Bundeswertpapiere Meldung

Bundeswertpapiere sind nicht spektakulär, aber sicher. Die Rendite ist deutlich höher als noch vor wenigen Monaten. Zusätzlicher Vorteil: Kauf und Lagerung gibts ohne zusätzliche Kosten. Die verschiedenen Varianten erlauben es außerdem, das Geld Steuer sparend anzulegen. Finanztest erklärt die verschiedenen Bundeswertpapiere, nennt die Vor- und Nachteile und sagt, wo sie kostenlos zu haben sind.

Attraktive Renditen

Die Renditen von Bundeswertpapieren können sich wieder sehen lassen: Anleger, die beispielsweise Bundesschatzbriefe bis zum Ende der sechs- oder siebenjährigen Laufzeit halten, erzielen eine durchschnittliche jährliche Rendite von immerhin 4,31 oder 4,39 Prozent. Doch das war nicht immer so. Noch vor zwei Jahren mussten sich Anleger am Ende der Laufzeit mit Renditen von unter 3 Prozent zufrieden geben. Gekauft wurden Bundesschatzbriefe von den Anlegern aber dennoch, weil sie eine sehr sichere Geldanlage sind. Das Risiko, dass der Bund seine Zinsen oder sogar die gesamte Kreditsumme nicht zurückzahlen kann, geht gegen null. Er bürgt schließlich mit seinem Vermögen und dem Steueraufkommen für seine Schulden.

Beliebt bei Kleinanlegern

Verantwortlich für das Schuldenmanagement des Bundes ist die Deutsche Finanzagentur aus Frankfurt am Main. Bei ihr können Anleger Bundesschatzbriefe, Finanzierungsschätze und Bundesobligationen kostenlos kaufen und auch das Depot gibt es hier umsonst. Die Deutsche Finanzagentur hat im vergangenen Jahr für den Bund fast 16 Milliarden Euro allein über den Verkauf dieser drei Wertpapiere bei Privatanlegern eingesammelt. Bei Kleinanlegern sind Bundesschatzbriefe am beliebtesten. Ihre Mindestanlagesumme beträgt 52 Euro. Außerdem haben sie eine feste Laufzeit von sechs oder sieben Jahren. Dennoch bleibt der Sparer flexibel. Nach einem Jahr kann er die Papiere wieder zurückgeben oder gegen besser verzinste tauschen. Er kann sie aber auch bis zum Ende der Laufzeit halten. Dann profitiert er von der Zinstreppe: Je länger der Anleger dabei bleibt, desto höhere Zinsen erwarten ihn.

Bundesschatzbriefe

Bundesschatzbriefe werden in zwei Varianten angeboten: Typ A hat eine Laufzeit von sechs Jahren. Die Zinsen werden jährlich ausgezahlt. Typ B läuft sieben Jahre. Die Zinsen werden hier angesammelt und am Ende der Laufzeit oder zum Ausstiegstermin auf einen Schlag ausbezahlt. Beide Varianten haben eine Zinstreppe. Mit Bundesschatzbriefen vom Typ B lassen sich Zinseinträge bis zu sieben Jahre in die Zukunft verschieben. Sie müssen dann auch erst versteuert werden. Interessant sind Papiere mit Zinsansammlung vor allem für Anleger, die mit ihren Kapitalerträgen oberhalb des Sparerfreibetrags liegen (Ledige 801 Euro, Verheiratete 1602 Euro) und einen persönlichen Steuersatz von mehr als 25 Prozent haben. Sie können mit Typ B ihre Kapitalerträge ins Jahr 2009 oder noch später verschieben. Dann gilt bereits die Abgeltungsteuer. Kapitalerträge oberhalb des Sparerfreibetrags werden nun nicht mehr mit dem persönlichen Steuersatz versteuert, sondern nur noch pauschal mit 25 Prozent.

Finanzierungsschätze

Mit Finanzierungsschätzen lassen sich Zinserträge ebenfalls verschieben. Sie laufen ein oder zwei Jahre und sind nicht vorzeitig kündbar. Ihre Mindestanlagesumme ist mit 500 Euro höher als die der Bundesschatzbriefe. Ihre Rendite bezogen auf zwei Jahre aber auch. Wer sein Geld zwei Jahre anlegt, hat eine Rendite von 4,10 Prozent pro Jahr. Zum Vergleich: Der Bundesschatzbrief Typ B bietet für zwei Jahre eine Rendite von 4,00 Prozent jährlich. Finanzierungsschätze sind abgezinste Papiere: Die Zinsen werden gleich beim Kauf vom Nennwert abgezogen. Beispiel: Möchte ein Sparer einen Finanzierungsschatz mit einer Laufzeit von zwei Jahren und mit einem Nennwert von 500 Euro kaufen, bezahlt er nicht die volle Summe, sondern derzeit lediglich 461,40 Euro. Die Rendite bezogen auf den Kaufpreis entspricht dann 4,10 Prozent pro Jahr.

Bundesobligationen

Eine noch bessere Rendite als Finanzierungsschätze bieten Bundesobligationen. Sie haben eine Laufzeit von fünf Jahren, eignen sich aber nicht zum Steuersparen. Ihre Zinsen werden jährlich gezahlt. Bei der Deutschen Finanzagentur können sie kostenlos zum aktuellen Börsenkurs gekauft werden. Sie unterliegen jedoch Kursschwankungen. Verluste sind aber ausgeschlossen, wenn Anleger die Papiere bis zum Laufzeitende halten.

Tipps: Rendite optimieren und Steuern sparen
Kauf und Lagerung: Darauf sollten Anleger achten
Konditionen: Das bringen Bundeswertpapiere

Dieser Artikel ist hilfreich. 824 Nutzer finden das hilfreich.