Guten Appetit. Viele Burger sind besser als ihr Ruf. Wir haben etliche „gute“ gefunden, aber auch viele „befriedigende“ und einen „aus­rei­­­chen­den“. Der Cheeseburger von McDonald´s führt die Burger-Hitliste an.

Wenn Lea, 9 Jahre, bei McDonald´s ein Happy Meal bestellt, gehört für sie eine Extraportion Majo zu den Pommes einfach dazu. Ihr Essen addiert sich so auf rund 800 Kilokalorien – für eine Hauptmahlzeit von Grundschulkindern ganz schön heftig. Ideal wären etwa 450 Kilokalorien, gut die Hälfte.

Der Kalorienüberschwang liegt nicht am Cheeseburger von McDonald´s. Der kommt auf weniger als 300 Kilokalorien und nur auf knapp 11 Gramm Fett. Im Test erhielt er die beste Gesamtbewertung. Als einziger Burger bekam er für die „Nährwerte pro Portion“ sowohl für Kinder, für Jugendliche als auch für Erwachsene „gute“ Noten. Als Zwischenmahlzeit ist er für Kinder zwar zu viel, doch als Hauptmahlzeit eignet er sich für alle Altersstufen – kalorisch bietet er noch Platz für ein Getränk, Salat oder Obst.

Chicken Supreme ist das Schlusslicht

Am schlechtesten schnitt der Chicken Supreme von Burger King ab – mit 228 Gramm der größte unter allen getesteten Burgern. Er ist „ausreichend“ und für Kinder zu kalorienreich, zu fett und zu salzig. Für Jugendliche ist er als Hauptmahlzeit kalorisch akzeptabel, für junge Erwachsene, die mehr vertragen, sogar geeignet.

Für die Bewertung des Nährwerts spielt die Portionsgröße eine wichtige Rolle – also Fett und Kalorien, die wir uns durch Fleisch, Brötchen, Käse und Soße anfuttern. Denn wir neigen dazu aufzuessen, was wir vorgesetzt bekommen. Schon täglich 100 Kilokalorien zu viel genügen, um zuzunehmen.

Doch der Chicken Supreme von Burger King hat außerdem reichlich Transfettsäuren (55 Prozent der für Kinder tolerierbaren Tageszufuhr). Sie wirken sich ungünstig auf die Cholesterinwerte im Blut und damit auf Herz und Kreislauf aus. Transfettsäuren entstehen vor allem beim Frittieren – und zwar je mehr, desto länger frittiert wird. Das betrifft neben dem Hähnchenburger von Burger King vor allem das Kentucky Fried Chicken Filet Sandwich. Es wartet mit dem höchsten Gehalt an Transfettsäuren auf: 60 Prozent der tolerierbaren Tageszufuhr für Kinder.

Auch Salz ging in die Bewertung ein. Bis zu einem Alter von zehn Jahren sollten es nur fünf Gramm pro Tag sein, danach höchstens sechs. Mehr als die Hälfte hat man schon mit einem Geflügelburger aus den Fastfood-Restaurants verzehrt, ebenso mit dem von Lidl und den Cheeseburgern Tip, à la carte, Abbelen, L'abac und Aldi. Viel Salz prägt den Geschmack und fördert die Vorliebe für reichlich Salzen. Es bindet Wasser und könnte später den Blutdruck negativ beeinflussen.

Wer Appetit auf einen Burger verspürt, ist nicht auf Restaurants angewiesen. Es gibt sie auch im Supermarkt – aus dem Kühlregal oder der Gefriertruhe. Doch aufpassen: Gekühlte Cheeseburger bestehen meist aus Schweinefleisch (im Test sieben von neun Produkten), der klassische Cheeseburger dagegen aus Rindfleisch. Rind- und Geflügelburger enthalten 8 bis 12 Prozent Fett (einzige Ausnahme Lidl: 14,5 Prozent). Schweinefleisch-Burger sind fetter: In den meisten fanden wir rund 15 bis 20 Prozent Fett, obwohl die Frikadelle auch noch Paniermehl, Ei und andere Zutaten enthält. Mindestens 70 Prozent Fleisch sollten es allerdings sein. Der beste tiefgefrorene ist der Cheeseburger von Bofrost. Als Teil einer Hauptmahlzeit macht er sich für jede Altersgruppe „gut“, ebenso die beiden Iglo-Burger. Bei den Produkten aus dem Kühlregal liegt der Chickenburger von Abbelen vorn. Für Kinder und Jugendliche ist er als Zwischenmahlzeit zu kalorienreich, als Hauptmahlzeit aber für alle geeignet. „Gut“ sind auch die gekühlten Cheeseburger von Tip und Zimbo.

Die tiefgefrorenen Burger soll man in der Mikrowelle zubereiten, die gekühlten auch im Backofen. Im Backofen dauert es länger und verbraucht mehr Energie. Doch es zählt ja auch der Genuss.

Zwei der gekühlten Burger können laut Anbieter auch gleich kalt gegessen werden: Tip und L'abac. Kalt haben wir sie nicht probiert, aber in der Mikrowelle aufgewärmt schmeckte zum Beispiel der Burger von Tip „etwas teigig und talgig“, der Käse war „gummiartig-weich“.

Zweifellos: In der Mikrowelle warmgemachte Burger sind nicht so lecker wie frisch frittierte aus dem Fastfood-Restaurant. Aber darum ging es bei unserer sensorischen Prüfung nicht. Wir bewerteten die Fehlerfreiheit: Ob die Produkte geschmacklich halten, was die Beschreibung auf der Packung oder im Restaurant verspricht. Und das erfüllten alle – wenn auch mit kleinen Abstrichen, also „gut“. Nur der Lidl-Geflügelburger ist „befriedigend“: Er schmeckte nicht nach Geflügel.

Wenig Fleisch, viel Panade

Wem es auf viel Fleisch ankommt, der sollte sich für einen Hähnchenburger aus dem Restaurant entscheiden. Das Chicken Filet Sandwich von Kentucky Fried Chicken liefert 68 Gramm Fleisch, umhüllt von 34 Gramm Panade. Bei Burger King ist es weniger Fleisch (57 Gramm) und mehr Panade (45 Gramm). Bei McDonald´s ist das Verhältnis günstiger: 56 Gramm Fleisch und 34 Gramm Panade.

Burger sind keine Nährstoffwunder

In den weißen Brötchen stecken kaum Ballaststoffe. Auch die Scheibe Käse dazwischen, ein wenig Salat oder Tomate bringen für die Nährstoffbilanz kaum etwas. Deshalb sollte die Mahlzeit aufgewertet werden, beispielsweise durch Fruchtsaft, Obst und Salat. Das liefert Vitamine und Ballaststoffe.

Achten Sie auch auf die Kalorienangaben auf den Packungen und in den Restaurants (siehe Tabelle „Kalorien in Burgern“). Das unpanierte Grilled Chicken Caprese aus dem kalorienarm anmutenden „Salad Plus“-Angebot zum Beispiel hat nach Angaben von McDonald´s 458 Kilokalorien bei 23 Gramm Fett – kaum weniger als der panierte Mc Chicken. Und ein Dressing mit reichlich Öl kann den Salat zur kleinen Kalorienbombe machen.

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