Brotbackautomaten Test

Einfacher und bequemer kommt frisches Brot nicht auf den Tisch. Gar nicht ideal: Das Severin-Gerät versagte nach kurzer Zeit, der Princess-Breadmaker wurde außen viel zu heiß.

Selber backen macht Spaß und man weiß, was in der Stulle steckt. Mit einem Brotbackautomaten kommt Brot stets frisch auf den Tisch, unab­hängig von Ladenöffnungszeiten, vom Einheitsbrei großer Brotfabriken oder langen Wegen zum nächsten Bäckermeister. Der Automat knetet die Zutaten, lässt den Teig gehen und bäckt ihn aus. Jedes Gerät verarbeitet sowohl Backmi­schun­gen als auch einzelne Zutaten – für Misch- und Vollkornbrote, für Kuchen, für Pizza. Rezepte – mal mehr, mal weniger – stehen in jeder Anleitung. Die sollte man zuerst ausprobieren, um sich mit den Arbeitsschritten und Einstellungen des Automaten vertraut zu machen. Eigene Kreationen sind auch möglich. Beim Unold Backmeister und dem Princess Silver Bread­maker lassen sich dafür sogar individuelle Abläufe programmieren.

Gerade Menschen, die zöliakiekrank sind und deshalb auf Klebereiweiß (Gluten) aus Weizen, Hafer und Roggen verzichten müssen, profitieren von der heimischen Backstube. Ein Extraprogramm für glutenfreies Backen oder wenigstens detaillierte Angaben dazu finden sich bei etlichen Geräten. In diesen Modellen haben wir eine glutenfreie Backmischung ausprobiert und waren überrascht, wie lecker die Diätbrote wurden (siehe Tabelle, unter „Backen“). Die besten glutenfreien Brote lieferten Clatronic BBA 2594 (baugleich mit Bomann CB 556 und Otto/Hanseatic) sowie der Unold Backmeister.

Drei bis fünf Stunden

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Alle Automaten arbeiten nach dem gleichen Prinzip: Im Innern des Gehäuses sitzt eine beschichtete rechteckige Backform mit einem oder zwei Knethaken. Dort hinein kommen die Zutaten – normalerweise zuerst die flüssigen, dann die festen. Der Hobbybäcker wählt nur noch das Programm und startet. Die nötige Hitze liefert ein Ringheizkörper im unteren Bereich des Backraums. Nach drei bis fünf Stunden ist das Brot fertig. Das ist nicht eben schnell, aber bequem und einfach.

Stulle mit Loch

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Preise für ein 750-g-Brot aus dem Backautomaten, dem Backofen und aus dem Laden. Die Zutaten für den selbst gemachten Teig kosten in unserem Beispiel 50 Cent, die Backmischung kostet 69 Cent.
Für den Strom kalkulierten wir 17 Cent pro Kilowattstunde. Anschaffungskosten für die Geräte sind nicht berücksichtigt.

Dafür muss man ein stets kastenförmiges Brot in Kauf nehmen – bedingt durch die Backform. Freigeschobene Varianten, wie sie der Bäcker bietet, gibt es hier nicht. Manche Schnitten haben zudem ein Loch vom Knethaken, der nach dem Backen herausgezogen werden muss. Weiteres Manko: Die typische Bräunung hat das Brot nur an den Seiten. An der Oberseite fehlt die Kruste, weil es keine Strahlungswärme von oben gibt wie im Backofen.

Mischbrot besser als Vollkorn

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Geschmacklich hat das Automatenbrot schon eher überzeugt. Profiverkoster begutachteten es nach den gleichen Kriterien wie handelsübliche Brote. Weizenmischbrot aus der Backmischung kam bei ihnen am besten an. Sie stuften es meist als „gut“ ein. Rosinenbrot mit Mandeln und Vollkornbrot, beides nach eigenem Rezept, überzeugten sie seltener. Kein Brotbackautomat bäckt alle Sorten gleichermaßen gut, sondern hat Stärken und Schwächen.

Schnell backen lohnt sich nicht

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Wer es eilig hat, kann bei den meisten Modellen ein Schnellprogramm wählen, das in rund ein bis zwei Stunden abläuft. Die Ruhephasen für den Teig sind kürzer, was dem Brot allerdings nicht gut bekommt. Die Laibe werden meist schlech­ter ausgebacken als im Normalprogramm, sind teilweise klitschig, schmecken vielfach roh, wenig aromatisch und teigig. In der Basiseinstellung gelingt das Brot aus der gleichen Backmischung (rund 60 Prozent Weizen, 40 Prozent Roggen) stets besser.

Beim Severin BM 3985 und dem baugleichen Neckermann-Modell gehts leider nur schnell und schlechter. In diesen einfachen Geräten mit nur drei Programmen und einer Bräunungsstufe bleibt Mischbrot blass mit dünner Kruste, die Krume (das Innere) ist fest und zäh. Kein Wunder, das Basisprogramm ist hier bereits nach 75 Minuten fertig und damit kürzer als die meisten Schnellprogramme der anderen Automaten. Weiß- und Körnerbrot sowie Vollkornvarianten dauern wesentlich länger, was zu immerhin mittelmäßigen Ergebnissen führt. Das Backen stuften wir deshalb insgesamt noch als „ausreichend“ ein. Weil dem Severin-Gerät jedoch im Dauertest die Puste ausging, kam es trotzdem am Ende nicht über ein „Mangelhaft“ hinaus.

Vorsicht, heiß!

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Heiß: Beim Princess Silver Breadmaker (oben) wird die Deckelhaube zum Verbrennen heiß, im Thermobild rot.

Das gleiche Schicksal ereilte den Princess Silver Breadmaker. Seine Metallhaube wird so heiß, dass man sich böse verbrennen kann. Die Messfühler registrierten vorn am Gehäuse über 120 Grad Celsius. Das ist nicht Stand der Technik. Schließlich schaffen es alle anderen Automaten, an der Außenfront unter 70 Grad zu bleiben. Heißer wirds manchmal nur am Deckel, an den Sichtfenstern und Lüftungsschlitzen. Topflappen nicht vergessen!

Keine Stromfresser

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Kalt: Dagegen bleibt das Gehäuse vom Panasonic SD 253 deutlich kühler (grüner Bereich).

Die Automaten im Test kosten rund 40 bis 180 Euro. Im Vergleich zur Backröhre verbrauchen sie deutlich weniger Strom, etwa ein Fünftel bis die Hälfte, je nach Modell und Programm. Die Stullen kosten so ein paar Cent weniger. Billiger als die vom Bäcker sind sie allemal – von teuren Zutaten aus dem Ökoladen abgesehen. Doch bis sich der Kauf bezahlt macht, heißt es: Viele Brote backen.

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