Viele Bürgen werden zu Unrecht von den Banken in den Würgegriff genommen. Doch die gängige Praxis, mittellose Familienmitglieder eines Schuldners bürgen zu lassen, akzeptiert der Bundesgerichtshof nicht. Die Richter unterscheiden zwischen echten "Mitdarlehensnehmern", die das Geld gleichberechtigt mit ausgeben, sowie bloßen "Mithaftenden", auf die das nicht zutrifft. Wenn schon bei der Kreditvergabe klar ist, dass ein Mithaftender nicht einmal die laufenden Zinsen aus seinen Einkünften bedienen könnte, ist die Bürgschaft sittenwidrig und damit nichtig (Az. XI ZR 248/99).

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