Ehepartner oder Lebensgefährten, die mit einer Bürgschaft finanziell deutlich überfordert sind, müssen nicht für die Schulden mithaften, wenn sie nicht ein eigenes Interesse am Kredit hatten und als gleichberechtigte Partner über die Verwendung des Geldes mitentscheiden konnten. Diesen Grundsatz wollte eine Sparkasse aushebeln, indem sie eine Bürgin im Vertrag kurzerhand als "Mitdarlehensnehmerin" bezeichnete. Das Geld war jedoch für das Geschäft ihres Lebensgefährten bestimmt. Dass beide auf die Einnahmen daraus angewiesen waren, ließ der Bundesgerichtshof nicht gelten. Gerade wegen der wirtschaftlichen Abhängigkeit sei eine nüchtern abwägende, selbstbestimmte Entscheidung der Bürgin unwahrscheinlich. Daran ändern auch Formulierungen wie "Mitantragsteller" oder "Mitschuldner" nichts (Az. XI ZR 56/01).

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