Bohr­maschinen im Test

So haben wir getestet

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Bohr­maschinen im Test

  • Testergebnisse für 14 Akku-Schlagbohr­schrauber 02/2021
  • Testergebnisse für 6 Kabel-Schlagbohr­maschinen 02/2021
  • Testergebnisse für 22 Akku-Bohr­schrauber 02/2019

Hier dokumentieren wir, nach welchen Prüf­programmen die Stiftung Warentest Bohr­maschinen testet.

So haben wir Akku-Schlagbohr­schrauber und Schlagbohr­maschinen getestet (2021)

Im Test: 6 Schlagbohr­maschinen mit Kabel sowie 14 Schlagbohr­schrauber mit 18-Volt-Lithium­ionen-Akku und zwei Gängen – möglichst im Set mit zwei Akkus. Wir kauf­ten die Produkte im Juli, August und Dezember 2020 ein. Die Preise ermittelten wir durch Anbieterbefragung im Dezember 2020.

Funk­tion: 50 %

In den Prüfungen und beim Bewerten der verschiedenen Produkt­gruppen berück­sichtigten wir deren jeweilige Nutzungs­schwer­punkte.

Bohren: Wir bohrten mit 6 Milli­meter Durch­messer in Buche (40 mm tief), in Kalksand­stein (30 mm tief) und in Stahl (5 mm tief) und beur­teilten die dafür erforderlichen Zeiten.

Beim Schlagbohren bohrten wir in Beton – und zwar bei den Akku-Geräten mit 6 sowie 10 mm und bei den Geräten mit Kabel mit 6, 12 und 16 mm (jeweils 50 mm tief). Außerdem bohrten wir in Granit (mit 6 mm, 30 mm tief).

Beim Schrauben beur­teilten wir, wie sich selbst­schneidende Schrauben (6  x 16 mm) in vorgebohrten Stahl und Holz­schrauben der Maße 6 x 80, 8 x 80 und 10 x 120 mm in Kiefern­holz drehen lassen.

Bei den Schlagbohr­maschinen kontrollierten wir den Rund­lauf des Bohrers (40 mm vom Bohr­futter entfernt), bei den Akku-Schlagbohr­schraubern deren Schraub- und Bohreffizienz (Anzahl gebohrter Löcher und versenkter Schrauben im Verhältnis zur deklarierten Akku-Kapazität).

Hand­habung: 35 %

Ein Experte beur­teilte Bedienungs- und Sicher­heits­hinweise in der Gebrauchs­anleitung aus Sicht von unerfahrenen Heim­werk­enden. Drei erfahrene Nutzer, darunter ein Links­händer und eine Person mit kleinen Händen, beur­teilten Hand­lich­keit und Benutzerfreundlich­keit (unter anderem das Hand­haben der Maschine, des Bohr­futters und der Bedien­elemente sowie gegebenenfalls von Akku und Ladegerät).

Vielseitig­keit: Die Prüfer beur­teilten unter anderem, welche größt­möglichen oder kleinsten Bohrer vom Bohr­futter sicher gehalten werden. Zudem bewerteten wir Ausstattungs­merkmale wie Schalter oder die LED-Beleuchtung des Arbeits­bereichs.

Bei Akku-Modellen ermittelten wir die Ladedauer – bezogen auf die Zahl damit einge­drehter Schrauben und erzielter Bohr­löcher.

Halt­barkeit: 10 %

Bohr­maschinen im Test - Die besten für Beton und dicke Bretter
Auf dem Dauer­prüf­stand. Wie lange ein Gerät im harten Einsatz „über­leben“ kann, muss es hier beweisen. © Stiftung Warentest / Hendrik Rauch

In der Dauer­prüfung kontrollierten wir, wie viele Belastungs­zyklen der Motor sowie das Schlag­werk auf einem Prüf­stand über­stehen. Die Zyklen bestanden jeweils aus mehreren, für die jeweilige Produkt­gruppe spezi­fischen Belastungs­intervallen, die wir zuvor bei Funk­tions­prüfungen ermittelt hatten. Bei den Akku-Geräten prüften wir den Akku im Zuge von 400 Lade- und Entladezyklen. Dabei kontrollierten wir Veränderungen der Kapazität.

