Die Konten von rund 100 000 Kunden der Deutschen Finanz­agentur sind jetzt gesperrt. Sie haben nicht auf die wieder­holte Aufforderung der Agentur vom Dezember 2011 reagiert, fehlende Unterlagen zu ihrem Schuld­buch­konto nach­zureichen.

Frist ist abge­laufen

Die Deutsche Finanz­agentur, eine Behörde des Bundes, hatte Ende vergangenen Jahres rund 300 000 Kunden letzt­malig aufgefordert, bis zum 31. Januar 2012 nach­träglich eine beglaubigte Ausweiskopie zu schi­cken. „Von denen haben sich rund zwei Drittel aktiv beteiligt,“ sagte Presse­sprecher Jörg Müller auf Nach­frage von Finanztest. „Bei denen, die nicht geant­wortet haben, tritt die Konto­sperre ab heute ein“.

Geld­wäschegesetz fordert neue Daten

Die beglaubigte Ausweiskopie verlangt die Bundes­finanz­agentur, um den Anforderungen des Geld­wäschege­setzes zu genügen. Das Gesetz fordert, dass von jedem Konto­inhaber die Staats­bürgerschaft und der Geburts­ort gespeichert wird. Diese Daten waren von lang­jährigen Kunden bislang nicht erfasst. Bei vielen Kunden waren die recht schroffen Aufforderungen der Finanz­agentur auf Unver­ständnis gestoßen.

Kein Zwangs­verkauf

Die Konto­sperre bedeutet, das die Kunden weder neue Bundes­wert­papiere kaufen, noch vorhandene Wert­papiere umtauschen oder fälliges Geld wieder anlegen können. Die Finanz­agentur führt nur noch Rück­gabe- und Verkaufs­aufträge aus oder über­trägt die Wert­papiere auf ein anderes Depot. Zum Zwangs­verkauf kommt es nicht. Die Papiere werden bis zur Fälligkeit kostenlos aufbewahrt und dann dem Kunden samt Zinsen auf sein Referenz­konto gutgeschrieben.

Tipp: Wenn Sie Ihr Konto bei der Finanz­agentur behalten wollen, lassen Sie eine Ausweiskopie beglaubigen und schi­cken diese der Finanz­agentur zu. Das geht bei einer Behörde (Gemeinde- und Stadt­verwaltung, Land­kreis, Orts­bürgermeister), einem Pfarr­amt öffent­lich-recht­lich organisierter Kirchen oder einem Notar.

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