Mit viel Dampf bügelt sich eine Philips-Station an die Spitze. Unempfindliche Kleidungs­stücke glätten auch güns­tige Dampf­bügel­eisen gut.

Viele Deutsche können Bügeln nicht ausstehen. In einer Umfrage des Markt­forschungs­instituts Gapfish gaben 21 Prozent der Teilnehmer an, den Kontakt mit dem Bügelbrett möglichst zu meiden. Keine andere Haus­arbeit ist unbe­liebter – nicht einmal das Toiletteputzen. Doch für viele gehört faltenfreie Kleidung zum Job – nicht nur für den Weihnachts­mann.

Mit dem richtigen Bügel­eisen kann sich die Abneigung leicht in Spaß verwandeln. Etwa mit der Bügel­station PerfectCare von Philips: Mühelos gleitet das Eisen über die Wäsche, es wiegt nur ein Kilogramm. Der separate Boiler erzeugt unter Druck dichten, heißen Dampf – fast viermal so viel wie ein durch­schnitt­liches Dampf­bügel­eisen. Beim Plätten gilt: Viel Dampf hilft viel. Durch die Feuchtig­keit quellen Naturfasern auf und lassen sich leicht glätten. So verschwinden sogar hartnä­ckige Falten.

Preise reichen von 46 bis 550 Euro

Mit dem Preis hört der Spaß jedoch wieder auf. 360 Euro kostet die Station – fast acht­mal so viel wie das güns­tigste gute klassische Dampf­bügel­eisen des Tests. Wir haben sieben Dampf­bügel­eisen und acht Bügel­stationen miteinander verglichen. Unter dem Begriff Dampf­bügel­station vermarkten Anbieter zweierlei: zum einen Geräte, die in einem separaten Boiler unter Druck Dampf erzeugen. Die im Test kosten 245 bis 550 Euro. Im Unterschied dazu bewerben Anbieter auch solche Modelle als Stationen, die ähnlich aussehen, aber ohne Druck­boiler arbeiten. Die getesteten Modelle leiten Wasser mit einer Motorpumpe entweder zum Bügel­eisen oder in einen druck­losen Boiler, wo es verdampft. Ihr haupt­sächlicher Vorteil besteht darin, dass der separate Behälter mehr Wasser fasst als der eines Dampf­bügel­eisens. Diese Geräte sind billiger als Stationen mit Druck­boiler, über­zeugten aber nicht im Test.

Dampf auch mit nied­riger Temperatur

Im Labor musste jedes Gerät sowohl empfindliche als auch robuste Textilien plätten: Misch­gewebe, Seide, Baumwolle, Leinen. Die größten Unterschiede zeigten sich am Misch­gewebe. Es darf nicht zu heiß gebügelt werden. Die meisten Dampf­bügel­eisen und Stationen ohne Druck­boiler liefern in Temperaturstufe 1 jedoch keinen Dampf. Falten lassen sich kaum entfernen. Das Misch­gewebe sah nach dem Bügeln immer noch knitt­rig aus.

Ganz anders die echten Bügel­stationen mit Druck­boiler. Sie stoßen Dampf auch bei Temperaturstufe 1 aus, wenn die Bügelsohle nicht so heiß ist. Auf diese Weise verschwinden Falten selbst aus empfindlichen Textilien. Lediglich Laura­star – die teuerste Station im Test – patzte in dieser Prüfung: Das Gerät bietet nur die Temperaturstufen 2 und 3. Für empfindliche Textilien empfiehlt der Anbieter eine Aufsteck­sohle. Bei Nutzung dieser Schutz­sohle tropfte beim Dampf­bügeln des Misch­gewebes jedoch Wasser auf die Wäsche. Daher verzichteten die Teste­rinnen – drei erfahrene Büglerinnen – auf Dampf. Die Wäsche blieb knitt­rig.