Schad­stoffe: 5 %

Wir analysierten den Gehalt an poly­zyklischen aromatischen Kohlen­wasser­stoffen (PAK, gemäß GS-Spezifikation AfPS GS 2019:01) sowie an Phthalat-Weichmachern und Chlorparaf­finen in den Griffen der Geräte.

Sicherheit: 0 %

Wir prüften wichtige Aspekte der elektrischen und mecha­nischen Sicherheit, zum Beispiel das Rück­drehmoment, also die Gefahr eines zu starken Rück­schlags in seitliche Richtung beim plötzlichen Blockieren des Bohrers (sofern vorhanden, mit zweitem Hand­griff) – in Anlehnung an Din EN 62841 sowie EN 60335–2–29 (Ladegerät) und EN 62133–2 (Akku).

Abwertungen

Abwertungen führen dazu, dass sich Mängel verstärkt auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Folgende Abwertungen setzten wir ein: Lautete die Note für die Sicherheit ausreichend, konnte das test-Qualitäts­urteil nicht besser sein. War die Halt­barkeit ausreichend oder schlechter, konnte das Qualitäts­urteil nur eine halbe Note besser sein. Bei mangelhaftem Schlagbohren konnte die Funk­tion maximal andert­halb Noten besser sein. Das Urteil für Hand­habung werteten wir um eine halbe Note ab, wenn die Ladedauer mangelhaft war. Waren Hand­lich­keit und Benutzerfreundlich­keit ausreichend, konnte die Hand­habung nur eine halbe Note besser sein.

So haben wir Akku-Bohr­schrauber getestet (2019)

Im Test: 22 Bohr­schrauber mit Lithium­ionen-Akku und zwei Gängen, davon 17 mit 18-Volt-Akku (fünf mit Schlagbohr­funk­tion) und 5 mit 10,8-Volt-Akku – möglichst im Set mit zwei Akkus. Wir kauf­ten die Produkte im August 2018 im Handel. Die Preise ermittelten wir durch Anbieterbefragung im Dezember 2018.

Funk­tion: 50 %

Beim Prüfen und Bewerten der verschiedenen Produkt­gruppen berück­sichtigten wir deren jeweilige Nutzungs­schwer­punkte.

Bohren. Wir bohrten in Buche (mit 6 Milli­meter Durch­messer und 40 mm Bohr­tiefe; bei 100 Newton Andruck­kraft), Kalksand­stein (mit 6 mm; 30 mm tief; bei 150 Newton Andruck­kraft) und in Stahl (mit 6 mm; 5 mm tief; bei 150 Newton Andruck­kraft). Wir beur­teilten die dafür erforderlichen Zeiten. Zusätzlich kontrollierten wir den festen Sitz des Bohrers im Bohr­futter sowie – wichtig beim Bohren in Stahl – den Rund­lauf des Bohrers.

Schlagbohren. Sofern Geräte über eine Schlag-Funk­tion verfügen, bohrten wir damit in Anlehnung an EN 60745 Löcher in Beton (mit 6 mm und 12 mm Durch­messer; 50 mm tief; bei 180 beziehungs­weise 200 Newton Andruck­kraft) sowie in Granit (mit 6 mm; 30 mm tief; bei 200 Newton Andruck­kraft).

Schrauben. Wir beur­teilten, wie sich selbst­schneidende Schrauben (6  x 16 mm) in vorgebohrtem Stahl drehen lassen. Zudem schraubten wir Holz­schrauben der Maße 6 x 80, 8 x 80 und 10 x 120 mm in Kiefern­holz. Ein Experte beur­teilte unter anderem die Eignung von Drehmoment­vorwahl und die Möglich­keit, die Drehzahl optimal anzu­passen.

