Büro­stuhl-Test Gute Schreib­tisch­stühle fürs Home­office

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Büro­stuhl-Test - Gute Schreib­tisch­stühle fürs Home­office
Besser spät als nie. Grafikerin Katja Späth entschloss sich durch den Test, ihren klapp­rigen Küchen­stuhl endlich durch einen Büro­stuhl zu ersetzen. © Anne Lehmann

Sitz­komfort bieten alle Bürostühle im Test. Doch jedes zweite Modell birgt Verletzungs­gefahren, manche gehen schnell zu Bruch. Gut sind nur 5 von 13 Schreib­tisch­stühlen.

Büro­stuhl-Test Testergebnisse für 13 Bürostühle 09/2021

Liste der 13 getesteten Produkte
Bürostühle 09/2021
  • Amstyle Adrian Hauptbild
    Amstyle Adrian
  • Dauphin to strike comfort pro sk 9248 Hauptbild
    Dauphin to strike comfort pro sk 9248
  • HjH Office Ergo Line II Hauptbild
    HjH Office Ergo Line II
  • Höffner Home Worx Office 230 Hauptbild
    Höffner Home Worx Office 230
  • Ikea Hattefjäll (Smidig mit Armlehnen) Hauptbild
    Ikea Hattefjäll (Smidig mit Armlehnen)
  • Interstuhl Every is 1 EV111 Hauptbild
    Interstuhl Every is 1 EV111
  • Mayer myOptimax 2486 Hauptbild
    Mayer myOptimax 2486
  • Nowy Styl Navigo Hauptbild
    Nowy Styl Navigo
  • Porta Mondo Metas M1 Hauptbild
    Porta Mondo Metas M1
  • Sedus se:do pro light ap-197/001 Hauptbild
    Sedus se:do pro light ap-197/001
  • Topstar Net Pro 100 AL mit Armlehnen TW1 Hauptbild
    Topstar Net Pro 100 AL mit Armlehnen TW1
  • Topstar X-Pander Plus Hauptbild
    Topstar X-Pander Plus
  • Viasit Drumback work@home Hauptbild
    Viasit Drumback work@home

Alle Schreib­tisch­stühle im Test individuell einstell­bar

Da kann der Stuhl noch so gut sein: Er muss sich auch an die Körpermaße anpassen lassen. Langes Arbeiten auf schlecht einge­stellten Schreib­tisch­drehstühlen kann auf Dauer der Gesundheit schaden, etwa Nacken- und Rücken­schmerzen verursachen. Die 13 für den Test ausgewählten Stuhlmodelle lassen sich individuell einstellen. Sie kosten zwischen rund 230 und 390 Euro.

Das bietet unser Bürostühle-Test

  • Test­ergeb­nisse. Unsere Tabelle zeigt Bewertungen der Stiftung Warentest für 13 Bürostühle mit Armlehnen. Alle Modelle fördern aktives Sitzen − mit ihrer Synchron­mechanik genannten Wipp­funk­tion. Die Schreib­tisch­drehstühle kosten rund 230 bis 390 Euro. Getestet haben wir Sitz­komfort, Halt­barkeit und Bodenschonung sowie Hand­habung, Sicherheit und Schad­stoffe. Zu den geprüften Modellen gehören Dauphin, Höffner, Ikea, Interstuhl, Porta und Topstar.
  • Kauf­beratung und Tipps. Wir stellen die Testsieger vor und sagen, wodurch sich ein guter Büro­stuhl auszeichnet – und worin die Vor- und Nachteile der einzelnen Schreib­tisch­stühle im Test bestehen. Außerdem haben wir recherchiert, welche Anbieter Ersatz­teile wie Rollen und Rückenlehnen anbieten (siehe PDF test 9/2021).
  • Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf die PDF zum Testbe­richt aus 9/2021 sowie zur Vorgänger­unter­suchung aus test 2/2017.

Ergono­mische Bürostühle fürs Home­office: Von gut bis mangelhaft

Im Alltag werden solche ergono­mische Bürostühle etwa von Studierenden oder im Home­office oft intensiv genutzt und strapaziert. In den Prüfungen mussten sie deshalb ähnliche Anforderungen erfüllen wie Stühle, die in Büros für Beschäftigte bereit­gestellt werden.

Das hat die Stiftung Warentest geprüft. Wir testeten, wie gut die Schreib­tisch­stühle sich anpassen lassen, ob sie den täglichen Belastungen standhalten, Klemm­stellen aufweisen, mit Schad­stoffen belastet sind und wie effektiv die Polster den Körper abstützen. Zudem bewerteten wir, ob Anleitungen über Reparier­barkeit und Ersatz­teile informieren.

Qualität ist keine Preisfrage. Nur fünf Modelle schneiden gut ab − wobei Qualität keine Preisfrage ist: Der Testsieger gehört zwar eher zu den teureren Modellen, gleich danach folgt aber schon der güns­tigste Bürodreh­stuhl im Test. Viele Stühle verpassen ein gutes Urteil wegen Verletzungs­gefahren für die Finger. Zwei Schreib­tisch­stühle gingen im Belastungs­test zu Bruch: Mangelhaft. Einer der beiden erwies sich außerdem als nicht standsicher genug.

