Greensill Bank Sparer werden entschädigt

Greensill Bank - Sparer werden entschädigt
Greensill Bank in Bremen – hier geht aktuell niemand mehr ein und aus. © picture alliance / REUTERS / Fabian Bimmer

Die Finanz­aufsicht Bafin hat bei der Bremer Greensill Bank den Entschädigungs­fall fest­gestellt. „Sparer der Bank müssen nun binnen sieben Werk­tagen entschädigt werden“, erklärte ein Bafin-Sprecher. Die Rück­zahlung der Einlagen über­nehme die Entschädigungs­einrichtung deutscher Banken (EdB).

Was Sparer jetzt wissen müssen

Der Entschädigungs­fall wurde am 16. März 2021 von der Bafin fest­gestellt, nachdem das Amts­gericht Bremen auf Antrag der Aufsicht das Insolvenz­verfahren über die Bank eröffnet hat. Sorgen um ihre Einlagen müssen sich Sparer der Bank nicht machen. Ihre Erspar­nisse sind in Millionenhöhe abge­sichert.

Einlagen der Greensill Bank gut geschützt

Die Greensill Bank ist Mitglied in der EdB, die Einlagen in Höhe von 100 000 Euro schützt. Zusätzlich ist die Bank freiwil­liges Mitglied im Einlagensicherungs­fonds des Bundes­verbandes deutscher Banken (BdB). Dort sind Spar­einlagen in Millionenhöhe geschützt. Im Fall der Greensill Bank beträgt der Schutz 15 Prozent des haftenden Eigen­kapitals der Bank, hier knapp 75 Millionen Euro pro Person.

Einlagensicherung informiert Kunden

Betroffene Sparer der Greensill Bank müssen nicht selbst tätig werden. Sie werden auto­matisch von der Entschädigungs­einrichtung deutscher Banken (EdB) benach­richtigt. Die EdB prüft zunächst die Höhe der Ansprüche jedes einzelnen. Bei Anla­gebeträgen über 100 000 Euro pro Person arbeiten EdB und der freiwil­lige Einlagensicherungs­fonds des BdB eng zusammen. Die Sicherungs­töpfe von EdB und BdB werden durch jähr­liche Beiträge der Mitglieds­banken finanziert. Reicht das Geld nicht, können die Einrichtungen Sonderbeiträge erheben und Kredite aufnehmen.

So kam es zur Greensill-Pleite

Wie berichtet, war der Schock für viele Sparer der Bank am 3. März 2021 groß, als die Bafin die Greensill Bank in Bremen dicht­machte. Die Aufsicht, die zu dieser Zeit die Geschäfte der Bank prüfte, verhängte zunächst ein Veräußerungs- und Zahlungs­verbot (Moratorium), damit keine Vermögens­werte mehr aus der Bank abfließen können. Grund für die Maßnahme war, dass die Bank nicht in der Lage war, „bilanzielle Forderungen“ nach­zuweisen. Das Institut hat offen­bar Kredite ohne Wert vergeben.

Bei diesen Banken sind Spar­einlagen sicher

Sicherheit.
Finanztest empfiehlt nur Tages- und Fest­geld­angebote aus Ländern mit stabiler Einlagensicherung. Geht hier eine Bank pleite, sind mindestens 100 000 Euro pro Anleger und Bank gesetzlich garan­tiert. Bei der Greensill Bank ist sogar deutlich mehr geschützt (zum Vergleich Festgeld, zum Vergleich Tagesgeld).
Wirt­schafts­kraft.
Achten Sie bei Zins­anlagen darauf, dass die Bank aus einem wirt­schafts­starken Land kommt. Dann gibt es im Entschädigungs­fall keine Probleme. Im Vergleich Festgeld finden Sie eine Tabelle mit den Noten für die Wirt­schafts­kraft von allen EU-Ländern sowie Groß­britannien und Norwegen. Vor allem Zinsportale bieten auch Zins­angebote von Banken aus wirt­schafts­schwachen Ländern an. 
Insolvenz.
Sollte bei einer Bank die Insolvenz fest­gestellt werden, müssen Sie nicht selbst tätig werden. Sie werden von der zuständigen Sicherungs­einrichtung informiert. In Deutsch­land muss die Entschädigung binnen sieben Werk­tagen erfolgen. Im Ausland kann es bis zu 20 Tagen dauern.

Verbindlich­keiten sollen 3,3 Milliarden Euro betragen

Die Verbindlich­keiten der Greensill Bank, die neben Finanzierungen für Unternehmen auch Tages- und Fest­gelder angeboten hat, sollen sich auf 3,3 Milliarden Euro belaufen. Davon sollen etwa 1 Milliarde Euro Einlagen von Sparern sein. Zum Jahres­schluss 2020 belief sich die Bilanz­summe der Bank auf rund 4,5 Milliarden Euro. Nachdem sich die Anhalts­punkte für eine Schieflage der Bank häuften, hatte die Aufsicht zunächst am 3. März ein Moratorium über die Bank verhängt, das jetzt mit der Insolvenz der Bank und der Fest­stellung des Sicherungs­falles endete.

Diese Meldung ist am 12. März 2021 auf test.de erschienen und wurde zuletzt am 16. März aktualisiert. Ältere Kommentare können sich auf frühere Fassungen beziehen.

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