Bohrmaschine von Lidl Schnelltest

Das Sonderangebot wartet mit gar nicht so günstigem Preis auf. Während andernorts Schlagbohrmaschinen mit zwei Gängen und 1 100 Watt Nennleistung auch schon mal für weniger als 50 Euro zu haben sind, verlangt Lidl fast 60. Dafür verspricht der Discounter Käufern durchschlagenden Erfolg. Der Schnelltest klärt, ob das Lidl-Angebot wenn schon nicht billig, dann wenigstens gut ist.

Kaum Vorsprung beim Preis

Im Vergleich zu Markengeräten allerdings sind die 60 Euro für die Lidl-Bohrmaschine der Marke Parkside immer noch ein Sonderangebot. Die Modelle der Nobelmarken Metabo und Makita im letzten Vergleichstest kosteten über 200 Euro. Das günstigste „gute“ Gerät allerdings kostete auch nur 10 Euro mehr als die Lidl-Bohrmaschine, hatte allerdings weniger Leistung und nur einen Gang.

Gewichtige Argumente

Eine Schwäche der Sonderangebots-Maschine liegt gleich nach dem Auspacken auf der Hand: Sie ist vergleichsweise groß und schwer. Stolze 3,7 Kilo bringt sie auf die Waage. Das sind 1,3 Kilo mehr als beim Sieger des jüngsten Vergleichstests. Beim Arbeiten über Kopf fällt der Unterschied schon nach wenigen Minuten deutlich spürbar ins Gewicht. Andererseits stimmt die Balance und liegt die Maschine gut in der Hand.

Zügiger Fortschritt selbst in Granit

Die Bohrmaschine aus dem Lidl-Angebot glänzt bei der Funktionsprüfung mit reichlich Durchschlagsvermögen. Selbst in Granit kommt sie anders als viele anderen Schlagbohrmaschinen noch zügig voran. „Die Maschine arbeitet im harten Gestein kraftvoll und konstant mit gutem Bohrfortschritt“, notieren die test-Ingenieure in ihrem Prüfprotokoll. Ein drei Zentimeter tiefes Loch mit sechs Millimetern Durchmesser schafft sie in zehn Sekunden. Voraussetzung allerdings: Der Handwerker schafft es, die Maschine mit 25 Kilogramm Druck gegen die Wand zu pressen. Zumindest wenn zahlreiche oder größere Löcher in derart hartes Material müssen, ist ein pneumatischer Bohrhammer besser geeignet.

Drehmoment für dicke Schrauben

Bei den Funktionsprüfungen gibt sich die Bohrmaschine keinerlei Blöße. Sie bohrt jedes gewünschte Loch zügig und ohne besondere Anstrengung. Auch das Schrauben funktioniert einwandfrei. Die Drehzahl lässt sich im ersten Gang feinfühlig dosieren und selbst für dicke Schrauben steht genügend Drehmoment zur Verfügung.

Vorzeitiges Aus im Dauertest

Beim Dauertest allerdings schwächelt die Parkside-Bohrmaschine. Die erste von drei Maschinen gibt nach 983 Zyklen mit jeweils zwei sechs Millimeter Bohrungen in Stahl und Granit sowie zwei 16 Millimeter Bohrungen in Beton auf. Kandidat zwei streicht nach 1 577 Zyklen die Segel und das letzte Dauertestexemplar ist nach 1 743 Zyklen am Ende. Ursache jeweils: Die Kohlebürsten im Inneren des Motors sind abgeschliffen. test-Soll sind 2 970 Zyklen. Das haben im Vergleichstest alle bis auf eine Schlagbohrmaschine geschafft. Das Schlagwerk der Parkside-Bohrmaschine dagegen hält trotz der harten Anforderungen anstandslos bis zum Ende der Dauerprüfung durch.

test-KommentarSchnell am Ende
Tabelle: Technische Daten und Ausstattung

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