Tipps und Tests fürs Home­office

Sie haben Gefallen an der Arbeit im Home­office gefunden, wollen aber nicht mehr auf den kleinen Laptop-Bild­schirm starren? Die Stiftung Warentest hat aktuell auch Monitore getestet. Wer für die tägliche Video­konferenz eine vernünftige Kamera braucht, findet geeignete Modelle in unserem Webcam-Test. Wie Sie Ihren Stuhl an Ihre Körpermaße anpassen, zeigen wir im Special Bürostuhl einstellen. Welche Rechte Arbeitnehmer im Home­office haben, behandelt unser Special Homeoffice und mobiles Arbeiten. Und unser Special Häusliches Arbeitszimmer verrät, wie Sie mit dem Home­office Steuern sparen.

Bequem und rückenschonend sitzen

Unsere Experten ermittelten zusammen mit fünf Prüf­personen unterschiedlicher Größe, wie gut sich die Stühle anpassen lassen und Sitzende abstützen. Sie beur­teilten die Wärme- und Feuch­teentwick­lung zwischen Polster und Oberschenkeln beziehungs­weise Rücken nach einstündiger Sitzdauer. Guten Sitz­komfort bieten unterm Strich alle Bürostühle. Es empfiehlt sich aber immer, vor dem Kauf zur Probe zu sitzen. Bei einigen Stühlen lässt sich etwa die Sitz­fläche nicht sehr weit herunter­fahren oder durch Zurück­schieben verkürzen. Das kann für Personen mit kurzen Ober- beziehungs­weise Unterschenkeln ein Problem sein. Für sie passen zwei der guten Modelle.

In Bewegung bleiben

Alle Modelle im Büro­stuhl-Vergleich fördern aktives Sitzen − mit Synchron­mechanik. Diese Wipp­funk­tion soll verhindern, dass Sitzende in einer Position verharren und Fehlbelastungen riskieren. Ist sie akti­viert, neigt sich die Rückenlehne beim Zurück­lehnen nach hinten und die Sitz­vorderkante hebt sich zugleich gering­fügig an. Der Rücken bleibt abge­stützt und der Körper in Bewegung. So soll es sein.

Sieben Stühle mit Klemm­stellen und scharfen Kanten

Jeder zweite Kandidat im Test hat ein Sicher­heits­problem. Sieben Stühle bergen die Gefahr, dass sich Personen beispiels­weise die Finger unter den Armlehnen einklemmen oder an scharfen Kanten schneiden. Ein Modell kippt zudem zu leicht um. Fünf Bürostühle im Test bestanden die Sicher­heits­prüfungen aber sehr gut oder gut.

Schad­stoffe im Bezug oder Holz

Unsere Schad­stoff­prüfung bestanden die meisten Stühle sehr gut bis befriedigend. Nur in zwei Fällen waren die Noten schlechter: Ein Modell enthält im Be­zugs­stoff der Rückenlehne Naph­thalin, das im Verdacht steht, Krebs zu erzeugen. Da der Gehalt unter dem Grenz­wert des GS-Zeichens für Geprüfte Sicherheit liegt, bewerten wir das noch mit Ausreichend. Ein anderer Schreib­tisch­stuhl im Test setzt Form­aldehyd frei, das Krebs erzeugen kann. Der Schad­stoff kann aus der innen liegenden Holz­sitz­schale in die Raum­luft entweichen. Wir beur­teilen auch das noch mit Ausreichend, weil die Freiset­zung unter­halb des von Aufsichts­behörden heran­gezogenen Grenz­werts liegt.

Büro­stuhl-Test Testergebnisse für 13 Bürostühle 09/2021

Im Büro­stuhl-Test gehen zwei Stühle nach kurzer Zeit kaputt

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Belastungs­probe. Bis zu 80 000 Mal drücken Pressen abwechselnd auf die Rückenlehne und die Sitz­fläche. Ausfall­probe. HjH Office (im Bild) und Porta brechen im Belastungs­test unter der Sitz­fläche an der Stuhlsäule. © Stiftung Warentest

Alters­erscheinungen. In Belastungs­tests simulierten wir eine Nutzungs­dauer von zirka fünf Jahren: So drückten etwa Pressen abwechselnd mit 120 Kilogramm auf die Sitz­fläche und mit 32 Kilo auf die Rückenlehne − jeweils bis zu 80 000 Mal. Bei einem Stuhl ließ sich anschließend die Wipp­mechanik nicht mehr verriegeln und ein zweiter knarrte sehr laut. Da sich beide weiter verwenden ließen, bewerteten wir ihre Halt­barkeit noch mit Befriedigend.

Defekte. Mangelhaft dagegen sind zwei Stühle, bei denen an der Sitzunterseite die Befestigung der Gasfeder brach. Das ist die mit Gas gefüllte Mittel­säule zum Verstellen der Sitzhöhe.

