Das Antidepressivum Paroxetin mindert vermutlich die Wirksamkeit von Tamoxifen, das bei der Therapie von Brustkrebs eingesetzt wird, durch Hemmen eines Leberenzyms. Paroxetin wird gegen Depressionen und Angststörungen verwendet, unter anderem aber auch bei Hitzewallungen und Schweißausbrüchen, wie sie bei Frauen mit Brustkrebs unter ­Tamoxifen häufig auftreten. Eine Beobachtungsstudie in Kanada bringt die ­gemeinsame Einnahme der Medikamente mit einer erhöhten Sterberate an Brustkrebs in Verbindung. Das Medikament Fluoxetin wirkt nach dem gleichem Mechanismus, bei ihm konnte dagegen keine relevante Wechselwirkung gefunden werden. Weitere Studien seien aber notwendig. Antidepressiva wie MAO-Hemmer (Moclobemid, Bupropion, Duloxetin) wurden nicht untersucht. Empfehlung: Sicherheitshalber auf Antidepressiva mit Leberenzymhemmung verzichten. Wenn bei mit Tamoxifen ­behandelten Frauen mit Brustkrebs ein Antidepressivum (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) nötig ist, sollten Arz­neistoffe mit geringen Hemmwirkungen ­gewählt werden wie Citalopram oder Venlafaxin oder das Clomipramin.

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