Brandschutz Meldung

Lautlos wie Diebe in der Nacht töten Brände jedes Jahr Hunderte von Menschen durch Rauchgase im Schlaf. Schon einfache Melder an der Zimmerdecke würden Leben retten.

Am Pfingstmontag entdeckte ein Polizeibeamter in Frankfurt am Main Rauch und Flammen hinter einem Fenster. Seine Aufmerksamkeit rettete zwei kleinen Mädchen das Leben. Grund für den Wohnungsbrand war ein Stück Bratenfleisch, das Feuer fing, weil die Mutter es auf dem Herd vergessen hatte. Brände können hunderterlei Ursachen haben. Allzu oft gibt es kein Happyend: Zwischen 600 und 1.000 Menschen verlieren jährlich durch Brände ihr Leben. Schätzungsweise 10.000 erleiden schwere und schwerste Verbrennungen. Die Sachschäden erreichen Größenordnungen um die sechs Milliarden Mark.

Trotzdem wird vorbeugender Schutz vor Bränden, wie beispielsweise die einfache Installation von Rauchmeldern, in Deutschland kaum praktiziert. Vielleicht sind deshalb in Deutschland mehr Feuerwehrleute im Einsatz ­ auch die Freiwilligen zählen mit ­ als sonstwo in Europa. 1,2 Millionen stehen Schlauch bei Fuß bereit. England beispielsweise kommt mit gut 60.000 Mann zurecht. Nur: Die Feuerwehr kommt erst, wenn es brennt. Und dann ist es für viele Menschen sehr oft schon zu spät. Dass die Zahl der Opfer so hoch ist, liegt auch daran, dass viele denken, wenn es mal brennt, hätten sie immer noch genügend Zeit, um sich zu retten.

Der Irrtum kann tödliche Konsequenzen haben. In zwei Dritteln aller Fälle überrascht das Feuer seine schlafenden Opfer in der Nacht. Und: Fast alle Brandtoten fallen nicht den Flammen, sondern den giftigen Rauchgasen zum Opfer, die schon in der Schwelbrandphase entstehen. Die geruchlosen Gase Kohlenmonoxid und Kohlendioxid wirken schon nach einigen wenigen Atemzügen betäubend ­ die Schlafenden werden vom Rauch nicht etwa wach, sondern bewusstlos, und nur ein Wunder kann sie dann noch retten.

Um dem lautlosen Rauchgastod zu entgehen, gibt es vor allem ein bewährtes Mittel: Brandmelder oder genauer gesagt Rauchmelder. Der laute Alarm der kleinen runden Wächter an der Zimmerdecke warnt auch Tiefschläfer rechtzeitig und gibt ihnen den nötigen Vorsprung. Zeit ist der entscheidende Faktor. Die meisten Feuer breiten sich nämlich rasend schnell aus.

Schon nach Sekunden können Teile der Wohnungseinrichtung in Flammen stehen. Bald erreicht die Raumtemperatur mehrere Hundert Grad Celsius. In kürzester Zeit sind ganze Häuser verqualmt. Das Treppenhaus eines Einfamilienhauses kann bereits nach 30 Sekunden so sehr verraucht sein, dass man sich auch in der vertrauten Umgebung nicht mehr zurechtfindet.

Anders als beispielsweise in den USA, England oder Schweden fristen Rauchmelder in Deutschland ein kümmerliches Dasein am Rande des öffentlichen Bewusstseins. Dabei sind sie mit Preisen zwischen 50 und 100 Mark pro Stück nicht einmal besonders teuer, und mehr als ein Bohrer, zwei Dübel und zwei Schrauben sind nicht nötig, um sie an der Decke zu befestigen.

Dort sind sie am besten in der Raummitte oder mindestens einen halben Meter von der nächsten Wand entfernt aufgehoben. Strom aus dem Netz brauchen sie nicht, denn eine Batterie versorgt sie mit Energie. Rauchmelder gibt es in Warenhäusern, Baumärkten, im Versand- und natürlich auch im Fachhandel für Brandschutztechnik. Eine Liste zertifizierter Heimrauchmelder ist über www.vds.de abrufbar.

So funktionieren Rauchmelder

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Eine runde Sache: Rauchmelder sind nicht teuer und lassen sich mit zwei Schrauben an der Decke befestigen.

Die Geräte unterschiedlicher Hersteller arbeiten grundsätzlich nach gleichen oder ähnlichen Methoden. Rauchmelder sind im Wesentlichen kleine, meist runde Messkammern, in denen in kurzen Intervallen eine Lichtquelle eingeschaltet wird. Treten Rauchpartikel in die Messkammer ein, aktiviert das dabei entstehende Streulicht eine Fotozelle, die den Alarm auslöst.

Als Mindestschutz sollte wenigstens ein Rauchmelder pro Wohnung an zentraler Stelle, beispielsweise im Flur, montiert werden. Für mehrstöckige Häuser oder Wohnungen gilt als Minimum ein Rauchmelder pro Etage vor dem Schlafbereich. Besser ist es, Flur, Schlaf- und Kinderzimmer mit jeweils einem Melder zu bestücken. Küche und Bad sollten ausgenommen werden, da Wasserdampf und Küchendunst zu Fehlalarmen führen können.

Hat der Melder Alarm geschlagen, heißt es zügig handeln: Alle Mitbewohner aufrütteln und zum nächsten Ausgang gehen. Nicht aufhalten, um etwas mitzunehmen. Schnellstmöglich Hilfe holen beziehungsweise die Feuerwehr von außerhalb der Wohnung rufen. Die Nummer der Feuerwehr ist 112. Wer 110 wählt, landet zuerst mal bei der Polizei, was zu Verzögerungen führen kann. Beim Verlassen der Wohnung jede Tür schließen, durch die man läuft.

Ist viel Rauch im Zimmer, ein ­ möglichst nasses ­ Tuch vor Mund und Nase halten und runter auf den Boden, um kriechend davonzukommen. In Bodennähe ist die Luft noch relativ unverqualmt, Rauch und Hitze steigen nach oben, die Sicht ist unten besser. Bei Orientierungsproblemen immer an der Wand lang vorantasten. Kann man die Wohnung nicht verlassen, in eines der Zimmer gehen, Tür schließen (Ritzen mit Textilien etc. gegen Rauch verstopfen) und am Fenster um Hilfe rufen.

Feuerlöscher

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Ist der Brand noch im Anfangsstadium, kann ein Feuerlöscher Retter in letzter Minute sein. Für die Wohnung sind Schaumlöscher empfehlenswert, weil sie ­ anders als Pulverlöscher ­ die Räume in einem bewohnbaren Zustand zurücklassen. Die Schaumreste sind relativ leicht entfernbar.

Ein Schaumlöscher sollte zur Grundausstattung jeder Wohnung gehören. Aber zwei Kilo reichen selten. Besser ist ein Sechs-Kilo-Löscher. Preis: Etwa 300 Mark. Damit im Eifer des Gefechts auch alles klappt, ist es nötig, die wichtigsten Punkte der Bedienungsanleitung immer wieder mal zu studieren. Feuerlöscher-Hersteller bieten manchmal Übungskurse an, denn beim Löschen lässt sich vieles falsch machen.

Infos

: Bundesverband Feuerlöschgeräte, Tel. 09 31/35 29 20 oder www.bvfa.de

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