E-Post­brief: Briefe per E-Mail verschi­cken

Briefsendungen Meldung

Die Deutsche Post bietet jetzt den E-Post­brief an. Taugt er zum rechts­sicheren Versand von Schreiben?

Angebot. Kunden, die sich beim E-Post-Dienst anmelden und ihre Identität über­prüfen lassen, können E-Mails auf verschlüsseltem Weg zur Post schi­cken. Nach Post­angaben werden sie verschlüsselt weitergeleitet, wenn der Empfänger auch angemeldet ist. Ist er das nicht, druckt die Post die E-Mail aus, kuver­tiert sie und lässt sie vom Post­boten austragen. Der E-Post­brief kostet 55 Cent.

Vorteil. Der E-Post­brief ist bequem und erspart den Gang zum Brief­kasten. Zudem ist die Kommunikation vertraulicher als eine normale E-Mail.

Nachteil. Es ist ungewiss, ob die Versender für 55 Cent einen gerichts­festen Zugangs­nach­weis bekommen. Laut Post reicht es, wenn sie die E-Mail im Gesendet-Ordner aufhebt. „Dies, kombiniert mit einem Nach­weis der Post über die geschlossene Natur des Zustell­systems, gibt einen hinreichende Beweiskette, dass der Empfänger den Brief auch wirk­lich bekommen hat.“ Ob das im Streitfall auch Gerichte so sehen werden, ist unklar. Über­zeugender wird es sein, wenn Versender eine Versand- und Zustell­bestätigung der Post vorlegen. Die gibt es beim E-Post­brief auch, kostet aber mindestens 1,60 Euro extra.

Finanztest-Kommentar: Ob ein einfacher E-Post­brief einen Zugangs­nach­weis bietet, ist noch nicht klar. Wer den Dienst aus Gründen der Bequemlich­keit nutzen will, sollte bedenken, dass er auch Pflichten schafft. Das eigene Post­fach sollte man laut Deutsche Post jeden Tag checken. Sie meint, dass eintreffende E-Mails spätestens am Folgetag als zugegangen gelten. Das Verfahren ersetzt zudem nicht die Schriftform, die etwa bei der Kündigung eines Miet­vertrags Pflicht ist.

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