Geld zurück

Geprellte Anleger sollten ­mithilfe eines Anwalts ­klären, ob eine Schadenersatzklage lohnt.

Anwalt. Gehen Sie zu einem auf Anlagerecht spezialisierten Anwalt. Adressen ­erfahren Sie bei jeder Anwaltskammer.

Unterlagen. Bringen Sie Ihrem Anwalt alle Unterlagen zu Ihrem Engagement bei Phoenix mit.

Broker. Laut Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs haftet ein ausländischer Broker bereits dann, wenn er mit einem unlauteren Verhalten des deutschen Unter­nehmens rechnen musste. Nach Einschätzung des Insolvenzverwalters handelte der Phoenix Broker fahrlässig.

Wirtschaftsprüfer. Da die von der Finanz­aufsicht eingesetzten Wirtschaftsprüfer Ernst & Young laut Insolvenzverwalter die Phoenix-Täuschungen leicht hätten aufdecken ­können, sind auch hier ­Ansprüche denkbar. Wirtschaftsprüfer müssen eine Vermögenshaftpflichtversicherung haben.

Initiatoren. Gegen Verantwortliche von Phoenix sollten Sie nur klagen, wenn dort noch Vermögen vorhanden ist.

Prospekthaftung. Den Herausgeber eines Prospekts können Sie binnen drei Jahren auf Schadenersatz verklagen, wenn der Prospekt nicht realistisch und vollständig über die Risiken der Anlage informiert hat. Urteile gegen für den Prospekt verantwortliche Personen ­können noch bis zu 30 Jahre lang geltend ­gemacht ­werden.

Falschberatung. Verklagen Sie Ihren Vermittler, wenn der Sie nicht vollständig und unmissverständlich auf alle wesentlichen Risiken der Anlage hingewiesen hat. Der Vermittler muss Risiken konkret und anhand nachvollziehbarer Zahlen darstellen. Es genügt nicht, dass die Risiken im Prospekt stehen. Um eine Falschberatung zu beweisen, sind Zeugen und während der Beratung ­gemachte schriftliche Notizen nützlich.

Abtretung. Für den Prozess kann es sinnvoll sein, Ihre Forderung an eine ­andere Person, etwa Ihren Ehepartner, abzutreten. Dann können Sie selbst als Zeuge in eigener Sache auftreten.

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