Camcorder Test

Hochauflö­sende Camcorder liefern die besten Videos. Schwachpunkt aller Geräte, auch der mit Standardauflösung, ist der Ton.

Der kleine Junge hüpft barfuß über den weichen Sand, läuft seiner Oma entgegen und lacht in die Kamera. Filmen ist nicht mehr nur Vaters Hobby. Auch andere Familienmitglieder haben Spaß daran, die Erinnerungen an ihre Sprösslinge, den Urlaub, Geburtstag oder Weihnachten in bewegten Bildern festzuhalten.

Vor dem Kauf eines Camcorders will überlegt sein, was man mit dem Filmmaterial alles anstellen möchte. Während so mancher seine Filme zuhause am Computer bearbeiten möchte, wollen andere Hobbyfilmer die Aufnahmen ohne Umwege auf dem Fernseher bestaunen. Empfiehlt sich für den PC-Freund ein Camcorder mit Festplatte oder Festspeicher, bietet sich für den anderen ein Gerät mit DVD an. Er legt die Scheibe einfach in den DVD-Spieler und kann den Film sofort ansehen. Bei der Suche nach dem richtigen Camcorder ist das Speichermedium also ein wichtiges Kriterium: DVD, Festplatte, Festspeicher oder Mini-DV-Kassette. All diese Speicherarten sind im Test vertreten. Die Preisspanne der Camcorder reicht von 175 Euro bis 1 200 Euro, die Qualitätsspanne von „gut“ bis „ausreichend“.

Schärfere Bilder von HD-Camcordern

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Mindestens so wichtig wie das Speichermedium ist die Frage nach der Bildauflösung. Sieben Camcorder im Test bieten eine sehr hohe Auflösung (High Definition, HD). Die anderen nehmen in Standardauflösung (Standard Definition, SD) auf. Die Unterschiede in der Videoqualität sind bemerkenswert groß – fast alle HD-Geräte liefern bessere Videos als die Modelle mit Standardauflösung. Die können nicht mithalten, weshalb wir ihre Ergebnisse im Sehtest etwas großzügiger bewertet haben als bei den hochauflösenden Camcordern. Die Urteile beider Gruppen sind dadurch allerdings nicht exakt vergleichbar.

Wer sich für einen guten HD-Camcorder entscheidet, muss tief in die Tasche greifen. Unser Testsieger, das HD-Festspeichergerät Canon HF10E, liefert die beste Bildqualität, kostet aber 1 050 Euro. Der beste SD-Camcorder FS10E, ebenfalls von Canon und mit Festspeicher, ist mit 460 Euro viel günstiger. Seine Bildqualität könnte aber etwas besser sein. „Gute“ Videoqualität liefert in der SD-Klasse als Einziger ein DVD-Camcorder von Canon, der DC330E, für 415 Euro.

Tipp: Wenn Sie mit einem HD-Camcorder liebäugeln, sollten Sie Folgendes beachten: Um in den Genuss der scharfen Bilder zu kommen, brauchen Sie auf jeden Fall einen HD-fähigen Fernseher oder Beamer. Die müssen dafür mindestens ein HD-ready-Logo tragen. Und wer die eigenen Filme zuhause am PC bearbeiten möchte, braucht auch einen schnellen Computer und geeignete Videoschnittsoftware. Viele ältere Rechner geben bei den enormen Datenmengen auf. Die Umrüstung auf HD kann also schnell mehrere Tausend Euro kosten.

Der Ton enttäuscht

Obwohl die hochauflösenden Camcorder deutlich bessere Bilder liefern als die anderen, schaffte dennoch nur ein Camcorder im Test, der Canon HF10E, im Gesamturteil ein „Gut.“ Das liegt vor allem am recht dürftigen Ton der Geräte. Je kompakter die Camcorder werden, umso mehr neigen sie dazu, Störgeräusche von Laufwerk, Zoommotor, Autofokus oder Bedienelementen aufzu­nehmen. Denn je kleiner das Gerät, umso mehr rücken Mikrofon und Antrieb zusammen. So konnte auch kein einziger Prüfling mit einem „guten“ Ton glänzen. Einige wurden wegen ihrer schlechten Ergebnisse sogar abgewertet. Und das wirkt sich negativ auf das Gesamturteil aus.

Tipp: Sie können die schlechte Tonqualitätdurch ein externes Mikrofon verbessern. Doch längst nicht alle Camcorder bieten dafür eine Anschlussmöglichkeit. Prüfen Sie es vor dem Kauf, damit schlechte Klänge Ihnen nicht den Spaß am Filmen verderben.

Nach 51 Minuten schlapp gemacht

Ein noch so tolles Gerät taugt wenig, wenn es sich nach 50 Minuten Filmen plötzlich ausschaltet. Sehr ärgerlich gerade dann, wenn dies mitten in einer Schulaufführung der Kinder passiert. Das schlechteste Modell machte im Test nach 51 Minuten schlapp. Dann musste es aufgeladen werden. Nur bei drei Geräten wären alle kleinen Stars vor der Kamera zu sehen: Sie schaffen reibungslos Aufnahmen über zwei Stunden. Auch wer sich für ein teures Gerät entscheidet, kann enttäuscht werden. So hält das 1200-Euro-Modell von Toshiba nur eine Stunde und 23 Minuten am Stück durch.

Von nah und fern

Gerade günstigere Modelle sollen den Kunden mit bis zu 40-fachem Zoom locken. Doch ein größerer Zoomfaktor bedeutet nicht gleichzeitig bessere Bildqualität. Im Gegenteil, oft liefern die Kameras im hohen Zoombereich verwackelte Videos. Höherpreisige Geräte beschränken ihren Zoom aus Qualitätsgründen in der Regel auf das 5- bis 15-Fache, was sich positiv auswirkt. Die Bilder bleiben auch beim Zoomen scharf.

Der Weitwinkel dagegen ist das Stiefkind dieser Preisklasse. Nur drei Modelle schaffen es, die Videos in einem Blickwinkel von rund 60 Grad abzubilden. Alle anderen bilden deutlich weniger Raum nach rechts, links, oben und unten ab. Wünschenswert wären aber Winkel von bis zu 80 Grad. So ließe sich auch eine Großfamilie in einem kleinen Raum auf einmal „einfangen“.

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