Bratwürste Test

Sommerzeit ist Grillzeit. Saftige, goldbraun gegrillte Würstchen sind auf jeder Grillparty ein Renner. Doch welche Wurst gehört auf den Rost? Die Auswahl ist groß: Abgepackt im Vierer-, Fünfer- oder Zehnerpack liegen sie im Supermarktregal und - praktisch für Spätentschlossene - auch im Kühlfach der Tankstelle. Wer Schweinefleisch nicht mag, greift einfach zur Geflügelwurst. Stiftung Warentest hat 25 gebrühte Grill-Bratwürste getestet. „Sehr gut“ war keine Wurst, eine sogar „mangelhaft“.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Bratwürste

Unzureichende Hygiene

Bei abgepackten Bratwürsten kaufen Kunden die Katze im Sack. Erst beim Öffnen der Verpackung stellt sich heraus, ob es die richtige Wahl war. Nicht nur das Wetter, sondern auch schlechte Grillware verderben schnell die Party im Freien. Doch diese Gefahr ist nicht wirklich groß: Immerhin 16 der 25 getesteten Grill-Bratwürste sind „gut“. Nur mit einer Wurst im Test machen Grillfans einen echten Fehlgriff. In der Hübelkamp Bratwurst von Aldi Nord fanden die Prüfer am Mindesthaltbarkeitsdatum auffällig viele, Verderbnis verursachende Bakterien, ebenso Darmkeime - ein Hinweis auf unzureichende Hygiene. Das sollte keinem Wurst sein. Deshalb: „mangelhaft“.

Gutes vom Grill

Beim Wurstcheck stellen sich die Prüfer unter anderem drei Fragen: Wie schmeckt sie? Schmeckt die Wurst am Mindesthaltbarkeitsdatum noch appetitlich? Wie fett ist sie? Eine in allen Fällen „gute“ Entscheidung sind Bratmaxe von Meica. Sie sind das beste Produkt im Test. Dicht dahinter liegen die Würste von Brennecke, Ökoland, Zimbo und Zimmermann. Stiftung Warentest hat nicht nur Schweinefleisch-Produkte, sondern auch solche aus Geflügelfleisch getestet. Hier werfen Qualitätsbewusste am besten Produkte von Gutfried und Wiesenhof Bruzzzler auf den Rost.

Unappetitliches für Nase und Gaumen

Einige Bratwürste rochen und schmeckten am Mindesthaltbarkeitsdatum säuerlich. Nicht nur die - insgesamt „mangelhaften“ - Hübelkamp von Aldi Nord. Auch die Chiemgauer Rostbratwürstl, die Friki Truthahn-Mini-Rostbratwurst und RoBert's Bio-Geflügel-Bratwurst. Das Säuerliche ist ein Zeichen dafür, dass der Verderb bereits im Gange ist. Denn Milchsäurebakterien verursachen bei starkem Wachstum diesen unangenehmen Geruch und Geschmack. In puncto sensorische Fehlerfreiheit gibt das gerade mal „ausreichend“.

Viele, aber keine schlimmen Keime

Erst einmal Entwarnung: Keime finden sich in fast jedem Lebensmittel. Alle Würste waren noch genießbar. Milchsäurebakterien vermiesen „nur“ den Geschmack und den Geruch. Dennoch: In fünf Schweinefleisch-Bratwürsten waren so viele Keime, dass der Verderbnisprozess bereits angefangen hatte. Gerade wenn bei der Herstellung zu viele Keime überleben, können sie sich unter günstigen Bedingungen schnell vermehren. Deshalb erhitzen manche Hersteller die bereits abgepackte Ware. Dadurch töten sie die Keime. Doch auch die Hygiene ist wichtig. Krankheitserreger sind schlimmer als die Milchsäurebakterien: Schlütter's Echte Original Nürnberger Rostbratwürste enthielten Staphylokokken. Glücklicherweise war ihr Anteil so gering, dass keine unmittelbare Gesundheitsschädigung zu erwarten ist.

Ganz schön fettig

Wie nicht anders zu erwarten, gehören Grill-Bratwürste nicht auf einen Diätplan. In 100 Gramm stecken rund 20 bis 35 Gramm Fett. Männer sollten am Tag nicht mehr als 80 Gramm Fett, Frauen nicht mehr als 60 Gramm zu sich nehmen. Wenn mittelgroße Würstchen, wie zum Beispiel Brennecke, auf dem Grill liegen, dürfen Männer drei Mal und Frauen zwei Mal zugreifen. Dann ist die Tagesration Fett bereits komplett erreicht. Wer mehr essen möchte, aber nicht mehr Kalorien zu sich nehmen will, kann etwa zu Gutfried Truthahn Bratwürsten greifen. Die enthalten gerade mal die Hälfte des Fettgehalts der Brennecke-Würstchen.

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