Von Thüringen bis zur Türkei: Kleine Bratwurst­kunde

Würste mit Bärlauch, mit Käse, Kalbs- und Puten­bratwürste – in der Grill­saison ist die Vielfalt groß. Die getesteten Bratwürste bestehen aus fein bis grob zerkleinertem Fleisch vom Schwein, in zwei Fällen auch etwas vom Rind.

Nürn­berger. Ihre Tradition reicht bis ins Jahr 1462 zurück. Auch heute stammen sie sicher von einem der rund 150 Nürn­berger Produzenten – die Herkunft ist durch EU-Recht geschützt. Im Schafs­darm (Saitling) muss Schweine­fleisch mit hohem Anteil an Muskel­fleisch stecken, Brät ist nicht erlaubt. Sie dürfen maximal 35 Prozent Fett enthalten, nur 7 bis 9 Zenti­meter messen, 20 bis 25 Gramm wiegen, sind mittel­grob und schme­cken nach Majoran.

Fränkische. Sie sind größer als die Nürn­berger. Traditions­metzger ver-arbeiten längs einen Fett­streifen und füllen die Wurst­masse in das Bändel (ein Teil vom Schweinedarm).

Thüringer. Für diese geschützte geografische Angabe muss mehr als die Hälfte der Rohstoffe aus Thüringen stammen. In die Rost­bratwürste kommt vorrangig Schweine­fleisch und manchmal Rind. Sie sind 15 bis 20 Zenti­meter lang, mittel­fein, wiegen 100 bis 150 Gramm und haben 15 bis 25 Prozent Fett. Sie schme­cken herz­haft würzig – abhängig von Rezeptur und Region nach Kümmel, Majoran oder Knoblauch.

Merguez. Nord­afrikanische Einwanderer haben sie vor allem in Frank­reich beliebt gemacht. Die rohen Würste aus Lamm und oft auch Rind sind grob und scharf gewürzt – unter anderem mit der Gewürzpaste Harissa, Kreuzkümmel, Knoblauch.

Sucuk. Die rohe türkische Wurst besteht aus Rind oder Kalb und Schaf. Knoblauch, Kreuzkümmel, weißer Pfeffer würzen sie scharf. Schmeckt gegrillt, aber auch scheibchen­weise in der Pfanne gebraten mit Rührei.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1563 Nutzer finden das hilfreich.