Kleine Bohrkunde: Bohrende Fragen

Bohrmaschinen Test

Klassische Typen: HSS-Metallbohrer aus Hochleistungs-Schnellschneidstahl (links). Holzspiralbohrer (mitte). Betonbohrer mit Hartmetallschneiden (rechts).

Schnell mal ein Loch bohren – das kann auch unverhofft lange dauern. Metall, Holz, Mauerwerk oder Beton – jedes Material braucht den passenden Bohrertyp und das richtige Bohrverfahren.

Womit bohrt man Metall?

Für Nichteisenmetalle wie Aluminium, Kupfer, Messing und Zink, für Eisen und unlegierten Stahl kommen üblicherweise Bohrer aus Hochleistungs-Schnellschneidstahl (HSS) zum Einsatz. Teurere kobaltlegierte oder mit Titan beschichtete Stahlbohrer sind für Edelstahl richtig. Damit der Bohrer auf der glatten Metalloberfläche nicht abrutscht, körnt der Profi die Bohrstelle mit einem Hammerschlag auf einen spitzen, gehärteten Metallstift an. So hat die Bohrspitze von den ersten Umdrehungen an ausreichend Führung und es kann präzise gebohrt werden.

Zum Durchbohren von dünnen Blechen gibt es spezielle Bohrer, die an der Spitze wie ein Holzbohrer geschliffen sind. Sie schneiden kreisrunde Metallplättchen aus dem Blech. Das klappt am besten mit niedrigen Drehzahlen und einem Akkubohrschrauber. Die scharfe Zentrierspitze an diesem Bohrertyp kann leicht in das Blech eingedrückt werden. Sie macht das Ankörnen überflüssig.

Tipp: Die Bohrer halten länger, wenn man sie bei tieferen Bohrungen mit ein paar Tropfen Öl kühlt und häufiger lüftet.

Womit bohrt man Holz am besten?

Typisch für kleinere Holzspiralbohrer sind eine lange Zentrierspitze und zwei Vorschneider außen. Sie ritzen die Holzfaser an, bevor sie von den innen liegenden Spanhebern herausgeschnitten wird. Für Lochdurchmesser zwischen 15 und 50 Millimetern empfehlen sich Forstner-, Kunst- oder Beschlaglochbohrer. Sie haben einen zylindrischen Schneidkopf. Kunstbohrer ritzen den Kreis nicht so präzise wie die halbkreisgroßen Umfangschneiden des Forstnerbohrers. Bei Beschlag­loch­boh­rern reißt der Lochrand leicht aus. Diese drei eignen sich nicht für tiefe Bohrungen.

Tipp: Mit billigen Flachfräsbohrern lassen sich aus der Hand keine genauen Löcher bohren. Mit einem Bohrständer leisten sie beim Bohren aber gute Dienste.

Womit Mauerwerk, Beton bohren?

Besteht die Wand oder Mauer aus harten Materialien wie Backstein ist eine Schlagbohrmaschine die richtige Wahl. In Materialien wie Bims, Porenbeton oder Hohlziegel wird mit mäßiger Drehzahl ohne Schlag gebohrt. Das empfiehlt sich auch für Wände aus Plattenelementen, zum Beispiel Gipskarton.

Beton, gebrannte Ziegel, Klinker oder Naturgestein wie Granit verlangen dagegen eine härtere Gangart – am besten mit einem pneumatischen Bohrhammer. Er treibt den Steinbohrer mit dem Schlagkolben in die Bohrrichtung voran.

Steinbohrer haben eingelötete Hartmetallschneiden. Anders als Metallbohrer mit geschliffenen Schneiden erzeugen sie keine Späne, sondern zermahlen das Material. Die Bohrwendel transportiert das Bohrmehl aus dem Loch.

Hammerbohrer sind speziell auf die hohe Schlagenergie von Bohrhämmern abgestimmt. Sie haben deshalb einen speziellen Einsteckschaft mit Nuten für das Einspannen in das SDS-plus-Bohrfutter.

Tipp: Beim vorsichtigen Anbohren und bei Fliesen das Hammerwerk abschalten. Um auf Fliesen das Abrutschen und die Beschädigung der glasierten Oberfläche zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Bohrstelle zunächst mit einem Stück Klebeband abzudecken. Um den Bohrer nicht zu überhitzen, ihn öfter einmal herausziehen und so gleichzeitig das Bohrmehl entfernen.

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