Ein Kreditinstitut darf von einer vermögenslosen Frau mit geringem Einkommen nicht die Millionenschulden ihres Ehemanns eintreiben, auch wenn die Frau dafür gebürgt hat. Versucht die Bank das trotzdem, darf sich das Bürgschaftsopfer dagegen anwaltlich wehren - und zwar auf Kosten der Bank, entschied das Oberlandesgericht Dresden (Az. 11 W 1293/01).

Die Richter verwiesen auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, wonach es sittenwidrig ist, Bürgen zu verpflichten, die offensichtlich nie dazu in der Lage sein werden, die Schulden des Partners zurückzuzahlen. Wenn diese „krasse finanzielle Überforderung“ des Bürgen ohne weiteres zu erkennen sei, dürfe aus der vereinbarten Bürgschaft nicht dreist vollstreckt werden, so die Oberlandesrichter.

Tipp: Mehr zum Thema Bürgschaft und Absicherung von Krediten lesen Sie in Finanztest 5/2002.

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