CO2-Mess­geräte und -Ampeln im Test

Außer Konkurrenz: Luft­gütesensor von Müller – nur für Profis

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CO2-Mess­geräte und -Ampeln im Test - Gute Geräte schon für unter 100 Euro
© Stiftung Warentest / Thomas Vossbeck

Der Müller CO2–Luft­gütesensor GS 42.01 pro ist eine Art CO2-Ampel mit Zusatz­funk­tion. Unsere Einkäufer haben das Gerät bei den Elektronik-Discountern Conrad und Reichelt entdeckt. Wir haben es gekauft und getestet, nicht aber in unsere Tabelle aufgenommen. Der Grund: Unser Test richtet sich an Privatverbraucher. Das Müller-Gerät sollte aber von Fachleuten installiert werden. Es ist daher nicht direkt mit den anderen CO2-Ampeln vergleich­bar, die auch von Laien in Betrieb genommen werden können.

CO2-Mess­geräte und -Ampeln im Test Testergebnisse für 26 CO2-Mess­geräte und -Ampeln

Inhalt

Eine Sache für den Elektriker

Die CO2-Ampel von Müller kommt mit Installations­falt­blatt, aber ohne echte Gebrauchs­anleitung daher. Die kleine weiße Box muss geöffnet werden, der Anschluss für das mitgelieferte Netz­teil liegt innen. Das ist nicht kompliziert, laut Gebrauchs­anweisung aber eine Aufgabe für eine „Elektrofach­kraft“. Laien sollten das Gerät nicht selbst anschließen. Die Ampel ist für die Wandmontage vorgesehen, das Zuleitungs­kabel dafür aber ziemlich kurz. Installateure werden anderes Material benötigen.
[Update 8.2.2021]: Im Nach­gang zum Test teilte uns der Anbieter mit, dass er sein Gerät verändert hat. Das Gehäuse muss nun nicht mehr geöffnet werden, um das Netz­teil anzu­schließen.

Funk­tioniert so einfach wie ein Rauchmelder

Von Fachleuten installiert, kann das Gerät von Müller dagegen nützliche Dienste leisten. Es funk­tioniert ebenso einfach wie ein Rauchmelder. Mit einem Piepton warnte das Gerät im Test sehr zuver­lässig bei etwa 950 ppm CO2-Gehalt. Ein Tasten­druck schaltet das Gerät hierbei für 30 Minuten wieder stumm, ein weiterer Tasten­druck deaktiviert den Piepton dauer­haft. Diese komplette Stumm­schaltung ist nicht unkritisch: Die kleinen Ampel-LEDs sind in heller Umge­bung nur schwer zu erkennen. Ohne den Piepton könnten spätere CO2-Warnungen unbe­merkt bleiben.

Alarm­schwelle hoch

Der CO2-Alarm, bei der die rote LED leuchtet, kommt erst bei einem CO2-Gehalt von 2000 ppm. Das ist sehr spät. Das Umwelt­bundes­amt stuft einen CO2-Gehalt von über 1400 ppm bereits als nied­rige Raum­luft­qualität ein. Beide Schwellen­werte (Warnung und Alarm) sind beim Luft­gütesensor von Müller nicht änder­bar.

Lüftet und macht das Fenster auf

Ein Plus­punkt für Profis sind dagegen die drei Steuerungs­ausgänge des GS 42.01 pro: Das Gerät kann bei CO2-Alarm Lüftungs­anlagen hoch­regeln, motor­betriebene Fenster öffnen oder das Signal an eine zentrale Alarm­anlage weitergeben. In diesem Fall braucht es dann auch keinen Piepton vom Gerät.

Fazit: Eher was für Installateure und Haus­techniker

Der Müller CO2-Luft­gütesensor GS 42.01 pro ist ein Gerät für Installateure und Profis, die sich mit Haus­technik auskennen.

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

borneo98 am 14.03.2022 um 20:51 Uhr
TFA Dostmann mit Akku betrieben

Das Gerät AirCO2ntrol 5000 von TFA Dostmann lässt sich prima mit einer einfachen Powerbank betreiben. Eine stabförmige kleine Powerbank (5 V, 1 A) habe ich hinten an das Gerät geklebt, ein kurzes USB-Kabel verbindet die Powerbank mit dem Stromanschluss des AirCO2ntrol. Der Betrieb ist über viele Stunden, vielleicht sogar Tage möglich. Und das Gerät ist im laufenden Messbetrieb mobil.

Profilbild Stiftung_Warentest am 07.02.2022 um 10:22 Uhr
Hama

@20FM19: Der Hama und der PCE haben fest eingebaute Akkus. Hier ist wie in den Testkommentaren erwähnt, ein mobiler Betrieb möglich, allerdings nur für gut drei (Hama) beziehungsweise gut vier (PCE) Stunden. Wir haben entsprechende Fußnoten an der Produkteigenschaft "Batteriebetrieb möglich" dieser beiden Geräte vorbereitet. Bei den beiden Geräten mit Batteriefach Airthings View Plus und Chauvin Arnoux C.A 1510 können beliebige AA-Batterien eingesetzt werden.
Gern verweisen wir auf unsere Testkommentare; dort sind alle Details zu den einzelnen Geräten beschrieben. Hier beispielsweise der Testkommentar zum Hama Safe:
https://www.test.de/CO2-Messgeraete-und-CO2-Ampeln-im-Test-5709239-detail/SW18520-1!SW18520-0212-00/?origin=List&sort=gesamtErgebnis

20FM19 am 05.02.2022 um 15:17 Uhr
Hama

Sie geben an "Batteriebetrieb möglich". Meinen Sie damit einen fest verbauten Akku?

Profilbild Stiftung_Warentest am 31.01.2022 um 11:26 Uhr
AeroMio mit NDIR- und zusätzlich PAS-Messmethode?

@frcs.sar: Alle Geräte wurden mit den gleichen Bewertungsmaßstäben beurteilt. Warum sich die Anbieter für bestimmte Schwellwerte für die Warnung und den Alarm entschieden haben, wissen wir nicht. Es gibt keine offiziellen Normen für diese Schwellwerte. Wir haben uns bei der Auswertung unserer Messergebenisse an den aktuellen Empfehlungen von Experten orientiert, siehe auch:
• https://www.test.de/CO2-Messgeraete-und-CO2-Ampeln-im-Test-5709239-5709245/
Die von uns geprüften Geräte vom Modell AddAid aeroMio hatten laut Dokumentation des Anbieters die folgende Messgenauigkeit:
• ± 30 ppm oder 3 % vom Messwert (PAS)
• ± 75 ppm oder 10% von der Ablesung (NDIR); 2% Drift pro Jahr
Wie die tatsächliche Ausstattung war, und nach welchem geräteinternen Verfahren die angezeigten Signale ermittelt wurden, können wir nicht sagen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 31.01.2022 um 11:10 Uhr
Stromverbrauch

@MHeise: Der Chauvin Arnoux C.A 1510 verwendet die NDIR-Technologie mit Infrarotlichtquelle, zwei ausgewerteten Infrarotlichtstrahlen und einem lichtempfindlichem CMOS-Sensor. Dieses Gerät mit Flüssigkristallanzeige kann wochenlang und im Energiesparmodus sogar monatelang mit einer Batterieladung betrieben werden.