Bundeswertpapiere Meldung

Fortschritt beim Service: Online und bald auch per Telefon lässt die Wertpapierbehörde Geschäfte mit sich machen.

Mit den Einnahmen aus Steuern und Abgaben allein kann Finanzminister Hans Eichel keinen Staat machen. Um das Gemeinwesen in Schwung zu halten, braucht er reichlich Kredit. Auch Privatleute sind als Geldgeber gefragt. Über Finanzierungsschätze, Bundesanleihen, <nobr>-obligationen</nobr> und <nobr>-schatzbriefe</nobr> können sich Geldanleger an der Staatsfinanzierung beteiligen. Das ist eine sichere Sache und bringt höhere Zinsen als Sparbücher und die meisten Tagesgeldangebote. Finanztest verschafft Ihnen den Überblick über Laufzeiten, Zinsen und Renditen.

Anlage ohne Risiko

Für Anleger, die es gern sicher haben, sind Bundeswertpapiere erste Wahl. Trotz des Milliarden Euro hohen Schuldenbergs ist der Bund ein erstklassiger Schuldner mit garantierter Zahlungsfähigkeit. Doch Sicherheit allein macht keinen Anleger glücklich. Wenigstens ein Minimum an Rendite muss schon noch dazu kommen. Früher hielten viele die Zinssätze für Bundeswertpapiere für zu dürftig. Seit der Talfahrt an den Börsen allerdings erscheinen die Zinssätze zwischen 3 und gut 5 Prozent in einem anderen Licht. Langsam, aber sicher wächst das Guthaben mit Bundeswertpapieren. Kursverluste wie bei Aktien und -fonds sind ausgeschlossen.

Service ohne Kosten

Um noch mehr Anleger anzulocken, hat die frühere Bundesschuldenverwaltung ihren Service rasant verbessert. Die Behörde heißt jetzt Bundeswertpapierverwaltung, verkauft sämtliche Papiere direkt und provisionsfrei und verwaltet Depots mit Bundeswertpapieren kostenlos. Seit Anfang 2002 können Anleger ihre Bundeswertpapiere auch online dirigieren. Besonders praktisch: Sämtliche Zinszahlungen der Vergangenheit und Zukunft werden auf Knopfdruck angezeigt. Das ist wichtig, um bei der Anlagestrategie die Steuerpflicht für die Zinserträge über 1.600 (bei Ehepaaren: über 3.200) Euro berücksichtigen zu können. Demnächst gibts bei der Bundeswertpapierverwaltung auch Telefonbanking.

Angebote ohne Tücken

Das Angebot ist übersichtlich: Zur Wahl stehen Finanzierungsschätze, Bundesobligationen und <nobr>-schatzbriefe.</nobr> Sie taugen für jeden Sparer: Die Mindestanlage ist gering, Erwerb und Verwaltung unproblematisch. Bundesanleihen und <nobr>-schatzanweisungen</nobr> sind ebenfalls eine sichere Sache mit garantierter Rendite, aber wegen hoher Mindestanlage, langer Laufzeiten und kapitalmarktabhängiger Kursschwankungen kein Papier für alle Fälle. Sie werden von Banken vertrieben, die zwischen 0,25 und 0,5 Prozent an Kosten berechnen. Hier die für alle geeigneten Angebote im Überblick:

  • Finanzierungsschätze: Diese Papiere laufen ein oder zwei Jahre lang. Besonderheit: Es handelt sich um so genannte abgezinste Papiere. Der Anleger bekommt am Ende der Laufzeit den Nennwert und bezahlt dafür am Anfang nur den um die Zinsen verringerten Nennwert. Beispiel: Ein 500 Euro-Finanzierungsschatz mit einem Jahr Laufzeit und 3,29 Prozent Nominalzins kostet 483,55 Euro.
  • Bundesobligationen: Sie bringen eine etwas höhere Rendite als Finanzierungsschätze und Bundesschatzbriefe. Laufzeit: 5 1/2 Jahre. Nachteil: Die ersten Zinsen werden erst nach 18 Monaten ausgeschüttet. Laufzeit: 5 1/2 Jahre. Doch die Papiere werden an der Börse gehandelt und können täglich verkauft werden.
  • Bundesschatzbriefe: Bei ihnen steigt der Zinssatz im Lauf der Jahre. Laufzeit und Zinsauszahlung sind unterschiedlich. Typ A: 6 Jahre Laufzeit. Die Zinsen werden jährlich ausgezahlt. Typ B: 7 Jahre Laufzeit. Die Zinsen werden angesammelt und am Ende der Laufzeit auf einen Schlag ausgezahlt.

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