Bundesregierung unterstützt Beratungen für Gründer: Pilotprojekt: Geld und Know-how für Unternehmensgründer

Existenzgründer sollten sich professionell beraten lassen, bevor sie sich selbstständig machen. Doch gerade vertiefende Beratungen sind oft teuer, weil sie ein hohes Maß an fachlichem Wissen erfordern. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) hat nun im Rahmen der so genannten Mittelstandsoffensive der Bundesregierung ein Pilotprojekt gestartet, das Gründern Beratungen teilweise finanziert.

„KFW-Gründercoaching“ heißt das Projekt, das zunächst nur für Berlin, Leipzig und das mecklenburg-vorpommerische Neubrandenburg gilt. Es richtet sich an Gründer, die sich selbstständig machen wollen oder in den vergangenen zwölf Monaten ein Unternehmen gegründet haben. Den Teilnehmern wird ein Gründercoach vermittelt, der sich im Feld der jeweils geplanten Existenzgründung gut auskennt. Zudem beteiligt sich die KFW am Honorar des Beraters: In den Neuen Bundesländern übernimmt das Institut 65 Prozent, im westlichen Teil Berlins 50 Prozent des Honorars. Gefördert werden alle Formen der Existenzgründung, also zum Beispiel auch Betriebsübernahmen, Franchise, Beteiligungen und Teilzeitgründungen.

Positives Votum notwendig

Um eine Förderung zu bekommen, müssen die Bewerber die Experten der KFW, des örtlichen Arbeitsamtes und der zuständigen Kammern von ihrem Gründungskonzept überzeugen. Um den Kontakt zu den Experten zu erleichtern, sollen in Leipzig, Berlin und Neubrandenburg regelmäßig Gründertage stattfinden. Dort können die Gründer dann ihre Konzepte vorstellen.

Weitere Informationen finden sich auf der Internetpräsenz der KFW oder bei der KFW-Mittelstandsbank unter der Rufnummer 0 30/8 50 85 41 11. Ansprechpartner für interessierte Gründer, die bereits ein Konzept vorweisen können, sind die Industrie- und Handelskammern (IHK) oder die Handwerkskammern (HWK) in Berlin, Leipzig und Neubrandenburg. Bewerbungsschluss ist der 31. Dezember 2003.

Vorher gratis informieren

Bevor Gründer sich gegen Zahlung eines Honorars beraten lassen, sollten sie die Angebote zu kostenlosen Beratungen nutzen: Erste Ansprechpartner für Gründer sind in der Regel die ortsansässige IHK oder HWK. Freiberufler wenden sich in der Regel an die für sie zuständigen Berufsverbände oder Kammern. Experten raten zudem, sich möglichst mehrere Male beraten zu lassen, da nicht jeder Berater Experte für alle Branchen sein könne.

Auch Existenzgründerseminare sollen den Start in die Gründung des eigenen Unternehmens erleichtern. Fachlich und organisatorisch lassen solche Seminare aber viele Wünsche offen. Das hat Finanztest bei einer Untersuchung von 29 Einstiegsseminaren für Existenzgründer im Raum Berlin-Brandenburg festgestellt.

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