Bruchteilseigentum Abzocken mit der Arbeitnehmersparzulage

15.06.2004

Die Bundesnotarkammer warnt vor ­einer neuen Form des Immobilienvertriebs. Finanzvermittler überredeten Kunden, mithilfe der Arbeitnehmersparzulage nach dem 5. Vermögensbildungsgesetz einen Bruchteil an einer Immobilie zu finanzieren. Die erworbenen Bruchteile seien gewöhnlich sehr klein (ein Zwei-, Drei- oder gar ein Sechstausendstel) und von geringem wirtschaftlichen Wert, warnt die Bundesnotarkammer in Berlin.

Für den Verkauf brauchen die Initiatoren Notare, die die Bruchteilseigentümer ins Grundbuch eintragen, heißt es weiter. Denn die Finanzverwaltung gewährt die Arbeitnehmersparzulage für den Erwerb von Wohnungseigentum nur dann, wenn der Anleger im Grundbuch vorgemerkt ist.

Für Anleger haben Bruchteilskäufe keinen Sinn. Sie sind sogar hochproblematisch, sagte ein Vertreter der Kammer. Die Eintragung einer Vielzahl von Vormerkungen mache nicht nur das Grundbuch unübersichtlich, sondern die Immobilien auch so gut wie unverkäuflich.

Bei einem Verkauf müssten alle Bruchteilskäufer zustimmen. Denn jede Veräußerung setzt die Löschung der Vormerkungen voraus. Bei Anlageobjekten mit bis zu 6 000 Beteiligten sei dies fast unmöglich, weil Berechtigte zum Beispiel wegen Sterbefällen mit ungeklärter Erbfolge oder nach Wegzügen nicht ausfindig gemacht werden könnten.

15.06.2004
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