Boots­kasko­versicherung Meldung

Ein Boots­eigentümer erhält für seine zerstörte Yacht von der Boots­kasko­versicherung 70 Prozent des Wertes, das sind rund 97 790 Euro. Auf 30 Prozent Schaden­ersatz muss er verzichten, weil er das Steuer verlassen und grob fahr­lässig den Schaden mitver­ursacht hatte. Der Versicherer hatte seine Zahlung sogar um 80 Prozent kürzen wollen.

Die Geschichte des Unglücks ist filmreif: Der Skipper ist allein in der türkischen Ägäis unterwegs. Richtung Hafen stellt er auf Auto­pilot. Die Geschwindig­keit beträgt etwa 48 Kilo­meter pro Stunde. Als der Skipper ein klapperndes Geräusch hört, verlässt er das Steuer, um nach­zusehen und stürzt über Bord. Ein Fischerboot rettet ihn. Die Yacht zerschellt führer­los an einem Felsen.

Wegen grober Fahr­lässig­keit kürzt der Versicherer seine Leistung zunächst um 80 Prozent und bekommt vor Gericht Recht. Die nächste Instanz, das Ober­landes­gericht Köln, entscheidet anders. Die Richter finden eine Kürzung von nur 30 Prozent angemessen. Ein erfahrener Skipper habe seine Fähig­keit, die Situation zu beherr­schen, über­schätzt. Die grobe Fahr­lässig­keit liege im unteren Bereich (Az. 9 U 225/13).

Meldung am 21.11.2014 korrigiert.

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