Millionen von Spielen gehen jährlich über die Ladentische – die meisten eingeschweißt und ungeöffnet. Wir haben für Sie in die Schachteln geschaut und die besten Spiele ausgesucht.

Einst funktionierten die alten Ägypter die flachen Tempeldächer zu Spieltischen um und ritzten dort Mühlefelder ein. Heute hat die Elektronik das Brettspiel erreicht. Mit „King Arthur“ stellt Ravensburger das erste Brettspiel mit elektronischer Intelligenz vor. Die steckt in einem faustgroßen Stein, spricht als Zauberer Merlin jeden Spieler persönlich an und merkt sich alle seine Spielzüge.

Ob Merlins krächzende Stimme eine kleine Spielrevolution einläutet, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall ist sie ein völlig neues Element. Bei Brett- und Kartenspielen gibt es das nicht so häufig. Jedes Jahr kommen rund 300 Spiele neu auf den deutschen Markt. In den meisten Fällen wird Bekanntes neu gemischt. Es ist wie beim Kochen: Die Zutaten sind im Großen und Ganzen dieselben, den Unterschied machen die gar nicht so kleinen Kleinigkeiten wie Gewürze. Wirklich neue Spielzüge haben in diesem Jahr beispielsweise „Clans“ und „Trias“.

Beratung Mangelware

Von den vielen Neuerscheinungen landet nur ein Bruchteil in den Läden. Das macht den Spielekauf aber nicht leichter. Selbst ein „Spiel des Jahres“ ist nicht für jeden ideal. Und gute Beratung wird klein geschrieben. Fachgeschäfte, in denen die wichtigsten Spiele offen zum Ausprobieren bereitstehen, kann man mit der Lupe suchen. Auch nur wenige Verkäufer kennen die Spiele aus eigener Erfahrung. In dem renommierten Berliner Kaufhaus KaDeWe kam es sogar vor, dass die Verkäuferin verstohlen in die Schublade griff, um sich im Katalog des größten deutschen Spielversenders „Adam spielt“ über das Angebot zu informieren.

So bleibt der potenzielle Käufer meist allein gelassen mit den eingeschweißten Schachteln, auf denen er Angaben zum Alter, zur Anzahl der Mitspieler und zur Dauer einer Runde findet. Über die Spielidee erfährt er meist wenig.

Wir haben die Schachteln geöffnet, gespielt und Neuerscheinungen ausge­wählt, die uns gefallen haben. Was sich für wen eignen könnte, lesen Sie auf den folgenden Seiten. Das „Spiel des Jahres 2003“ und das „Kinderspiel 2003“ sowie die dafür nominierten Spiele haben wir natürlich auch getestet.

Es ist eine bunte Mischung für Groß und Klein, angefangen von Kinderspielen ab 4 Jahre wie „Lauras Sternenspiel“ oder „Gulo Gulo“ über ausgesprochene Familienspiele wie „Dracheninsel“ und „Cäpt’n Clever“ bis hin zu anspruchsvollen Tüftel- und Taktikkombinationen, die vor allem für Freaks ihren Reiz ha­ben wie „Amun Re“ oder „Edel, Stein&Reich“. Es sind Spiele für zwei Personen wie „Crazy Chicken“ oder „Odins Raben“ oder für mehrere wie „Alhambra“, „Coloretto“ oder „Dracheninsel“. Gut auch, wenn Spiele nicht nur für die Kleinen ihren Reiz haben. Wie bei „Viva Topo“: Wenn die Mäuse vor der Katze fliehen, kann das ganze Familien zum Spielen bringen.

Von 7 bis 50 Euro

In unserer Auswahl sind billige Spiele für rund 7 Euro vertreten bis hin zu ganz teuren für 50 Euro wie „King Arthur“. Apropos Preise: Manchmal lohnt es sich zu warten. Vor allem in Kaufhäusern gibt es regelmäßig etwas ältere Spiele stark reduziert. Billiger sind Spiele auch oft über den Versandhandel. Und dort manchmal auch leichter zu bekommen. Denn das Angebot in Läden ist meist sehr begrenzt. Verlage und Versender finden Sie in „Adressen“. Darunter ist auch eine Adresse, bei der Sehbehinderte und Blinde umgearbeitete Spiele bekommen können.

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