Gesetzlich kranken­versicherte Frauen, die minderwertige Brust­implantate einge­setzt bekommen haben, müssen einen Teil der Kosten für die Entfernung selbst tragen. Das Sozialge­richt Berlin entschied, dass sich eine allein­erziehende Empfängerin von Arbeits­losengeld II mit 280 Euro an den Kosten von 4 100 Euro beteiligen muss (Az. S 182 KR 1747/12).

Die junge Frau gehört zu den welt­weit hundert­tausenden Geschädigten des französischen Herstel­lers Poly Implant Prothèse. Die Firma hatte Implantate aus gesund­heits­schädlichem Industriesilikon verkauft, der Firmengründer wurde zu vier Jahren Haft verurteilt.

Das Sozialge­richt erkannte an, dass die Entfernung medizi­nisch notwendig war. Die Kasse muss die Kosten aber nicht voll tragen, weil sich die Frau die Implantate mit 19 Jahren aus kosmetischen Gründen hatte einsetzen lassen. Treten nach Schön­heits­operationen Probleme auf, dürfen Kassen einen Teil der Kosten auf den Patienten abwälzen. Das gilt auch für Piercings oder Tätowierungen.

Das Einsetzen neuer Brust­implantate gilt ebenfalls als rein ästhetischer Eingriff. Die Kosten – weitere 4 100 Euro – musste die Patienten voll selbst tragen.

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