Bohrmaschinen Test

Für Heimwerker sind sie Alleskönner und oft Helfer in der Not. 20 Bohrmaschinen im Test zeigten ihre Stärken und 3 auch ihre überaus deutlichen Schwächen.

Dicke Bretter zu bohren ist nicht jedermanns Sache ­– auch nicht jedes Akkubohrschraubers. Ein Totalausfall im Test war der Akkubohrschrauber Black & Decker HP 188F2K: Alle acht Prüfmuster fielen wegen Getriebeschadens aus und der Test musste abgebrochen werden. Urteil: „mangelhaft“.

Mit dem falschen Werkzeug kommt selbst der geschickteste Heimwerker ins Schwitzen. Gut, wenn er sich auf Akkubohrschrauber, Schlagbohrer und Bohrhammer verlassen kann. Die rund 450 Euro für das nützliche Dreigespann sind gut angelegt, wenn zu Hause kräftig gewerkelt und regelmäßig gezimmert wird. Denn es spart Zeit und ist bequem, wenn Holz- und Steinbohrer, Schraubaufsatz und Senker nicht dauernd ausgetauscht werden müssen.

Akkubohrschrauber

Bohrmaschinen Test

Der Multihammer Metabo UHE 22 hat als einziger im Test zwei Gänge und ein zusätzliches Schnellspannfutter, das mit einem Griff austauschbar ist.

Das dicke Plus der Akkubohrschrauber ist die fehlende lange Leitung. Sie funktionieren auf Baustellen, die noch nicht an die Stromversorgung angeschlossen sind, und dort, wo sie fehlt – zum Beispiel im Garten oder auf dem Boot. Auch wenn Kleinstreparaturen im Haus anstehen, kann das Kabel auf der Trommel bleiben.

Bei drei getesteten Schraubern, bei AEG, Kress und Makita, gehören gleich zwei Akkus zur Grundausstattung, sodass immer einer übers Netz nachgeladen werden kann. Ein zu schwacher Akku führte unter anderem zu dem „mangelhaften“ Gesamturteil des Skil 2395. Akkuschrauber sollten möglichst kurz und kompakt sein. Dann sind sie das ideale Werkzeug für die Möbelmontage. Auch ihr Schwerpunkt muss passen, der Akku darf nicht wie eine Hantel am Handgelenk ziehen (vor dem Kauf prüfen).

Allerdings laufen die Schrauber beim Bohren kleiner Löcher zu langsam. Je kleiner der Bohrdurchmesser, desto größer muss die Drehzahl sein. Ein Zwei-Gang-Akkuschrauber ist in jedem Fall vorteilhaft, weil er einen größeren Drehzahl- und Drehmomentbereich abdeckt: erster Gang für kräftiges Schrauben und langsam laufende, dicke Bohrer, der zweite für die schnellen, dünnen.

Schlagbohrmaschinen

Eine Schlagbohrmaschine ist für den Heimwerker nahezu unverzichtbar. Neben Bohrern für die verschiedensten Materialien kann er auch Drahtbürsten zum Entrosten und Lackentfernen oder einen Mischquirl zum Farbeumrühren und Anmixen von Fliesenkleber einsetzen. Schnellspannfutter, Tiefenanschlag und Zweitgriff, natürlich auch Rechts- und Linkslauf gehören zum Standard.

Im Unterschied zu Akkubohrschraubern und Bohrhämmern kann man sie auch in einen Bohrständer einspannen. Das senkt den Verschleiß an dünnen Bohrern: Beim mühsamen Versuch, kleinere Durchmesser aus freier Hand zu bohren, brechen sie sonst leicht ab. Um Löcher für Schrauben vorzubohren und Einstichlöcher für die Stichsäge zu schaffen, ist die Schlagbohrmaschine unschlagbar. Das bestätigt auch das Testergebnis mit „sehr guten“ und „guten“ Noten in diesem Prüfpunkt.

Aber auch die Schlagbohrer stoßen an ihre Grenzen. Nicht nur, wenn der Motor wie beim Black & Decker KR 700 CK in der Dauerprüfung ausfällt. Mit ihren Schlagwerken meistern sie immerhin Dübellöcher in Beton einigermaßen brauchbar. Aber bei Naturstein beißen sie auf Granit.

Bohrhämmer

In hartem Gestein hilft ein größeres Kaliber weiter. Bohrhämmer mit meist pneumatischem Schlagwerk sind geschaffen für Beton, aber auch für Granit. In unserem Test waren Makita und Hitachi klare Sieger in der Disziplin Hammerbohren. Makita und Metabo empfehlen sich mit ihrer Meißelfunktion (sie schaltet die Rotation ab), um Fliesen abzuschlagen und Kabelschlitze zu ziehen. Alle Bohrhämmer schwächelten aber beim Bohren in Holz und Metall: Sie laufen zu langsam.

Mit den Kraftprotzen lassen sich auch Schrauben eindrehen. Doch bei kleineren mit höchstens vier Millimeter Durchmesser reißt schon mal der Schraubenkopf ab. Ärgerlich, denn das kopflose Exemplar bekommt man nicht so einfach wieder heraus.

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