Wir haben Edel-DVD-Spieler nicht nur mit Video-DVDs gefüttert, sondern auch mit allen Audioformaten, die gute Tonqualität versprechen. Der Klang überzeugte durchgehend, die Handhabung nicht.

Wer heutzutage ein Abspielgerät für seine Musik-CDs kauft, schafft sich kaum noch einen CD-Spie­ler an. Fast alle greifen gleich zu DVD-Spielern. Die kosten kaum mehr als die reinen CD-Geräte, spielen neben den Audio-CDs aber auch Video-DVDs, Photo- und Video-CDs sowie CD-Rom mit MP3- Dateien. Das ist praktisch.

Bei der Handhabung kann davon allerdings weniger die Rede sein. DVD-Spieler sind auf Videobetrieb ausgelegt. Ohne Fernseher als Gerätedisplay und die Fernbedienung geht wenig mehr als Titel für Titel zu spielen. CD-Spieler haben dagegen alles an Bord, um Titelfolgen, Wiederholungen oder mehr zu programmieren.

Nun gibt es aber DVD-Spieler, die neben dem Heimkinobetrieb speziell für hochwertige Musikwiedergabe vorgesehen sind. Diese Geräte spielen auch die Audio-Formate SACD und DVD-Audio, die einfachen DVD-Geräten verschlossen bleiben. Klappt bei ihnen die Handhabung im Audiobetrieb besser? Und wie gut ist ihr Klang überhaupt?

Wir haben neun solcher Edelspieler geprüft, die zwischen 179 und fast 800 Euro kosten. Und im Vergleich dazu drei CD- und einen SACD-Spieler, für die 270 bis 485 Euro zu zahlen sind, was auch nicht eben wenig ist. Wichtigstes Testergebnis: Die DVD-Geräte sind nicht die besseren CD-Spieler: Fast alle Modelle, die DVD-A und/oder Super-Audio-CDs spielen, schnit­ten im Hörtest „sehr gut“ ab – genauso wie alle CD-Spieler. Einer, der Sony DVP-NS 930, bekam im Ton eine glatte Eins. Und das kommt bei uns selten vor.

Auf Videobetrieb ausgelegt

In der Handhabung aber kommt über die Hälfte der DVD-Spieler nur auf „befriedigend“. Grund: Obwohl sich die Geräte durch ihre Edel-Audio-Plattenformate fürs Musikspielen anbieten, sind sie, genauso wie deutlich billigere Einfach-DVD-Spieler, von der Handhabung her Videogeräte. Das Einzige, was hier problemlos klappt: Platte einlegen und hintereinander durchhören – fertig. Eine Titelfolge zu programmieren oder Einstellungen zu ändern, funktioniert nur umständlich mithilfe des angeschlossenen Fernsehgeräts als Display.

Ein Paradebeispiel für diese fernsehorientierte Handhabung ist der Denon DVD-1400: Im SACD-Betrieb lässt er sich von Surroundsound auf Stereo nur mithilfe des Bildschirms umschalten. Selbst den laufenden Titel zeigt der Denon nur auf dem Fernseher an.

So lohnen sich die teuren Audio-Spieler für diejenigen, die Film und Musik in hoher Qualität, auch im Surroundsound, wiedergeben wollen und ihre Audioplatten meist an einem Stück abspielen. Bei ihnen fällt die umständlichere Handhabung nicht so stark ins Gewicht. Für sie empfehlen sich in erster Linie aber die Geräte, die beide Super-Audio-Formate, sowohl DVD-Audio als auch SACD, wiedergeben. Damit können sie ein größeres Spektrum an CDs und DVDs nutzen.

Sony glänzt auch in der Handhabung

Der SACD-DVD-Spieler von Sony hebt sich in der Handhabung positiv hervor. Bei ihm können alle Grundfunktionen am Gerät selbst eingestellt werden – ohne Fernbedienung. Allerdings sind, wie bei allen anderen DVD-Geräten, nicht alle Audio-Funktionen ohne Fernbedienung und ohne Fernsehschirm erreichbar.

Die klassischen CD-Spieler eignen sich für all diejenigen, die auf Surroundsound keinen Wert legen. Die getesteten CD-Spieler sind einfach zu handhaben. Vor allem die Titelprogrammierung ist meist deutlich einfacher als bei den DVD-Spielern – eben ohne Umwege über einen Fernsehempfänger. Und ihre Klangqualität ist ausgezeichnet. Alle haben eine „sehr gute“ Stereo-Wiedergabe.

Die DVD-Spieler klingen im CD-Stereobetrieb insgesamt nicht schlechter als die CD-Spieler. Nur wer ganz genau hinhört, nimmt wahr, dass der Panasonic DVD-A-Spieler einen Hauch dumpfer klingt als die anderen. Denon schrieben die Tester einen etwas helleren, klareren, manchmal einen Tick schärferen Klang ins Protokoll.

Superformate bei Stereo nicht super

Nicht nur zwischen den Geräten ist der Klangunterschied bei Stereo gering. Auch die Plattenformate unterscheiden sich da kaum. Auf den Edel-Audioplatten SACD und DVD-A sind im Vergleich zur CD zwar teilweise mehr Signale gespeichert, aber zu hören ist das nicht (siehe „Nur für Fledermäuse“, test 11/03). So bleibt für die Superformate der Vorteil des digitalen Surroundsounds. Da halten CDs nicht mit. Von ihnen ist nur der schlechter klingende analoge ProLogic-Surroundsound zu haben. Er wird bei passend kodierten Aufnahmen aus dem Stereosignal berechnet.

Im DVD-Video-Surroundbetrieb stellten wir im Hörtest deutlichere Klangunterschiede fest: Denon DVD-2200, Harman/Kardon, Panasonic, Philips liefern zu viel Bass, JVC zu wenig. Eine Bassbetonung mag ja die Toneffekte beim Heimkino noch unterstreichen. Zu wenig Bass gefällt aber weder bei Film noch Musik.

Milchiges Bild von Philips

Die Bildqualität der getesteten DVD-Spieler liegt auf hohem Niveau. Nur Philips fällt deutlich ab. Sein Bild wirkt milchig und heller als das der anderen Modelle. Zeitlupe und Rückwärtssuchlauf sind die schlechtesten im Test. Da ruckelt und hüpft das Bild unansehnlich.

Mit dem Rückwärtssuchlauf haben aber mehrere Spieler Schwierigkeiten. Beide Denon und beide Pioneer zeigen nur sprunghaft aneinander gehängte Einzelbilder. Der jeweils billigere von Denon und Pioneer ruckelt auch bei der Rückwärtszeitlupe. Auch das geht besser: Der Sony DVP-NS 930 bietet klar flüssigere Bewegungsabläufe als die Konkurrenz, vor allem im Rückwärtsbetrieb.

Unterm Strich

Streng genommen lohnen sich die getesteten Edel-DVD-Spieler nur für diejenigen, die neben Filmen auch die speziellen Audioplatten SACD oder DVD-A spielen wollen. Denn wer lediglich Video-DVDs und herkömmliche Audio-CDs spielt, kann sich sein Gerät auch aus den Produkten unseres Dezembertests 2003 aussuchen. Die bieten gute Bilder und guten Ton, auch im Audio-CD-Betrieb, kosten aber deutlich weniger als die Spieler des aktuellen Tests.

Auch die herkömmlichen CD-Spieler haben durchaus noch ihre Daseinsberechtigung: Wer die Video-DVD-Wiedergabe nicht braucht und wem Stereo genügt, der bekommt ein gut klingendes, einfach zu handhabendes Gerät.

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