Bundes­finanzhof Meldung

Wer krank ist, muss einen Teil der Kosten selbst tragen.

Krank­heits­kosten wie Rezept­gebühren oder Zuzah­lungen zu Medikamenten, Zahn­reinigung oder einer Kur können als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung angegeben werden. Sie wirken sich aber erst aus, wenn ein zumut­barer Eigen­anteil über­schritten wurde, bestätigte der Bundes­finanzhof die bisherige Recht­sprechung (Az. VI R 32/13).

Zuzah­lungen nach Ansicht der Finanz­richter von der Verfassung gedeckt

Kläger hatten durch­setzen wollen, dass die Krank­heits­kosten schon ab dem ersten Cent zählen. Die Richter des Bundes­finanzhofs hatten aber keine verfassungs­recht­lichen Bedenken gegen den Eigen­anteil. Es sei dem Gesetz­geber erlaubt, Versicherte zur Entlastung der Krankenkassen in Form von Zuzah­lungen zu beteiligen.

Beispiel: Ein kinder­loses Ehepaar mit 52 000 Euro Einkünften muss 6 Prozent, also 3 120 Euro der Krank­heits­kosten selbst tragen. Erst Kosten darüber wirken sich steuer­mindernd aus.

Sämtliche Kosten auflisten

Die Aufwendungen werden im Jahr der Zahlung berück­sichtigt. Steuerzahler sollten sämtliche Kosten im Laufe des Jahres auflisten. Schließ­lich können zum Jahres­ende noch unerwartet hohe Kosten entstehen, sodass die Grenze beim Eigen­anteil über­schritten wird. Auch kann es steuerlich Vorteile bringen, eine teure Zahnbe­hand­lung oder einen Brillenkauf ins laufende Jahr vorzuziehen oder ins nächste Jahr zu verschieben.

Belege sammeln

Die Finanz­ämter erkennen außergewöhnliche Belastungen wie Krank­heits­kosten nur mit Beleg an. Nicht immer reicht eine Quittung oder ein Rezept des Arztes. Für manche Aufwendungen, etwa für eine Kur, benötigen Patienten ein amts­ärzt­liches Gutachten oder ein Attest des Medizi­nischen Dienstes der Krankenkassen – und zwar vor Beginn der Maßnahme.

Eigen­anteil an außergewöhnlichen Belastungen

Je nach Einkünften, Familien­stand und Kinder­zahl muss jeder einen Teil seiner außergewöhnlichen Belastungen aus eigener Tasche bestreiten.

Familien­stand

Prozent­satz vom Gesamt­betrag der Einkünfte1

bis 15 340 Euro

bis 51 130 Euro

über 51 130 Euro

Steuerzahler ohne Kinder

Nicht verheiratet

5

6

7

Verheiratet

4

5

6

Steuerzahler mit Kindern2

Bis zwei Kinder

2

3

4

Ab drei Kinder

1

1

2

    • 1 Differenz zwischen Einnahmen und Werbungs­kosten/ Betriebs­ausgaben vermindert um Alters­entlastungs­betrag und Entlastungs­betrag für Allein­erziehende.
    • 2 Kinder, für die 2015 mindestens für einen Monat Anspruch auf Kinder­geld bestand.

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