Bohr­maschinen im Test

FAQ Bohren und Schrauben: So klappts mit der Bohr­maschine

20.02.2021
Bohr­maschinen im Test - Die besten für Beton und dicke Bretter
Voller Einsatz. Während der Journalistik­ausbildung bei test vertieft Lucas Tenberg auch seine Akku­schrauberkenn­nisse. © Stiftung Warentest / Hendrik Rauch

Erster oder zweiter Gang? Mit Schlag­funk­tion oder ohne? Gibt es eine Bohr­maschine, die für alle Zwecke ausreicht? Und was sind eigentlich Torx-Schrauben? Die Antworten der Stiftung Warentest auf zehn typische Fragen zum Thema Bohren und Schrauben helfen Heim­werkern, mit Akku­schraubern optimal zu arbeiten.

Bohr­maschinen im Test

  • Testergebnisse für 14 Akku-Schlagbohr­schrauber 02/2021
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  • Testergebnisse für 22 Akku-Bohr­schrauber 02/2019
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Inhalt

Bohr­schrauber: Der Allrounder für Heim­werker

Ich ziehe in meine erste eigene Wohnung. Welches Elektrowerk­zeug soll ich kaufen?

Ein guter Bohr­schrauber eignet sich als Allroundtalent für die meisten Heim­werk­erpro­jekte. Zum Beispiel um Möbel zusammen­zuschrauben oder Regale an die Wand zu dübeln. In Wohnungen mit harten Wandmaterialien wie Beton lohnt sich der Kauf eines guten Akkuschraubers mit Schlagwerk.

Ist ein Gerät mit nur einem Gang nicht einfacher zu bedienen als eines mit zweien?

Bohr­maschinen im Test - Die besten für Beton und dicke Bretter
Erster Gang. Für gefühlvolles Schrauben. © Stiftung Warentest / Hendrik Rauch

Nein, das hieße, an der falschen Stelle zu sparen. Simple Geräte mit nur einem Gang schwächeln oft beim Schrauben oder leiden unter geringem Tempo beim Bohren. Selbst mit etwas höherer Drehzahl gibt es ein Problem: Der Gasgeben-Drücker regelt notgedrungen den gesamten Geschwindig­keits­bereich. Da kann es passieren, dass der zu schnell rotierende Bit abrutscht und den Schrauben­kopf beschädigt.

Zwei Gänge sind eine wichtige Voraus­setzung, um mit einem Bohr­schrauber optimal arbeiten zu können: Mit dem ersten Gang können Sie kraft- und gefühlvoll Schrauben versenken – anfangs schön lang­sam, um die Schraube exakt auszurichten. Das funk­tioniert ähnlich wie beim Auto, wo der erste Gang zum Anfahren dient. Der zweite Gang mit höherer Drehzahl hilft beim schnellen Bohren in Holz oder Kalksand­stein.

Bohr­hammer: Wenns heftig wird

Warum besitzen viele Heim­werker neben ihrem Akku­schrauber noch andere Bohr­maschinen?

Die üblichen Akku-Bohrschrauber lassen sich nicht in Bohr­ständer einspannen. Wer zum Beispiel gern präzise in Metall bohrt, hat dafür eine passende Bohrmaschine mit Kabel und Schalterarretierung. Wer oft in Beton bohren muss oder auch mal Fliesen von der Wand stemmen möchte, arbeitet am besten mit einem relativ schweren Bohrhammer. Anderer­seits ist für reine Schraub­arbeiten in engen Bereichen doch ein leichter Akku­schrauber im Miniformat von Vorteil.

Wozu dient der verstell­bare Ring mit den Ziffern vorn an der Maschine?

Damit lässt sich das Drehmoment begrenzen, also die Antriebs­kraft. Leistet eine Schraube zum Beispiel beim tieferen Eindringen in Holz so viel Widerstand, dass fürs weitere Versenken ein stärkeres Drehmoment erforderlich wäre als voreinge­stellt, schaltet der Antrieb auto­matisch in den Leer­lauf. So können Sie verhindern, dass Schraubenköpfe zu tief in weiches Fichten­holz oder in Gips­kartonplatten dringen. Welche Einstellung jeweils sinn­voll ist, müssen Nutzer ausprobieren. Um mit viel Power schnell bohren zu können, sollten sie am Ring das Bohrer­symbol wählen. Die Drehmoment­begrenzung ist dann ausgeschaltet. Diese Einstellung hilft mitunter auch, um dicke, lange Schrauben mit voller Kraft versenken zu können.

Bits, Bohrer und Torx-Schrauben

Wie lässt sich der lästige Wechsel von Schraub-Bits und Bohrern beschleunigen?

