Bundesverfassungsgericht Bundesregierung soll zweifelnden Väter helfen

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Die Bundesregierung soll es zweifelnden Vätern künftig erleichtern, auf legalem Wege einen Vaterschaftstest machen zu lassen. Das hat das Bundesverfassungsgericht kürzlich entschieden (Az. 1 BvR 421/05). Bis Ende März 2008 hat der Gesetzgeber Zeit, die Auflagen für die richterliche Anordnung eines DNA-Vergleichs zu lockern.

Bislang sind Männer von der Zustimmung der Mutter oder eines Richters abhängig, wenn sie ihre Vaterschaft legal überprüfen lassen wollten. Bei Gericht blitzen jedoch viele Väter ab. Sie müssen ihre Zweifel sehr gut begründen. Das gelingt oft nur in ganz eindeutigen Fällen. „Es kann klappen, wenn der Mann weiß und das Kind schwarz ist. Doch selbst dann kann die gerichtliche Anordnung eines Abstammungsgutachtens daran scheitern, dass die Zweijahresfrist abgelaufen ist“, erklärt Alexander Heumann, Fachanwalt für Familienrecht in Düsseldorf.

Die bisher gültige Zweijahresfrist läuft schon ab dem Zeitpunkt, ab dem der Mann aus objektiver Sicht Zweifel an seiner Vaterschaft hätte haben müssen, und nicht erst ab dem Zeitpunkt, an dem er tatsächlich Zweifel hatte.

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