Bundesverfassungsgericht Meldung

Wer Immobilien zu vererben hat, sollte sich bald kümmern: Die Besteuerung von Erbschaften und Schenkungen wird ab 2009 geändert.

Vorteil: Bis jetzt haben Immobilien bei Erbschaft und Schenkung einen satten Steuervorteil: Sie fließen nur mit einem Teil ihres Werts in die Steuerrechnung ein, meist zu 60 bis 80 Prozent. Das verstößt gegen das Gleichbehandlungsgebot, urteilte das Bundesverfassungsgericht. Denn andere Vermögen wie Spargeld oder Aktien werden zum vollen Wert besteuert (1 BvL 10/02).

Frist: Immobilienbesitzer müssen jetzt nichts überstürzen. Denn das Gericht lässt dem Gesetzgeber viel Zeit, eine neue Regelung zu finden: Bis Ende des Jahres 2008 darf es bei der jetzigen Besteuerung bleiben. Erst Anfang 2009 muss ein neues Gesetz her.

Privileg: Vor allem darf es auch weiter bei der Bevorzu­gung von Immobilien bleiben. Die Richter rügten nicht die Privilegierung, sondern die Intransparenz: Bisher wird der Steuervorteil schon bei der Wertermittlung eines Hauses eingearbeitet – mal mehr, mal weniger. Künftig muss der Steuerwert genauso klar, nachvollziehbar und am realen Wert ansetzen wie bei einem Sparbuch. Die Bevorzugung kann dann im nächsten Schritt erfolgen, etwa durch höhere Freibeträge. Derzeit genießen zum Beispiel Ehepartner 310 000 Euro Freibetrag, Kinder 205 000 Euro.

Schenken: Freibeträge für Erbschaften gelten auch für Schenkungen, und zwar alle zehn Jahre erneut. Wer sichergehen möchte, kann sein Haus auch schon heute nach den aktuellen Steuerregeln verschenken.

Ratgeber: Wie das am besten funktioniert und worauf Sie überhaupt beim Vererben und Schenken achten sollten, erklärt das Finanztest-Spezial Erben und vererben.

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