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Wechsel. So mutiert der Bohrer zum Schrauber. © Stiftung Warentest / Hendrik Rauch

Bei älteren und billigen Geräten braucht man oft zwei Hände oder sogar einen Spezial­schlüssel, um Bohrer und Bits im Bohr­futter einzuspannen oder sie zu wechseln. Bei den von uns geprüften Akkubohrschraubern klappt das fast immer mit einer Hand und ohne Werk­zeug. Abge­sehen von zwei Ausnahmen verfügen alle über ein Spann­futter, das Bohrer oder Bit auto­matisch sichert.

Bei dem AEG-Schlagbohr­schrauber sowie bei den 10,8-Volt-Minis von AEG und Bosch Professional lässt sich das Bohr­futter mit einem Hand­griff abnehmen. Darunter kommt die Bit-Aufnahme­vorrichtung zum Vorschein (siehe Foto „Wechsel“). So können Sie zwischen Bohrer und Bit schnell hin und her wechseln. Bei allen Geräten können Sie einen Bit-Halter einspannen, der den Bit magnetisch hält oder verriegelt.

Im Handel sehe ich immer öfter sogenannte Torx-Schrauben. Was bringen die?

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Torx-Schraube. Mit dem passenden Bit lässt sie sich kraft­voll und sicher versenken. © Stiftung Warentest / Hendrik Rauch

Die Wahl eines falschen Bits und versehentliches Abrutschen ruinieren allzu leicht die Köpfe von Kreuz- und erst recht die von Schlitz­schrauben. Schraubenköpfe mit Zacken- oder Stern­struktur sind weniger empfindlich gegen Fehlbedienung. Kraft­volles Eindrehen gelingt bei ihnen relativ einfach. Heim­werker sollten es den Profis nach­machen und öfter zu Schrauben mit „T“ auf der Verpackung greifen.

Mit oder ohne Schlag?

Lassen sich mit einem Akku-Bohr­schrauber Dübellöcher in Mauerwände bohren?

Probieren Sie es aus. Wählen Sie den zweiten Gang und Bohr­symbol-Drehmoment sowie einen hart­metall­bestückten Bohrer. Kalksand­stein, die meisten Ziegel­steine oder Porenbeton sind für gute Geräte kein Problem. Für Beton oder hart gebrannte Ziegel brauchen Sie ein Gerät mit Schlag­werk. Wichtig: Bohren Sie das Loch so tief, dass nicht nur der Dübel hinein­passt, sondern auch die – oft längere – Schraube.

Wann sollte ich bei meiner neuen Bohr­maschine den Betrieb mit Schlag­werk wählen?

Beim Schrauben nie und beim Bohren möglichst selten. Versuchen Sie im Zweifel zunächst einmal, ein Loch „ohne Schlag“ zu bohren. Nur wenn Sie etwa bei sehr hart gebrannten Ziegeln, Beton oder gar Granit kaum voran­kommen, sollten Sie das Schlag­werk dazu­schalten, damit der Bohrer nicht nur rotiert, sondern durch zusätzliche Schläge voran­getrieben wird. In weichem Material besteht das Risiko, dass die Eigenbewegung der Maschine das Bohr­loch ausfranst und es ungewollt vergrößert, sodass der Dübel dann zu locker sitzt.

Gefahren beim Bohren

Kann die Arbeit mit einem Bohr­schrauber auch gefähr­lich werden?

Ja, viele Geräte haben eine enorme Kraft. Je mehr Drehmoment, desto kritischer ist der „Rück­schlag“ in seitliche Richtung, wenn der Bohrer plötzlich verklemmt. Passiert das auf der Leiter, könnten Sie das Gleichgewicht verlieren. Ein zweiter Hand­griff und ein sicherer Stand schützen vor einem Unfall. Achten Sie auch darauf, dass der rotierende Bohrer keine Haare oder ein Hals­tuch erfassen kann. Bei Über­kopf­arbeiten ist die Schutz­brille ein Muss, damit nichts ins Auge geht. Staub sollten Sie direkt am Bohr­loch absaugen.

Wie lässt sich verhindern, dass der Bohrer auf glatter Oberfläche seitlich abrutscht, statt das Ziel zu treffen?

Spezielle Holz­bohrer mit Zentrierspitze ermöglichen punkt­genaues Arbeiten. Andere Bohrer lassen sich ins Ziel lenken, indem Sie zuvor mit einem Vorstecher, Körner oder Nagel eine Vertiefung ins zu bohrende Material klopfen. Auf Fliesen aber sollten Sie das tunlichst vermeiden. Häss­liche Risse könnten die Folge sein. Statt­dessen können Sie Pflaster oder Krepp­band auf den Bohr­bereich kleben. So findet der Bohrer leichter Halt und dringt dort ein, wo das Loch angezeichnet ist. Übrigens: Durch Fliesen sollten Sie ohne Schlag bohren, damit sie nicht zerspringen. 

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