Team­arbeit. Ein gutes Sägeblatt verhilft auch einer mäßigen Säge zu brauch­baren Schnitt­leistungen.

Im harten Einsatz trennt sich die Spreu vom Weizen: Bosch hat bei Bohrern und Stichsä­geblättern oft die Nase weit vorn – aber nicht immer.

Mäßige Maschinen mit guten Werk­zeugen aufwerten und gute noch besser machen – das funk­tioniert. Den Beweis lieferte unser Test Stichsägen, test 3/2016. Als mäßig bewertete Maschinen sägten deutlich besser, wenn wir die mitgelieferten durch hoch­wertige Sägeblätter ersetzt hatten. Es lohnt sich also, durch­schnitt­liche Werk­zeuge gegen erst­klassige auszutauschen. Und das gilt analog für das Team­work bei nahezu allen Maschinen. Bei Bohr­maschinen, wie sie heute in acht von zehn Haushalten zu finden sind, leistet der Bohrer sogar eindeutig die Haupt­arbeit.

Im Fach­handel oder Baumarkt steht der Kunde vor einer riesigen Auswahl von Bohrern und Sägeblättern: von Marken­produkten bis Eigenmarken des Handels, von billig bis teuer, einzeln oder im Set für jeden Werk­stoff von Holz über Stahl bis Beton. Die Stiftung Warentest hat 13 Sägeblätter für Holz und 15 für Metall einge­kauft – zudem 20 Bohrer für Holz, 19 für Metall und 22 für Beton beziehungs­weise für Stein. Darunter waren auch Produkte aus Sets mit Bohrern für mehrere Materialien – Holz, Metall und Stein zum Beispiel.

Unsere Prüf­ingenieure bohrten – grob geschätzt – 5 000 Löcher und sägten 600 Schnitte in Holz und Stahl. Ergebnis: 33 mit sehr gut und drei mit mangelhaft bewertete Produkte. In fünf von sieben Produkt­gruppen liegt der deutsche Elektrogeräteanbieter Bosch vorn, Handels­marken wie Lux von Obi, schnitten schlechter ab. Zum Beispiel schaffte der Betonbohrer von Lux gerade einmal im Durch­schnitt sechs Löcher, dann war er verschlissen. Die elf sehr guten Bohrer schafften 100 Löcher und waren noch lange nicht am Ende.

Gerade Schnitte, saubere Kurven

Je härter das zu bearbeitende Material und je ambitionierter das Heim­werk­erpro­jekt, desto mehr kommt es auf Werk­zeug und Maschine an. Zum Vergleich der Sägeblätter haben wir durch dicke Buchen­holz­bretter, Spanplatten und Stahl­bleche gesägt. Alle Produkte meisterten die Dauer­test­strapazen sehr gut. Auch die Schnitt­qualität war gut.

Wer an Möbeln arbeitet und an sicht­baren Seiten Schnitte macht, wird sich selbst bei den besten Sägeblättern über ausgefranste Kanten ärgern. Abhilfe: eine Stichsäge mit Splitter­schutz verwenden. Der hält die Ränder beim Schnitt, wo sie sind. Die Kanten bleiben sauber.

Für extrem kleine Kurvenradien bieten sich spezielle „Kurvenblätter“ an. Die sind deutlich schmaler als die stan­dard­breiten Produkte aus dem Test. Allerdings sind sie auch deutlich empfindlicher. Sie brechen leichter ab.

Bei ausgedehnten Projekten kommt es auch auf die Schnitt­leistung an. Die besten Blätter im Test verringern die Arbeits­zeit und den Kraft­aufwand merk­lich. Moderne Maschinen tragen ihren Teil zum schnellen und bequemen Sägen bei. Das Zauber­wort heißt Pendelhub: Die Maschine bewegt das Sägeblatt nicht mehr nur auf und ab. Das Blatt schwingt während des Sägens auch vor und zurück; das reduziert die Schnitt­zeit deutlich. Nachteil: Die Oberfläche reißt an den Sägerändern leichter aus. Bei ausgeschaltetem Pendelhub werden die Schnitt­kanten sauberer.

