Das Finanzgericht Düsseldorf ist der ­Finanzverwaltung in die Parade gefahren: Telekom-Aktionäre müssen Bonusaktien nicht als Kapitalertrag versteuern. Gegen die Besteuerung hatte ein Ehepaar geklagt. Es bekam gratis Aktien zugeteilt, weil es T-Aktien aus dem zweiten Börsengang bis Ende 2001 hielt. Das ­Finanzamt wollte das als Einnahme aus Kapitalvermögen mit 43,40 Euro je Aktie versteuern.

Die Treueaktien seien aber kein steuerpflichtiges Entgelt wie zum Beispiel Zinsen, analysierten die Richter, sondern nur ein Preisvorteil (Az. 2 K 4068/01 E, Entscheidung unter www.fg-duesseldorf.nrw.de Stichwort Presse/Aktuell veröffentlicht).

Geht das Verfahren weiter vor den Bundesfinanzhof und die obersten Richter schließen sich der Meinung des Finanzgerichts an, brauchen T-Aktionäre des zweiten Börsengangs den Treuebonus nicht zu versteuern. Davon profitieren viele aber gar nicht mehr, weil ihr Steuerbescheid für das Jahr 2000, in dem sie die Bonusaktien der zweiten Tranche abrechneten, schon bestandskräftig ist.

Tipp: T-Aktionäre des dritten Börsengangs, die im Januar 2002 die Gratis­aktien erhielten, und Frühzeichner der Aktie Gelb der Deutschen Post (Bonusprogramm läuft im Dezember) sollten das Verfahren verfolgen. Bei positivem Ausgang muss die Finanzverwaltung ihre Auffassung korrigieren.

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