Ersatz­teile. Hinweise zur Reparier­barkeit finden sich in den Anleitungen der Stühle nur spärlich. Wir haben die Anbieter gefragt, was Ersatz­teile kosten. Neue Rückenlehnen zum Beispiel sind teuer: 65 bis 140 Euro. Ein Set Rollen ist für etwa 8 bis 36 Euro zu haben.

Auf die richtigen Rollen achten

Um Schäden auf Bodenbelägen zu vermeiden, empfiehlt die Stiftung Warentest ein Blick auf die mitgelieferten Rollen: Die für Teppichböden sind hart und einfarbig, meist schwarz. Für harte Untergründe wie Parkett eignen sich weiche, zwei­farbige Rollen mit Gummie­rung. Wir prüften bei jedem Stuhl beide Varianten, sofern erhältlich. Leichte Spuren auf dem Fußbo­den hinterließ im Test nur ein Stuhl. Die anderen schonen die Untergründe insgesamt sehr gut oder gut. Trotzdem ist es auf Dauer noch besser, unter die Rollen eine Boden­schutz­matte zu legen.

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 12.01.2023 um 12:13 Uhr
Hinweis auf lebensgefährlichen Bürostuhl

@HKirche: Vielen Dank für den Hinweis, den wir zur Kenntnisnahme an das zuständige Untersuchungsteam weitergeleitet haben.
Unterstützung bei individuellen Reklamationen von mangelhaften Geräten und Möbeln bieten die Rechtsabteilungen der Verbraucherzentrale an, an die wir Sie verweisen möchten.

HKirche am 12.01.2023 um 01:45 Uhr
Lebensgefährlicher Bürostuhl

https://www.amazon.de/Bosmiller-Kippverriegelung-Computerstuhl-Schreibtischstuhl-Ergonomischer/dp/B07Z7G4SV1
Mir ist es jetzt schon zum zweiten Mal passiert, dass ich beim Zurücklehnen mit dem ganzen Stuhl nach hinten umgekippt bin. Für mich ist das eine lebensgefährdende Situation.
So ein Produkt wird einfach auf Amazon verkauft. Meiner Meinung nach sollte die Stiftung Warentest hier aktiv werden.
Freundliche Grüße
Holger Kirche

Nuselfutz am 10.12.2022 um 16:47 Uhr
Nicht wirklich gut...

Ich habe mir den Testsieger Dauphin to strike comfort pro sk 9248 gekauft, weil die Werte zu mir passten, insbesondere aufgrund der langen Sitzfläche, die bei besonders langen Beinen von Vorteil ist. Ich habe den Stuhl jetzt über ein Jahr in Nutzung und verstehe bis heute nicht, warum der mit "Gut" bewertet wurde. Die Rückenlehne lässt sich in der oberen Position nicht arretieren und rutscht ständig wieder nach unten. Mindest ebenso lästig ist, dass man beim Aufstehen ständig die Armlehnen verschiebt oder verdreht.
Wegen der Rückenlehne habe ich Trendoffice angeschrieben, da kam nie eine Antwort. Angesichts der geschilderten Schwächen halte ich einen Preis von 339,00 Euro für unverschämt - der Stuhl ist nicht die Hälfte wert. Also ich kann diesen Stuhl nicht empfehlen und würde ihn auch nie wieder kaufen!

Profilbild Stiftung_Warentest am 29.11.2022 um 11:47 Uhr
Testwunsch: Sitzneigeverstellung

@Stammleser: Nur die Stühle Interstuhl New Every (Modell Home Office) und Viasit Drumback work@home scheinen über eine zusätzliche Sitzneigung zu verfügen, die sich separat per Hebel oder Taste verändern lässt. Die Sitzneigeverstellugn haben wir nicht explizit getestet, daher können wir keine Aussage dazu machen. Daher bitten wir Sie sich an den Anbieter zu wenden, bzw. die Angaben in der Gebrauchsanleitung zu lesen.
Ihr Hinweis dieses Feature zu berücksichtigen, haben wir an unser Untersuchungsteam z.K. weiter geleitet. So, dass dieser für da nächste Prüfprogramm diskutiert wird.

Stammleser2005 am 27.11.2022 um 12:50 Uhr
### SitzNEIGEverstellung !?! ###

Für einen professionellen Bürodrehstuhl -insbesondere in Zeiten von Homeoffice- ist für mich das aller wichtigste Entscheidungskriterium, ob der Stuhl eine Sitzneige-Verstellung hat.
Mit der SITZNEIGEVERSTELLUNG kann die Sitzfläche um zB 15Grad nach vorne/hinten gekippt werden.
Es ist mir völlig unverständlich, wie StiftungWarentest solch ein wichtigtiges Entscheidungskriterium weder im Test erwähnen kann, noch in den technDetails erfaßt hat, ob die Stühle diese Funktion haben !?!
Ich würde niemals einen Bürodrehstuhl (der wirklich viel verwendet wird) kaufen, der keine Sitzneigverstellung hat.