Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Haftungsregeln für Anlageberater verschärft (Az: III ZR 62/99). Vermittler müssen die von ihnen vertriebenen Angebote selbst auf ihre wirtschaftliche Plausibilität prüfen. Zumindest müssen sie objektive Informationen über die Wirtschaftlichkeit einer Anlage einholen. Tun sie das nicht, haften sie für den beim Anleger enstandenen Schaden, entschied der BGH. Klauseln im Beratungsvertrag, wonach sie von sämtlichen Haftungsansprüchen freigestellt werden, seien unzulässig.

Im konkreten Fall hatte ein Anlagevermittler einem Kunden hohe Renditen für atypisch stille Beteiligungen an einer GmbH in Aussicht gestellt. Kurz darauf machte die GmbH jedoch Pleite. Der Vermittler musste für den Schaden aufkommen, weil er die Kapitalanlage nicht selbst geprüft hatte, sondern sich auf Informationen der Anlagefirma verlassen hatte.

Dieser Artikel ist hilfreich. 75 Nutzer finden das hilfreich.