Bohr­maschinen Test

Akku-Bohr­schrauber (links): Für gefühlvolles Schrauben ist er die erste Wahl. Schlagbohr­maschine (mitte): Ihre Stärke ist präzises Bohren. Bohr­hammer (rechts): Er kann mit Bohrer oder Meißel bestückt werden.

Bohr­schrauber, Schlagbohrer oder Bohr­hammer? Welches Werk­zeug wo am besten arbeitet, zeigt der große Vergleichs­test von 36 Geräten. Nur jedes zweite ist gut. Selbst teure Maschinen haben Mängel.

Ein Bohr­schrauber für nicht mal 50 Euro? Solchen Angeboten könnten Heim­werker bald häufiger begegnen. Der Grund: Akkus mit dem Schwer­metall Kadmium sind in Verruf geraten, ihnen droht ein Verkaufs­verbot. Da verramschen Händler gern noch Auslaufmodelle. Doch Vorsicht: Kadmium belastet nicht nur die Umwelt, sondern nervt auch die Heim­werker. Solche Akkus können sich inner­halb einiger Wochen selbst entladen. Dann droht Frust, wenn das Werk­zeug sich im entscheidenden Moment als saft- und kraft­los erweist.

Arbeit soll Spaß machen. Getreu diesem Motto haben wir nur Akkugeräte mit modernen Lithium­ionen-Akkus getestet. Und zwar solche mit viel Power und mit zwei Gängen. Beim Bohren und Schrauben ist es ähnlich wie im Auto: Mit einem Gang kommt man recht mühsam voran.

Sieben machen früh schlapp

36 Geräte treten im System­vergleich gegen­einander an – von hand­lichen Akku-Bohr­schraubern über Schlagbohr­maschinen bis zu Bohr­hämmern. 19 Geräte erzielen das test-Qualitäts­urteil gut. Der Test offen­bart zahlreiche Schwach­stellen und Mängel. Sieben Schlagbohr­maschinen schwächeln ausgerechnet beim Schlagbohren. Auch zwei Akku-Schlagbohr­schrauber scheitern in Beton. Sieben Maschinen bleiben beim Dauer­test früh­zeitig auf der Strecke. Zweimal erweisen sich Griffe als schad­stoff­belastet.

Schraubköpfe bündig eindrehen

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Drehmoment begrenzen. Der bezifferte Verstell­ring hilft die Kraft zu verringern, damit Schrauben nicht zu tief eindringen.

Fast durchweg gute Noten erzielten die Akku-Bohr­schrauber in ihrer Parade­disziplin: beim Schrauben. Unsere Prüfer versenkten in Kiefern­holz problemlos bis zu 80 Milli­meter lange und 8 Milli­meter dicke Kaliber. Das schafften auch Schlagbohr­maschinen und Bohr­hämmer. Mit ihnen aber war die Arbeit lang­wieriger, unpräziser und weniger komfortabel. Sie sind oft nicht nur schwerer, sondern reagieren auch schwerfäl­liger. Das zeigt sich beim Versuch, Schraubköpfe exakt bündig mit der Holz­oberfläche einzudrehen.

Tipp: Wenn bei Ihren Heim­werk­eraktivitäten häufig Schraub­arbeiten zu erledigen sind, ist ein guter Akku-Bohr­schrauber das Werk­zeug der Wahl. Sollen dicke Schrauben in hartes Holz dringen, hilft Vorbohren.

Die spannende Frage, ob man ein Akkugerät mit 14,4 oder 18 Volt kaufen sollte, können die Prüfer beant­worten: Es ist ziemlich egal. Unter den Testsiegern sind Vertreter beider Klassen.

Dicke Bleche durch­löchern

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Rück­schlag. Der kurze Griff der Worx schützt beim zu starken Rück­drehmoment wenig. Sicherer: der längere Bosch-Griff.

Die größten Unterschiede im Test offen­barten sich beim Bohren. Dicke Metall­bleche zum Beispiel konnten die Prüfer am schnellsten mit Schlagbohr­maschinen durch­löchern, bei ausgeschaltetem „Schlag“ – 5 Milli­meter in durch­schnitt­lich 13 Sekunden. Akkugeräte brauchen oft doppelt so lange. Bei Beton schlägt die Stunde der Bohr­hämmer. Sie schaffen ein 5 Zenti­meter tiefes Loch in etwa 15 Sekunden – mit einem 12-Milli­meter-Bohrer. Auch gute Schlagbohrer können mithalten. Allerdings muss der Hand­werker die Maschine kräftiger gegen die Wand drücken als einen Bohr­hammer.

Tipp: Wenn Sie in einer Wohnung mit Gips­kartonwänden oder „weichem“ Mauer­werk leben, empfiehlt sich ein guter Akku-Bohr­schrauber als Allround­werk­zeug. Wollen Sie am Haus und im Garten auch härtere Materialien durch­löchern, ist eine gute Schlagbohr­maschine ein geeigneter Alleskönner. Wer für jeden Zweck optimal ausgerüstet sein will, kombiniert den Akku-Bohr­schrauber mit einem Bohr­hammer.

Die Schwächen der Starken

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Dauer­prüfung. Beim Bohr­hammer von Kress brach der Hammer­antrieb. Außerdem kam es zum Motorschaden.

Sieben Test­kandidaten fielen bei der harten Dauer­prüfung besonders früh­zeitig aus. Sie simuliert viele Jahre intensiver Heim­werk­ertätigkeit. Bei Akku-Schlagbohrern sind es unter anderem fast 1 000 Löcher in Beton. Bohr­hämmer müssen mehr als 5000 in Granit und Beton schaffen.

In Griffen verbergen sich manchmal Problem­stoffe, die durch Haut­kontakt in den Körper gelangen können. Die Chemiker fahndeten danach, fanden aber nur bei zwei Metabo-Geräten erhöhte Mengen an Naph­thalin. Die insgesamt wenigen Schad­stoff­funde zeigen, dass die Hersteller das Thema ernst nehmen. Als Nächstes sollten noch die umwelt­belastenden kadmiumhaltigen Akkus komplett verschwinden.

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