Bonuszertifikate Meldung

Bonuszertifikate wurden Tausenden Sparern als Schutz vor Kursschwankungen verkauft. Doch nach dem Börsencrash drohen Verluste.

Sturz: Viele Banken haben Anlegern mit dem Wunsch nach einer sicheren und rentierlichen Geldanlage Bonus­zertifikate empfohlen. Sie versprechen sichere Renditen trotz unsicherer Börsen. Nun, mit dem Kurssturz, ist der Ernstfall da – und in vielen Fällen drohen Verluste.

Chance: Bonuszertifikate werben damit, dass sie am Ende einer festen Laufzeit eine attraktive Rendite garantieren, ähnlich einem festverzinslichen Wertpapier. Gleichzeitig wollen sie die Chancen des Aktienmarktes nutzen. Dafür ist das Zertifikat an eine Aktie oder einen Aktienindex geknüpft.

Beispiel: Einem Zertifikat liegt eine Aktie mit 100 Euro Kurswert zugrunde. Ob die Aktie etwas sinkt oder steigt, kann dem Sparer egal sein: Er erhält den Nennwert des Zertifikates plus einen Bonus von 5 Euro zurück, egal wie die Aktie am Ende der Laufzeit genau steht. Läuft sie sehr gut, beteiligen ihn manche Zertifikate sogar an dem Kursge­winn, der über den Bonus hinausgeht.

Grenze: Den Bonus gibt es nur, wenn die Aktie nie unter eine Grenze fällt, im Fall oben zum Beispiel 60 Euro. Liegt sie auch nur ein Mal darunter, ist der Bonus futsch. Die Grenzen sind so niedrig, dass ein Unterschreiten undenkbar scheint.

Ernstfall: Doch schon an ganz normalen Tagen rutschen allein an der Stuttgarter Börse etwa 50 Bonuszertifikate unter ihre Grenze. Beim Crash am 21., 22. und 23. Januar waren es insgesamt rund 6 000. Das Problem: Dann ist nicht nur der Bonus futsch, sondern das Zertifikat folgt künftig dem Kurs der Aktie. Liegt der im Beispiel oben am Ende der Laufzeit bei 80 Euro, macht der Sparer 20 Prozent Verlust.

Tipp: Lassen Sie sich nicht von niedrigen Untergrenzen blenden. Selbst in den letzten fünf guten Börsenjahren sind zahlreiche Aktien zeitweilig um 60 Prozent und mehr gefallen. Wer eine sichere Geldanlage sucht, sollte festverzinsliche Wertpapiere wählen.

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