Effizienz beim Bohren und Schrauben. Wir über­prüften die Bohr- und Schraub­leistung bezogen auf die Akku­kapazität. Nach Voll­ladung und nach 15-minütiger Lade­zeit ermittelten wir jeweils die Anzahl der 6 x 80-mm-Schrauben, die wir in Kiefern­holz versenken konnten, und die Anzahl der mit 6-mm-Bohrern in Buche gebohrten Löcher. Die Gesamt­zahl bewerteten wir im Verhältnis zur deklarierten Akku­kapazität.

Hand­habung: 35 %

Ein Experte beur­teilte Bedienungs- und Sicher­heits­hinweise in der Gebrauchs­anleitung im Hinblick auf den Informations­gehalt, den Aufbau und die Verständlich­keit.

Hand­lich­keit und Benutzerfreundlich­keit. Drei erfahrene Heim­werker, darunter ein Links­händer und eine Person mit kleinen Händen, beur­teilten unter anderem das Hand­haben der Maschine, Bohr­futter, Geräusch sowie Akku (etwa Selbst­entladung) und Ladegerät.

Vielseitig­keit der Gerätemerkmale. Die Prüfer beur­teilten unter anderem, welche größt­möglichen oder kleinsten Bohrer vom Bohr­futter sicher gehalten werden. Außerdem bewerteten wir Ausstattungs­merkmale wie Schalter, Einstell­möglich­keiten oder die Beleuchtung des Arbeits­bereichs.

Ladedauer. Die Ladedauer des Akkus wurde bezogen auf die Zahl damit einge­drehter Schrauben und erzielter Bohr­löcher. Wir ermittelten auch die Anzahl der Anwendungen pro Akkuladung beim Bohren und Schrauben.

Halt­barkeit: 15 %

Bohr­maschinen im Test - Die besten für Beton und dicke Bretter
Auf dem Dauer­prüf­stand. Wie lange ein Gerät im harten Einsatz „über­leben“ kann, muss es hier beweisen. © Stiftung Warentest / Hendrik Rauch

In der Dauer­prüfung des Bohr­schraubers kontrollierten wir, wie viele Belastungs­zyklen die Geräte auf einem Prüf­stand über­stehen. Die Zyklen bestanden jeweils aus mehreren für die jeweilige Bauart spezi­fischen Belastungs­intervallen, die wir zuvor bei Funk­tions­prüfungen ermittelt hatten – beim Bohren in Buche und Stahl mit 6-mm-Bohrer sowie beim Schrauben in Kiefern­holz mit 8 x 80-mm-Schrauben. Die Geräte liefen – im Ideal­fall – 33 Stunden unter Last. Dazwischen lagen Leer­lauf- und Ruhephasen.

Dauer­prüfung des Schlag­werks. Sofern vorhanden, über­prüften wir das Schlag­werk mit separaten Belastungs­zyklen, in denen die Geräte etwa 4,5 Stunden unter Last liefen.

Dauer­prüfung des Akkus. Wir belasteten die Akkus mit bis zu 400 Lade- und Entladezyklen und nutzten dabei das vom Anbieter im Set mitgelieferte Ladegerät. Dabei kontrollierten wir Veränderungen der Kapazität. Aus einem Meter Höhe auf Beton erfolgten Fall­tests von Akku­schrauber und Ladegerät.

Schad­stoffe: 0 %

Wir analysierten den Gehalt an poly­zyklischen aromatischen Kohlen­wasser­stoffen (nach AfPS GS 2014:01 PAK) sowie an Phthalat-Weichmachern (nach Din EN 62321–8, GC-MS) und Chlorparaf­finen – nach Din EN ISO 2018219 (modifiziert), GC-MS/NCI Analyse – in den Griffen der Geräte.

