Botox Das müssen Sie wissen

Botox - Das müssen Sie wissen
Frischer aussehen. Wer ungeliebte Mimikfalten hat, kann sie mit Botulinumtoxin behandeln lassen. © Pablo Castagnola

Ästhetische Eingriffe mit Botox boomen. Wer es sich gegen Falten spritzen lässt, kann frischer aussehen. Ohne Risiko ist das nicht. Darum gilt: Vorab gut informieren.

Inhalt

Mehr Botox-Behand­lungen in der Corona-Pandemie

Falten auf der Stirn, um die Augen oder den Mund herum – manche stört, was sie im Spiegel erbli­cken. Sie möchten jünger aussehen – so, wie sie sich fühlen. Immer mehr helfen mit Spritzen nach. Rund 380 000 Injektions­behand­lungen mit Botulinumtoxin nahmen allein ästhetisch-plastische Chirurgen 2019 in Deutsch­land vor, so die Interna­tionale Gesell­schaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie. In der Pandemie stieg die Nach­frage noch, auch bei Männern.

Das bietet das Botox-Special der Stiftung Warentest

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Die wichtigsten Informationen zum Thema Botox finden Sie im kostenfreien Bereich dieses Specials. Hier ordnen die Gesund­heits­experten der Stiftung Warentest Effekte, Grenzen, Risiken und Neben­wirkungen von Botox-Injektionen ein und sagen, welche rezept­pflichtigen Arznei­mittel zur Behand­lung von Zornesfalte und Krähenfüßen zugelassen sind.
Kosten­pflichtig.
Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Artikel aus test 11/2021. Darin gehen wir auch ausführ­lich auf das Thema Hyaluronsäurebe­hand­lungen ein. Wir erklären, welche Rechte Patientinnen und Patienten bei ästhetischen Eingriffen haben. Eine Dermatologin sagt im Interview, was bei der Arzt­wahl wichtig ist und ob sich mit Botox auch einzelne störende Falten wegspritzen lassen. Außerdem geben wir Tipps, wie Sie vorzeitiger Hautalterung vorbeugen können.

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Botulinumtoxin gegen Mimikfalten

Was ist Botox und wie wirkt es? Botox ist die geschützte Marke eines Medikaments, das nur für medizi­nische Zwecke zugelassen ist, etwa bei bestimmten Muskel­verkrampfungen. Der Duden nennt Botox aber auch als Kurz­wort für Botulinumtoxin, das zum Faltenglätten gespritzt wird. Das von Bakterien produzierte Nervengift wurde bekannt als Ursache von Lebensmittelvergiftungen. Hoch verdünnt in die Haut gespritzt, lähmt es Muskeln und glättet so Mimikfalten, die durch Muskelbewegung entstehen.

Tipp: In unserer Daten­bank Medikamente im Test lesen Sie, wie wir Botox als Arznei­mittel bei chro­nischer Migräne und lokal begrenzten Muskel­verkrampfungen bewerten.

Nur Ärzte dürfen Botox spritzen

Botox - Das müssen Sie wissen
Typische Anwendungs­gebiete. Mit Botulinumtoxin lassen sich etwa Stirn- und Zornesfalten glätten. © Getty Images / Stiftung Warentest (M)

Medizi­nische Laien wie Kosmetikerinnen oder Heilpraktiker dürfen keine Eingriffe mit Botox durch­führen. Denn Mittel mit Botulinumtoxin A für ästhetische Behand­lungen sind rezept­pflichtige Medikamente. Sie sind zugelassen zur Behand­lung von Zornesfalte und Krähenfüßen, zwei Präparate zusätzlich auch gegen Stirnfalten. Für andere Anwendungs­gebiete wie Oberlippenfalten, die Anhebung der Augen­brauen oder herab­ziehende Muskeln am Mund gibt es keine Zulassung. Ästhetische Behand­lungen in diesen Bereichen liegen in der ärzt­lichen Verantwortung.

Tipp: Erste Anlauf­stelle sind Fach­ärzte und -ärztinnen für Dermatologie sowie für Plastische und Ästhetische Chirurgie. Sie sollten außerdem eine Weiterbildung für ästhetische Injektions­behand­lungen absol­viert haben. Nutzen Sie die Arzt­suche auf den Webseiten von Fachgesell­schaften wie der Arbeitsgemeinschaft Ästhetische Dermatologie und Kosmetologie, der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen oder der Deutschen Gesellschaft für ästhetische Botulinum- und Fillertherapie.

Rund vier bis sechs Monate wirk­sam gegen Falten

Botulinumtoxin A: Gegen Mimikfalten

Die Wirkung von Botulinumtoxin setzt nach 12 bis 24 Stunden ein und erreicht ihr Maximum nach etwa zwei Wochen. Dann bleibt sie für rund vier bis sechs Monate bestehen, bei regel­mäßigen Injektionen teils auch länger. Ohne Auffrischung treten die Falten wieder auf.

Präparate

Rezept­pflichtige Arznei­mittel: Azzalure ist zur Behand­lung von Zornesfalte und Krähenfüßen zugelassen. Bocouture und Vistabel sind zur Behand­lung von Zornes-, Stirnfalten und Krähenfüßen zugelassen.1 Für andere ästhetische Behand­lungen gibt es keine Zulassung, sie liegen in der ärzt­lichen Verantwortung.

Effekte

Muskeln, die für Mimikfalten verantwort­lich sind, werden gelähmt oder in ihrer Tätig­keit etwas gehemmt. Vor allem im Bereich des Mundes ist die Beweglich­keit der Muskeln weiterhin notwendig, um essen, trinken oder klar sprechen zu können.

