sich die beiden unterschiedlichen HD-Bildauflösungen bemerkbar. Camcorder mit der schwächeren HD-Auflösung von 1 280 × 720 Pixeln (das 2,2-Fache gegenüber Pal-Standard) sind den Full-HD-Modellen mit 1 920 × 1 080 Pixeln (das 5-Fache gegenüber Pal) merklich unterlegen. Auch das Videoformat spielt eine Rolle. Das neueste Format, AVCHD (Advanced Video Codec High Definition), sorgt für die besten hochauflösenden Videos.

Eine Besonderheit im Test ist der Hitachi DZ-BD7HE, der mit hochauflösenden Blu-ray Discs arbeitet. Wer angesichts des stolzen Preises von 1 240 Euro Spitzenqualität erwartet, wird von dem rundum durchschnittlichen Gerät enttäuscht sein.

Das Aufzeichnungsmedium wählen

Die preiswertesten „guten“ Camcorder zeichnen auf DVD, Festplatte oder Festspeicher auf. Es gibt aber immer mehr Modelle mit zwei oder drei Aufzeichnungsmedien (Vor- und Nachteile der verschiedenen Medien siehe „Mit Festplatte“, „Mit DVD“, „Mit mini-DV-Kassette“, „Mit Festspeicher“). Sie werden auch Hybrid-Camcorder genannt. So kann der Panasonic SX5EG-S Videos nicht nur auf drei verschienene DVD-Formate bannen, sondern auch auf eine Speicherkarte. Und der Sony HDR-UX19E hat neben DVD und Speicherkarte sogar noch einen internen Speicher mit 8 Gigabyte. Die Speicherchips, ob eingebaut oder wechselbar, sind schnell, platzsparend und weitgehend verschleißfrei. Deshalb dürfte ihnen die Zukunft gehören. Zurzeit sind sie aber noch recht teuer und in der Kapazität begrenzt.

Der Ton der Camcorder fällt gegenüber dem Bild deutlich ab. Die eingebauten Mikrofone liegen bei den kompakten Geräten nahe an den Antrieben von Zoom, Autofokus und Laufwerk – deren Surren ist dann auf der Aufnahme zu hören. Ein externes Mikrofon, das bei jedem vierten Gerät angeschlossen werden kann, verbessert die Tonqualität mitunter deutlich.

Fragwürdige Superzooms

Viele Camcorder protzen mit enormen Zoombereichen. Das geht bis zum 37-Fachen. Besonders sinnvoll sind solche Superzooms aber nicht, denn sie liefern meist verwackelte Bilder. Bei den teuren Kameras wird der Zoom aus Qualitätsgründen in der Regel auf das 5- bis 13-Fache limitiert.

Die Handhabung ist in allen Preisklassen nur durchschnittlich. So konnte zum Beispiel nur das Handbuch des Hitachi überzeugen. Beim Sanyo HD 1000 und Panasonic SW20EG dürfte die wenig komfortable Handhabung bei der Aufnahme stören.

Erhebliche Unterschiede gibt es bei der Betriebsdauer. Während das beste Gerät mit einer Akkuladung fast 150 Minuten aufnimmt, geht anderen schon nach rund 60 Minuten der Saft aus.

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