Bundes­finanzhof Meldung

Steuerzahler profitieren nur von solchen Urteilen des Bundes­finanzhofs, die das Ministerium veröffent­licht. Nun ist die neue Liste da. Finanztest erklärt, was die Richter zu den Themen Kinder­geld und Arbeits­zimmer formuliert haben, und sagt, was betroffene Steuerzahler jetzt tun können.

Ankündigung

Das Bundes­finanz­ministerium kündigt regel­mäßig im Internet an, welche Urteile des Bundes­finanzhofs es im Bundes­steuerblatt veröffent­lichen wird. Erst danach müssen Finanz­ämter und Familien­kassen die Entscheidungen anwenden. Im September kam die neue Liste heraus.

Kinder­geld

Freuen können sich seitdem Eltern, deren Sohn oder Tochter als Soldaten auf Zeit zum Reserveoffiziers­anwärter ausgebildet werden. Die Familien­kasse muss ihnen Kinder­geld zahlen, das Finanz­amt muss Kinder­frei­beträge berück­sichtigen. Die Kinder absol­vieren eine Ausbildung – auch wenn nicht abzu­sehen ist, ob sie ihre Dienst­zeit verlängern oder Berufs­soldaten werden (Az. III R 41/13).

Arbeits­zimmer

Für Arbeitnehmer mit Arbeits­zimmer ist jetzt amtlich:

  • Sie können für den Raum zuhause bis zu 1 250 Euro als Werbungs­kosten absetzen, wenn sie ihren Arbeits­platz beim Chef wegen Baumängeln nicht nutzen können (Az. VI R 11/12).
  • Genauso viel darf ein Betriebs­prüfer im Außen­dienst abrechnen, der sich mit sieben Kollegen drei Arbeits­plätze teilt, die für seine Innen­dienst­arbeiten aber nicht reichen (Az. VI R 37/13).
  • Leer aus geht ein Beamter, der vom Chef daheim einen Tele­arbeits­platz finanziert bekommt, dort tage­weise arbeitet, aber jeder­zeit auch seinen dienst­lichen Arbeits­platz nutzen kann (Az. VI R 40/12).

Tipp: Die komplette Liste finden Sie auf der Website des Bundesfinanzministeriums.

Folgen

Sind Steuer- oder Kinder­geld­bescheide zu einem Urteil auf der Liste per Einspruch offen­gehalten worden, passiert jetzt Folgendes:

  • War der Prozess erfolg­los, wird das Finanz­amt oder die Kinder­geldkasse den Einspruch zurück­weisen.
  • Bringt ein Urteil Geld, gibt es auto­matisch Nach­schlag.

Tipp: Bekommen Sie jetzt erst Bescheide, legen Sie Einspruch ein und reichen Ausgaben nach, zu denen es güns­tige Urteile gibt.

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