Genug Dampf für Robustes

Ab Temperaturstufe 2 dampfen auch die klassischen Bügel­eisen. Robuste Textilien wie Baumwoll­hemden und Bett­wäsche bügelten sie ähnlich glatt wie die Stationen mit Druck­boiler. Die Dampf­bügel­eisen erzeugen weniger Dampf pro Minute: durch­schnitt­lich 37 Gramm, die Bügel­stationen im Schnitt 100 Gramm. Diese Mengen lassen sich jedoch nicht direkt vergleichen, da die Geräte unterschiedlich zu bedienen sind. Die klassischen Bügel­eisen stoßen permanent Dampf aus. Die Stationen liefern ihn nur durch Drücken der Dampf­taste. Inner­halb weniger Sekunden befeuchten sie die Wäsche stark und bügeln sie anschließend ohne Dampf trocken. Der Test zeigt: Ab Temperaturstufe 2 lieferten fast alle klassischen Eisen genug Dampf für gute Bügel­ergeb­nisse.

Kleine Tanks leeren sich schnell

Je mehr es dampft, desto schneller leert sich der Wasser­tank. Klassische Dampf­bügel­eisen mit ihren kleinen Wasser­reservoirs müssen nach fünf bis zehn Minuten Voll­dampf nachtanken. Mit weniger Dampf reicht das Wasser länger. In der Praxis müssen sie meist nach 10 bis 20 Minuten nachgefüllt werden. Bügel­stationen dagegen über­stehen locker einen „Tatort“-Krimi am Sonn­tag­abend.

Eine Temperatur für alle Textilien

Neben großen Wasser­tanks erleichtern Geräte zusätzlich die Arbeit, die alles mit einer fest­einge­stellten Temperatur plätten. Drei Geräte im Test bieten das: die echten Dampf­stationen Philips PerfectCare und Siemens Slider sowie das Dampf­bügel­eisen von Siemens. Philips bügelt alles mit etwa 150 Grad, Siemens jeweils mit rund 180 Grad. Trotz der relativ hohen Temperaturen beschädigten sie empfindliche Textilien nicht. So entfällt das Vorsortieren der Wäsche nach empfindlichen und weniger empfindlichen Textilien. Niemand muss mehr auf die richtige Sohlen­temperatur warten. So geht alles schneller.

Gefähr­lich. Im Sicher­heits­test löste sich die Sohle des Siemens-Dampf­bügel­eisens. Stromleitende Teile waren erreich­bar.

Die zwei Siemens-Geräte lassen die Wahl zwischen manueller und auto­matischer Temperatur­einstellung. Die Tester haben beide Varianten geprüft. Mit der Auto­matik erzielte das Siemens-Dampf­bügel­eisen sogar das beste Bügel­ergebnis von allen Geräten im Test. Allerdings brach das Bügel­eisen im Fall­test aus 90 Zenti­meter Höhe. Stromleitende Teile waren berühr­bar. Das ist ein Sicher­heits­risiko – mangelhaft.

Regel­mäßiges Entkalken ist ratsam

Verkalkt. In der Dampf­kammer des Philips SpeedCare lagerte sich vermehrt Kalk ab.Weitere Produkte hielten im Dauer­test nicht durch. Pro Modell prüften wir drei Geräte. Die Tester verwendeten Wasser mit 17 Grad deutscher Härte und entkalkten sie nach Gebrauchs­anleitung. Die Eisen wurden 240 Stunden mit maximaler Temperatur- und Dampf­einstellung geprüft.

Das AEG-Dampf­bügel­eisen fiel im Schnitt schon nach 105 Stunden des Dauer­tests aus. Die Bügel­stationen ohne Druck­boiler schafften durch­schnitt­lich 120 bis 140 Stunden. Drei davon – AEG, Clatronic und die baugleiche Bomann – empfehlen in ihren Gebrauchs­anleitungen spezielle Antikalk­patronen. Die kosten 10 beziehungs­weise 6 Euro und müssen regel­mäßig ausgetauscht werden. Dennoch setzte der Kalk diese Geräte vergleichs­weise schnell zu.

Ob mit oder ohne Antikalk­patrone: Alle Geräte sind regel­mäßig zu entkalken. Viele Dampf­bügel­eisen müssen dazu oft mit Voll­dampf über einem Wasch­becken durch­gepustet werden. Einfacher lassen sich in der Regel Stationen reinigen. Meist ist nur ein Kalk­sammelbehälter oder der Boiler auszuspülen. Zudem zeigen die meisten Stationen an, wann sie entkalkt werden müssen.

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