Bratwürste Test

Es geht um die Wurst. Genauer: die Brat­wurst. Fast drei Kilo­gramm gönnt sich jeder Deutsche im Jahr – etwa die Hälfte davon jetzt in der Grill­saison. Doch wer macht die beste Brat­­wurst im Land? Im Test: 19 gebrühte Bratwürste. Das Ergebnis: Fünf sind gut, darunter alle drei getesteten Nürn­berger und eine Thüringer.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuel­leren Test: Bratwürste.

Bratwürste 07/2010 - Aus dem Kühlregal

  • Aldi Nord / Feinstes vom Meister Feine Bratwurst Hauptbild Aldi Nord / Feinstes vom Meister Feine Bratwurst
  • Bratmaxe 5 Große Bratwürste Hauptbild Bratmaxe 5 Große Bratwürste
  • Chiemgauer Rostbratwürstl Bio Hauptbild Chiemgauer Rostbratwürstl Bio
  • Die Thüringer Thüringer Rostbratwurst Hauptbild Die Thüringer Thüringer Rostbratwurst
  • Eberswalder Rostbratwurst ohne Darm Hauptbild Eberswalder Rostbratwurst ohne Darm
  • Edeka / Gut & Günstig Bratwurst fein Hauptbild Edeka / Gut & Günstig Bratwurst fein
  • Howe Original Nürnberger Rostbratwurst Hauptbild Howe Original Nürnberger Rostbratwurst
  • Kaufland / Purland Rostbratwurst gebrüht Hauptbild Kaufland / Purland Rostbratwurst gebrüht
  • Lidl / Gebirgsjäger Rostbratwurst Hauptbild Lidl / Gebirgsjäger Rostbratwurst
  • Netto Markendiscount / Gut Ponholz Rostbratwurst Hauptbild Netto Markendiscount / Gut Ponholz Rostbratwurst
  • Ökoland Bratwurst Bioland Bio Hauptbild Ökoland Bratwurst Bioland Bio
  • Penny / Landfreund Rostbrat-Würstchen Hauptbild Penny / Landfreund Rostbrat-Würstchen
  • Real / Tip Bratwurst Hauptbild Real / Tip Bratwurst
  • Rewe / Ja! Original Nürnberger Rostbratwürstchen Hauptbild Rewe / Ja! Original Nürnberger Rostbratwürstchen
  • Schlütter's Echte! Original Nürnberger Rostbratwürste Hauptbild Schlütter's Echte! Original Nürnberger Rostbratwürste
  • Vinzenzmurr Echt bayerische Rostbratwurst Hauptbild Vinzenzmurr Echt bayerische Rostbratwurst
  • Wolf Original Thüringer Rostbratwurst Hauptbild Wolf Original Thüringer Rostbratwurst

Bratwürste 07/2010 - Aus der Theke

  • Metzgerei Zeiss Erichs Metzgerbratwurst
  • Schlemmermeyer Rost-Bratwurst Hauptbild Schlemmermeyer Rost-Bratwurst
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Kurz und gut

Sie sind nur 7 bis 9 Zenti­meter lang und 20 bis 25 Gramm schwer – Nürn­berger Rost­bratwürst­chen. Einer Legende nach sind sie einst so klein geraten, um durchs Schlüssel­loch des Nürn­berger Lochgefäng­nisses zu passen – Häftlinge bekamen sie zugesteckt. Schon Johann Wolfgang von Goethe schätzte die mittel­groben Würst­chen mit der typischen Majoranwür­zung. Er ließ sie sich nach Weimar schi­cken. Die Stiftung Warentest gibt Goethe Recht: Alle drei getesteten Nürn­berger sind gut: Die von Rewe/Ja!, Howe und Schlütter’s Echte!. Im Test von 19 gebrühten Bratwürsten schnitten sonst nur noch zwei andere gut ab: Die von Bratmaxe und die Thüringer Rost­bratwurst von Wolf.

Fleisch­qualität besser als vorgeschrieben

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Dass gerade Nürn­berger und Thüringer so gut abschneiden, mag daran liegen, dass sie regional geschützt sind (siehe Artikel Regional geschützte Lebensmittel) und deswegen höhere Anforderungen erfüllen müssen als x-beliebige Bratwürste. Das betrifft Zusammenset­zung, Fleisch­qualität und eben auch die Herkunft.Nürn­berger kommen ganz sicher von einem der rund 150 Produzenten in Nürn­berg. Thüringer müssen zu mehr als der Hälfte aus Thüringer Rohstoffen bestehen. Doch in Sachen Fleisch­qualität punkten alle Produkte im Test: Alle waren in diesem Punkt besser, als es die Leitsätze für Fleisch und Fleisch­erzeug­nisse vorschreiben. Die meisten enthielten reichlich wert­volles Muskel­fleisch und relativ wenig Bindegewebe. Ausschuss­ware, etwa Wurst­masse von geplatzten Würsten oder von abge­schnittenen Enden, wurde in keiner Wurst im Test wieder­ver­arbeitet.

Bratwurst von Aldi (Nord) enthält ZNS

In der feinen Bratwurst von Aldi (Nord) / Feinstes vom Meister wiesen die Tester geringe Mengen von Gewebe aus dem Zentralen Nerven­system (ZNS) nach. Es kann zum Beispiel aus dem Rückenmark oder Hirn stammen. Zum Hintergrund: Seit der BSE-Krise verarbeitet die deutsche Fleisch­industrie solche Teile vom Tier laut Leitsätzen nicht mehr – vorsorglich. Die Stiftung Warentest entwarnt aber: Das ZNS-Gewebe in der Aldi (Nord)-Bratwurst ist kein Risikomaterial. Das haben die Analysen gezeigt. Denn in der Wurst wurde ausschließ­lich Schwein verarbeitet, und bei Schweinen sind BSE-Infektionen nicht bekannt.

Keime am Ende der Mindest­halt­barkeit

Mikrobiologisch waren die meisten Bratwürste einwand­frei. In den Rost­bratwürst­chen von Penny / Land­freund, in der feinen Bratwurst von Edeka / Gut & Günstig und den Bio-Rost­brat­würstln von Chiemgauer steckten dagegen am Ende der Mindest­halt­barkeit viele Milchsäurebakterien und andere Keime. Die Theken-Rost­bratwürste von Schlemmermeyer waren direkt nach dem Kauf bereits mikrobiologisch grenz­wertig. Krank­heits­erreger gab es aber in keiner Wurst im Test.

Abzüge bei Geschmack und Geruch

Der Verderb ist je nach Keimart und -anzahl nicht immer zu riechen oder zu schme­cken. Auch Grillaromen und Gewürze können einiges kaschieren. So rochen die Penny-Würst­chen vor dem Grillen deutlich säuerlich, danach waren sie unauffäl­lig. Die von Edeka und Chiemgauer konnten den Verderb auch gegrillt nicht verbergen. Bei drei anderen spürten die Tester vereinzelt Knorpel­teilchen. Das gab Abzüge in der sensorischen Beur­teilung – ebenso beim zähen, schwer zerkaubaren Darm der Bratwurst der Metzgerei Zeiss.

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