Bohrmaschine von Norma Schnelltest

Eine „extra starke und kraftvolle Bohrmaschine“ bietet Norma für den kleinen Preis von 19,99 Euro. Sicherlich kein Angebot für Profis - eher etwas für Hobby-Heimwerker. Wer hin und wieder eine Bohrmaschine braucht und dafür nicht viel Geld ausgeben will, macht bei Norma möglicherweise ein Schnäppchen. Doch taugt das 1020-Watt-Gerät nichts, sind schon 20 Euro rausgeworfenes Geld. Im Schnelltest musste die Norma-Bohrmaschine durch Wände gehen.

Zu schwach für Granit

Bohrmaschinen machen Löcher. In Wände aus Stein oder in Metall. Ihre Qualität misst sich daran, wie schnell und zuverlässig sie dies tun. Daher muss auch die Schlagbohrmaschine im Schnelltest Löcher in verschiedene Wände aus unterschiedlichen Materialien bohren. Doch schon bei dieser Hauptfunktion kommen Heimwerker ins Schwitzen. Nur mühsam dringt das Norma-Gerät mit einem 6-Millimeter-Bohrer in Granit ein. Das vorgegebene Ziel von 30 Millimeter Bohrtiefe erreicht die 20-Euro-Maschine gar nicht erst. Vorher fängt der Bohrer an zu glühen und geht kaputt.

Probleme bei Beton und Stahl

In eine Betonwand dringt sie schon eher ein. Aber auch da nur mit einem 12 Millimeter-Bohrer. Wer das Gleiche mit einem 16-Millimeter-Bohrer versucht, den 1000-Watt-Machinen meistern sollten, bleibt recht bald stecken. Immerhin: Stahl meistert die Schlagbohrmaschine von Norma mit dem in dieser Prüfung vorgesehenen 6-Millimeter-Bohrer. Allerdings gibts Probleme, wenn Heimwerker die Machine wieder aus dem Loch rausdrehen wollen. Dann hält das Bohrfutter den Bohrer nicht mehr fest.

Schraube bleibt drin

Bohrmaschinen drehen auch Schrauben ein. Das klappt bei 8x80-Millimeter-Schrauben in Kieferholz ganz gut. Doch den Weg zurück, also das Ausschrauben, überstand das Norma-Gerät nicht ohne Schaden. Grund: Das Bohrfutter ist auf der Antriebswelle mit einer Schraube befestigt. Die verliert ihr Gewinde beim Ausschrauben. Das bedeutet: Eindrehen von Schrauben funktioniert - Ausschrauben geht nicht, weil die Verbindung zwischen Bohrfutter und Antriebswelle nicht hält.

Verschleiß der Kohlebürsten und Nocken

Auch die Dauerprüfung hat der Schlagbohrmaschine zugesetzt. Schon nach etwa einem Drittel der angesetzten Zeit waren die Kohlebürsten verschlissen. Das ist zwar kein Konstruktionsfehler, aber ein echter Schwachpunkt, der das Gesamturteil nach unten zieht. Ebenfalls enttäuschend: Wer häufig das Gerät als Schlagbohrer verwendet, nutzt die Nocken des Schlagwerks so stark ab, dass diese Funktion unbrauchbar wird.

Unhandliches Gebohre

Dass die Schlagbohrmaschine bei Granit- und manchen Betonwänden scheitert, ist enttäuschend. Dass sie dabei auch noch schlecht zu handhaben ist, verstärkt den negativen Eindruck vom Discounter-Gerät. Es liegt schlecht in der Hand, da die Griffe zu hart sind und keine Struktur haben. Die Umstellung von Normalbetrieb auf Schlagwerk ist schwergängig. Und das Norma-Gerät zeigt weitere Schwachstellen: So löst sich etwa beim Bohren häufig das Bohrfutter. Das ist lästig, weil Heimwerker dann den Bohrer erneut festziehen müssen. Wer komfortabel den Schalter für Dauerbetrieb nutzen will, um sich auf das Bohren zu konzentrieren, hat ebenfalls Pech: Der Schalter gab schon nach dem ersten Gebrauch den Geist auf. Und noch ein Makel: Weil die Maschine stark vibriert, wenn sie etwa in eine Betonwand bohrt, löst sich der zweite Handgriff. Der rutscht dann nach vorne über das Bohrfutter, dessen Rotation die Klemmfläche beschädigt.

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