Bubble Tea Meldung

Nachdem die Stiftung Warentest sowie Kinder- und Jugend­ärzte vor dem Mode­getränk Bubble Tea gewarnt haben, reagiert jetzt auch Bundes­verbraucher­ministerin Ilse Aigner: Sie fordert Warnhinweise zur Verschluckungs­gefahr bei Kindern auf der Getränke­karte oder einem Schild neben dem Ausschank. Das berichtet heute die Rheinische Post. Die in den Mix­getränken enthaltenen Perlen und Stückchen können im schlimmsten Fall zu Erstickungs­anfällen führen, darauf wies auch der Schnelltest von Bubble Tea hin.

Verschluckungsgefahr für Kleinkinder

Schon im Februar hatte der Berufsverband der Kinder-und Jugendärzte geraten, dass Kleinkinder keinen Bubble Tea trinken sollten. Damit verbunden war die Forderung nach entsprechenden Warnhinweisen auf den Bechern und in den Läden. Das Modegetränk, das vor allem in Großstädten boomt, enthält sogenannte Toppings – Stärkekügelchen, mit Fruchtsirup gefüllte Perlen oder geleeartige Stückchen. Sie werden durch einen dicken Strohhalm gesaugt. Daran können sich auch Ältere verschlucken, besonders leicht aber geraten sie in die Luftröhre von kleinen Kindern – leichter noch als Erdnüsse, die Unter-Vier-Jährige auch nicht essen sollten. Im schlimmsten Fall besteht die Gefahr von Erstickungsanfällen. Die Verschluckungsgefahr bestätigte jetzt eine von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) in Auftrag gegebene Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung. Deshalb hat die Ministerin nun die betroffenen Wirtschaftsverbände angeschrieben und Hersteller und Verkäufer um einen möglichst bundeseinheitlichen, gut sichtbaren, leicht lesbaren und verständlichen Warnhinweis gebeten. Auch die zuständigen Überwachungsbehörden in den Bundesländern sollen die Firmen zu den Warnungen auffordern.

Bei anhaltendem Husten zum Arzt

Bekommen kleine Kinder nach dem Trinken von Bubble Tea eine plötzliche Hustenattacke, die anhält, sollten Eltern das als Warnzeichen ernst nehmen. Atemnot kann, muss aber nicht vorhanden sein. Das Kind sollte sofort mit dem Notarzt zur Lungenkontrolle in die nächste Kinderklinik.

Zucker und Koffein wie in Cola

Die Stiftung Warentest wies in ihrem Schnelltest Dickmacher aus Fernost, für den die Tester exemplarisch vier Sorten Bubble Tea der Ketten BoboQ und Boobuk untersuchten, auch auf den hohen Zuckergehalt der Getränke hin: Mit 50 bis 60 Gramm Zucker pro Becher (500 Milliliter) hatten drei Bubble Teas im Test etwa genau so viel Zucker wie die gleiche Menge Cola. Der Mangomilchtee von Boobuk enthielt sogar 90 Gramm, das sind 30 Stück Würfelzucker. Auch in puncto Koffein konnten die Bubble Teas, die Tee enthielten, mit Cola mithalten. Schon deshalb sollten Kinder keinen Bubble Tea trinken: Sie reagieren empfindlich auf Koffein und können etwa Herzrasen, Nervosität und Schlafstörungen bekommen.

Künstliche Farbstoffe nicht gekennzeichnet

Außerdem zeigte der Test, dass die bunte Farbe der Tees nicht aus Früchten stammte, sondern mitunter auf die Verwendung synthetischer Azofarbstoffe zurückzuführen ist. Sie stehen im Verdacht, bei Kindern zu Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsdefiziten zu führen. Werden sie verwendet, muss dazu seit Juli 2010 laut EU-Verordnung auf dem Etikett von verpackten Lebensmitteln ein Warnhinweis stehen. Das gilt aber nicht für Bubble Tea. Er wird an der Theke verkauft und zählt zu den unverpackten Lebensmitteln. Nur der Hinweis „mit Farbstoffen“ muss laut Zusatzstoffverordnung für den Verbraucher deutlich erkennbar sein. Die Tester fanden ihn allerdings meist erst in einer Liste der Inhaltsstoffe, die sie sich auf Nachfrage zeigen ließen. Wünschenswert wäre, dass auch der Warnhinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen.“ deutlich erkennbar in Bubble-Tea-Läden hängt.

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