Runde Löcher, glatte Flanken

Was für Sägeblätter der Schnitt durch dicke Rotbuchenbretter, ist für Bohrer der Weg durch hoch­festen Beton. Mit dem passenden Partner, einer Schlagbohr­maschine, sollte auch solider Beton kein unüber­wind­bares Hindernis sein. Je kräftiger der Schlag, desto leichter dringt der Bohrer in die Wand ein. Die doppelte Bean­spruchung, Schläge plus Drehung, setzt Bohrer höchsten Belastungen aus. Im Test hielt ihnen zwar Lux mit Abstand am schlechtesten stand. Aber mit Alpen und KWB streikten auch zwei weitere vorzeitig – im Mittel nach rund 50 Löchern. Immerhin erreichten 11 von 15 Bohrern im Dauer­test eine sehr gute Note. Das entspricht mindestens 100 Bohrungen in Beton.

Von den sehr guten Betonbohrern haben fünf SDS-Aufnahmen. Dieses von Bosch entwickelte Steck­system (die Abkür­zung steht für Steck-Dreh-Sitz) macht einen schnellen und werk­zeuglosen Bohrer­wechsel möglich. SDS-Aufnahmen sind für Bohr­hämmer gedacht, die den Bohrer mit einem mecha­nischen oder pneumatischen Schlag­werk in die Wand treiben. Inzwischen sind die Patente abge­laufen. SDS-Produkte haben alle namhaften Bohr­hammeranbieter im Programm. Sie sind unter­einander kompatibel.

Mit großen und schweren Bohr­hämmern und Bohr­maschinen ist es nicht einfach, präzise zu bohren. Damit beim Anbohren zum Beispiel einer Betonwand der Bohrer nicht seitlich wegläuft, sollte vor dem Bohren an der Stelle die Spitze eines stabilen, fünf Milli­meter dicken Stahlnagels mit einem kräftigen Hammer­schlag in die Wand getrieben werden. Die Kerbe zentriert dann den Bohrer.

Der Tipp gilt übrigens auch für Bohrungen in Holz und Metall. Bei Holz genügt ein einfacher Nagel. Für Metall gibt es dafür ein spezielles Werk­zeug, den sogenannten Körner. Auch dessen Spitze wird mit einem Hammer­schlag in das Metall gesetzt. Die entstandene kleine Vertiefung zwingt den Bohrer auf den richtigen Kurs.

Vom Kühlen bei Metall­bohrern

Noch zwei Tricks aus der Heim­werk­erpraxis: Holz und Beton werden in einem Zug auf den endgültigen Durch­messer gebohrt, Metall in Stufen. Ein 6-Milli­meter-Loch kann mit 3 Milli­metern vorgebohrt werden, ein 8er- oder 10er-Loch mit 6.

Für Profis ist das Kühlen und Schmieren beim Bohren von Metall Pflicht, für Heim­werker lohnt sich ein Versuch. Im Fachmarkt gibt es für verschiedene Metalle spezielle Bohröle. Sie werden mit einem kleinen Pinsel oder einem Ölkuli aufgetragen. Das erhöht die Lebens­dauer der Bohrer beträcht­lich und vermeidet bei Aluminium das Anba­cken von Metall am Bohrer.

Ein letzter Tipp: Die Holz­bohrer von KWB, Lux und insbesondere von Bosch hinterlassen am Loch­ausgang oft ausgefranste Ränder. Mit einem Stück Abfall­holz hinter dem Werk­stück, bei Bedarf mit einer Schraub­zwinge befestigt, lassen sich ausgefranste Ränder gut vermeiden.

Unser Rat

Stichsä­geblätter: Bosch ist bei Holz und Metall vorn dabei. Wer hartes Holz sägt, für den lohnen sich Bimetall-Sägeblätter.

Bohrer: Die besten Betonbohrer sind die SDS-Bohrer von Wolf­craft und Makita sowie Stan­dard­bohrer von Bosch, Craftomat und Metabo. Die besten Stahlbohrer bieten Makita, DeWalt und Park­side. Alle Holz­bohrer sind empfehlens­wert. Sets mit Bohrern für mehrere Materialien haben oft mäßige Qualität.

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