Ute Brandt: Auf meiner monatlichen Gehaltsabrechnung kommt ein Gesamt-Brutto, ein Steuer-Brutto, ein KV/PV-Brutto und ein RV/AV-Brutto vor. Was ist damit gemeint?

Finanztest: Alles, was Sie von der Firma erhalten, ist auf Ihrer Gehaltsabrechnung aus einem anderen Blickwinkel angegeben. Das Gesamt-Brutto spiegelt alle Leistungen des Arbeitgebers wider, also das normale Bruttogehalt, eventuelle Überstundenzuschläge und auch steuerfreie Gelder wie Fahrtkostenzuschüsse für öffentliche Verkehrsmittel.

Das Steuer-Brutto zeigt Ihnen, wie viel Sie vom Gesamt-Brutto beim Finanzamt abrechnen müssen. Es ist der Bruttolohn, der steuerpflichtig ist. Sie müssen ihn aber nicht voll versteuern. Vorher gehen alle Freibeträge und Pauschalen ab, auf die Sie Anspruch haben. Diese sind in den Steuertabellen, aus denen sich Monat für Monat die Lohnsteuer ergibt, bereits berücksichtigt.

Die anderen Bruttos haben mit dem Finanzamt nichts zu tun. Sie können daran aber erkennen, bis zu welcher Höhe Ihres Lohns Beiträge zur Kranken- (KV), Pflege- (PV), Renten-(RV) und Arbeitslosenversicherung (AV ) fällig werden. Hierfür gibt es Obergrenzen, Beitragsbemessungsgrenzen genannt.

Sie liegen in diesem Jahr in der Kranken- und Pflegeversicherung bundesweit bei maximal 6.525 Mark Gehalt im Monat und in der Renten- und Arbeitslosenversicherung bei 7.300 Mark (neue Bundesländer) beziehungsweise 8.700 Mark (alte Bundesländer). Wer mehr verdient, kann den Rest beitragsfrei kassieren. An den Beiträgen zur Sozialversicherung beteiligt sich der Arbeitgeber zur Hälfte.

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