Grenzen

Statische Falten wie Nasolabialfalten, die alters­bedingt wegen nach­lassender Spann­kraft entstehen, können nicht behandelt werden. 

Dauer der Wirkung

Maximale Wirkung nach etwa zwei Wochen. Dauert rund 4 bis 6 Monate an, bei regel­mäßiger Behand­lung teils länger. Ohne Auffrischung treten Falten wieder auf.

Mögliche Neben­wirkungen

Für wenige Tage: Blut­ergüsse, Rötungen, Juck­reiz. Für 2 bis 4 Wochen, je nach Injektions­ort: Aussprache-, Trink- und Essprobleme, hängendes Oberlid, abge­sackte Augen­braue – wenn zu nah an falschen Muskeln injiziert. 

Risiken, insbesondere bei nicht fachgerechter Durch­führung

Abszesse (durch mangelnde Desinfektion oder nach­trägliche Entzündung). Für die gesamte Wirk­dauer: Unharmo­nisches Zusammen­spiel der Gesichts­muskulatur, etwa hoch­gezogene Augen­braue oder Hängelid. 

Preise

Etwa 300 bis 600 Euro.2

1
Weitere Präparate (Botox, Dysport, Neurobloc, Xeomin) sind für medizi­nische Anwendungen zugelassen, Ärzte können sie auf eigene Verantwortung und mit Einverständnis des Patienten auch zur ästhetischen Behand­lung anwenden.
2
Orientierungs­rahmen laut Deutscher Gesell­schaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie.

Botox glättet effektiv

Sicherheit und Wirk­samkeit von Botulinumtoxin-A-Präparaten für ästhetische Behand­lungen sind gut untersucht. Das unabhängige Cochrane-Netz­werk veröffent­lichte im Juli 2021 eine systematische Studienauswertung. Forschende sichteten dafür 65 Studien mit fast 15 000 Beteiligten und kamen zu dem Schluss, dass Botulinumtoxin effektiv Falten im Gesicht glättet. Am besten nachgewiesen sei das für die Zornesfalte.

Neben­wirkungen: Von Blut­ergüssen bis Hängelid

Wer über eine Behand­lung nach­denkt, fragt sich, ob Botox gefähr­lich ist. Laut der Cochrane-Analyse kommen unerwünschte Wirkungen selten vor. Eine der häufigsten ist demnach ein hängendes Augen­lid. Mit Tropfen lässt es sich etwas anheben. Außerdem kann es zu einem unharmo­nischen Gesichts­ausdruck kommen, etwa einer hoch­gezogenen Augen­braue. Schlimms­tenfalls müssen Betroffene damit leben, bis die Wirkung nach­lässt.

Je nach Injektions­ort sind auch Aussprache-, Trink- oder Essprobleme für zwei bis vier Wochen möglich, wenn Botulinumtoxin zu nah an falschen Muskeln gespritzt wird. Darüber hinaus kann es – auch bei fachgerechter Injektion – zu Blut­ergüssen und Rötungen kommen. Spät­folgen durch Botox sind eher nicht zu befürchten.

Tipp: Verzichten Sie nach der Behand­lung ein bis zwei Wochen auf Sport, Sauna, Kosmetikbe­hand­lung. Drücken Sie nicht im Gesicht herum: Keime könnten zu einer Infektion führen.

Was eine Botox-Behand­lung kostet

Die Preise für Botoxbe­hand­lungen variieren und sind von verschiedenen Faktoren abhängig, etwa vom genutzten Präparat, von der zu behandelnden Gesichts­region, von der verwendeten Menge sowie von den jeweiligen Praxen und Kliniken. Die Deutsche Gesell­schaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie gibt als Orientierung Kosten von 300 bis 600 Euro pro Botox-Behand­lung an.

Faltenglättung stärkt das Selbst­wert­gefühl

Welche Erfahrungen machen Menschen mit Botox, erfüllen die Behand­lungen ihre Erwartungen? Studien zeigen: Die meisten Menschen sind zufrieden nach einer Falten­unter­sprit­zung mit Botulinumtoxin – erst recht bei einer Kombinations­behand­lung mit Botox und Hyaluronsäure. Die Faltenglättung erhöht nach­weislich das Selbst­wert­gefühl. Menschen mit gestörter Selbst­wahr­nehmung hilft jedoch kein Schön­heits­eingriff, sondern psycho­logische Betreuung. Es liegen aber keine Hinweise vor, dass Botox-Nutze­rinnen vermehrt solche Störungen aufweisen. Die Entscheidung zum Eingriff wird meist selbst­bestimmt gefällt – und danach nicht bereut.

Wann eine Botox-Behand­lung nicht infrage kommt

Bestimmte neurologische Erkrankungen, Allergien oder Unver­träglich­keiten gegen Inhalts­stoffe der Präparate und Auto­imm­unerkrankungen sprechen gegen eine Behand­lung mit Botulinumtoxin. Auch für Schwangere und Stillende ist Botox tabu.

Zeit nehmen für die Entscheidung

Interes­sierte sollten die Risiken der freiwil­ligen Anti-Aging-Eingriffe nicht unterschätzen, sich für Arzt­wahl und Beratung Zeit nehmen. Zudem sollten sie sich klar machen, dass für lang­fristige Effekte regel­mäßige Behand­lungen nötig sind: Das bedeutet auf Dauer hohe Kosten – und bei jeder Behand­lung wieder ein Risiko.

Tipp: „Botox to go“ ist keine gute Idee. Lassen Sie sich nicht direkt nach einer Beratung behandeln. Holen Sie bei Unsicherheiten eine Zweitmeinung ein. Falls Sie sich für einen Eingriff entscheiden, fangen Sie vorsichtig mit einer kleinen Behand­lung an.

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