Sicherheit: 0 %

Wir prüften elektrische und mecha­nische Sicherheit des Geräts, des Ladegeräts (in Anlehnung an Din EN 60335–2–29) und des Akkus (in Anlehnung an Din EN 62133–2). Wir kontrollierten zum Beispiel das Rück­drehmoment, also die Gefahr eines zu starken Rück­schlags in seitliche Richtung beim plötzlichen Blockieren des Bohrers (gegebenenfalls unter Verwendung des zweiten Hand­griffes), sowie die Sicherheit der Akkus, unter anderem den Brand­schutz (Entflamm­barkeit).

Abwertungen

Abwertungen führen dazu, dass sich Mängel verstärkt auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Folgende Abwertungen setzten wir ein: Lautete das Urteil für die Funk­tion ausreichend oder war die Halt­barkeit befriedigend oder schlechter, konnte das test-Qualitäts­urteil nicht besser sein. War Schlagbohren ausreichend oder schlechter, konnte die Funk­tion maximal eine Note besser sein. Das Gruppen­urteil für die Hand­habung werteten wir um eine halbe Note ab, wenn die Ladedauer nur ausreichend oder schlechter war. Lautete das Urteil für die Dauer­prüfung des Motors mangelhaft, konnte die Note für Halt­barkeit nicht besser sein.

Bohr­maschinen im Test

  • Testergebnisse für 14 Akku-Schlagbohr­schrauber 02/2021
  • Testergebnisse für 6 Kabel-Schlagbohr­maschinen 02/2021
  • Testergebnisse für 22 Akku-Bohr­schrauber 02/2019
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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 18.06.2021 um 17:04 Uhr
Maximale Drehmomente

@Nico_Beschnidt: Wir geben die maximalen Drehmomente, die die Anbieter angeben, nicht an. Grund: Es kommt durchaus vor, dass ein Gerät mit hohem maximalem Drehmoment in unseren strengen Funktionsprüfungen zum Bohren und Schrauben, in den Haltbarkeitsprüfungen von Gerät und Akku oder in der Handhabung viel schlechter abschneidet als andere Geräte mit geringerem angegebenem Drehmoment. Diese Zahl ist deshalb kaum von Bedeutung und wir haben sie auch in eigenen Messungen nicht abgeprüft. (PS, Se)

Stiftung_Warentest am 07.05.2021 um 11:03 Uhr

Kommentar vom Administrator gelöscht. Grund: Technisches Problem gelöst, Artikel freigeschaltet, Ihr Leserservice test.de@stiftung-warentest.de

jxhfuhdfudhfudhu am 06.05.2021 um 20:03 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Joskra am 27.03.2021 um 00:49 Uhr
Nm-Vergleichswerte

@Nico
Es gibt sogar eine Norm zur Angabe des Drehmoments. Für mich hätte eine Prüfung für einen seriösen Test dazu gehört, aber da wäre ja wieder aufgefallen, dass wieder Äpfel mit Birnen verglichen werden und was manche gelobten Marken für Fantasiewerte angeben. Leider ist mir nur ein Hersteller bekannt, der Werte nach dieser Norm angibt. Bosch gibt immer das hart und das weiche Drehmoment an. Aber da Bosch der Einzige Hersteller war, der sich daran gehalten hat wurde noch das Maximale Drehmoment eingeführt, was ungefähr den marktüblichen Fantasiewerten entspricht.
Wenn ich mich richtige erinnere ist das weiche Moment das, welches einen Schrauber innerhalb einer 270° Drehung zum Stehen bringt und das Harte bei 30°. Praktisch ist das Weiche für Holzschrauben interessant und das Harte für M-Schrauben in Metall. Bald soll auch noch ein neuer Schrauber kommen, der beim Weichen Moment 75% zugelegt hat. Aber Bosch kann man ja laut Test.de nicht mehr kaufen.

Joskra am 27.03.2021 um 00:40 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.