Bundesfreiwilligendienst Meldung

Der Start war holperig. Es gab viel Kritik. Nun aber sprechen die Zahlen für sich: Gut 30 000 Bundes­freiwillige arbeiten aktuell bereits in Kitas, Pflege­heimen, Tier- oder Umwelt­schutz­organisationen. Damit sind rund 85 Prozent der vom Bund geförderten Stellen besetzt. Für 2012 erwartet das Bundes­familien­ministerium erste Eng­pässe: Es rechnet mit 60 000 Interessenten. test.de fasst die wichtigsten Infos zum Bundes­freiwilligen­dienst zusammen.

Bundesfreiwilligendienst offen für alle

Bufdi – so werden die Bundesfreiwilligen genannt – Bufdi werden kann jeder, der die Schulpflicht absolviert hat. Altersgrenzen nach oben gibt es keine. Auch ältere Menschen und Rentner sind als Freiwillige willkommen. Laut Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) sind derzeit 3 764 Menschen über 50 Jahre als Freiwillige des Bundes tätig.

Mindestens 6 Monate – maximal 2 Jahre

In der Regel wird man Bufdi für ein Jahr. Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich nur für sechs Monate zu verpflichten; oder aber zu verlängern auf 18, in Ausnahmefällen sogar 24 Monate. Die Dauer in Monaten ist flexibel gehalten. Und auch der Umfang der wöchentlichen Arbeitsstunden: Wer möchte und älter als 27 Jahre ist, kann als Bundesfreiwilliger auch in Teilzeit arbeiten: ab 20 Stunden pro Woche.

Maximal 336 Euro Taschengeld pro Monat

Bufdis bekommen maximal 336 Euro Taschengeld pro Monat; und zwar unabhängig davon, ob sie ihren Dienst in Ost- oder Westdeutschland ableisten. Nicht jede Einrichtung zahlt allerdings den Höchstbetrag von 336 Euro. Das Taschengeld kann von Träger zu Träger variieren und auch vom Umfang der Arbeit abhängen. Ebenso ist von der Einrichtung abhängig, ob die Bundesfreiwilligen zusätzlich kostenlos Verpflegung, Dienstkleidung und eine Unterkunft gestellt bekommen.

Sozialversicherungsbeiträge zahlt die Einsatzstelle

Teilnehmer des Bundesfreiwilligendienstes werden in der Sozialversicherung ähnlich wie Auszubildende, sprich „arbeitnehmerähnlich“ behandelt. Die Bufdis sind in der Kranken-, Renten-, Pflege-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung versicherungspflichtig. Die Beiträge übernimmt die jeweilige Einsatzstelle komplett. Für die Bufdis fällt kein eigener Beitrag an. Bufdis unter 25 bekommen außerdem weiterhin Kindergeld gezahlt, sofern die Jugendlichen die allgemeinen Kindergeldvoraussetzungen erfüllen.

Krankenversicherung

Bufdis können sich zudem die Zeit ihres Freiwilligendienstes anrechnen lassen; etwa für die Familienversicherung in einer Krankenkasse. Wenn die Voraussetzungen für eine beitragsfreie Mitversicherung gegeben sind – beispielsweise bei einem Studium im Anschluss an den Bundesfreiwilligendienst – können Jugendliche nach den Freiwilligendienst wieder in der Familienversicherung versichert sein. Die Mitversicherung endet dann nicht wie üblich am 25. Geburtstag, sondern je nach Dauer des Dienstes, beispielsweise erst am 26. Geburtstag.

Platzbörse

Interessierte finden eine Platzbörse auf der Internetseite zum Bundesfreiwilligendienst. Sie können aber auch selbst Einsatzstellen oder Träger ansprechen. Außerdem gibt es eine Informationshotline des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA). Die Nummer lautet 02 21-3 67 30. Es ist nicht möglich den Bundesfreiwilligendienst im Ausland zu absolvieren. Jugendliche, die gerne ins Ausland möchten und zwischen 16 und 27 Jahren sind, haben die Möglichkeit einen Internationalen Jugendfreiwilligendienst zu machen oder ein Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr zu absolvieren.

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