Qual der Wahl

Nicht nur auf die richtige Aktie, auch auf die passende Börse kommt es an.

"Für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren empfehlen wir den Börsenplatz, der für den Kunden den fairsten, schnellsten und effizientesten Wertpapierhandel bietet, das heißt, den größten Umsatz für den Kunden gewährleistet." Mit diesem lapidaren Satz können wohl weder die Kunden der Deutschen Bank 24, die Selbiges rät, noch andere Anleger viel anfangen.

Die Empfehlung sagt nichts darüber aus, welches Papier an welchem Ort mit welchen Umsätzen gehandelt wird. Axel Schubert von der Bremer Börse sagt: "In der Regel sind es die Banken, die die passende Börse aussuchen. Es sei denn, der Kunde wünscht etwas anderes." Die Frage ist, was sich der Kunde denn wünschen soll ­ wenn er nicht weiß, wie die Sache funktioniert.

Mit Umsatz allein ist es nicht getan. Wichtig für einen guten Preis ist auch die Zahl der Kontrakte. Weil die regionalen Börsen bei vielen Papieren mit dem Frankfurter Parkett nicht konkurrieren können, offerieren sie dem privaten Anleger den "besten Preis".

Das Best-Price-Prinzip

In Stuttgart heißt das dann, der private Kunde bekommt keinen schlechteren Kurs als der Profi in Xetra. Berlin sagt, die Makler müssen ohnehin einen guten Kurs machen. Bremen richtet sich mit seinem Best-Price-Prinzip an dem Handelsplatz aus, der für das jeweilige Papier die größte Liquidität bietet, was für gute Kurse spricht.

Wer sich nicht darum bemühen will, für jeden seiner Aufträge den am jeweiligen Tag günstigsten Börsenplatz herauszusuchen, kann sich auch an folgende bequeme Faustformel halten:

Werte aus dem Dax kann man kaufen oder verkaufen, wo man will. Aktien des Frankfurter Neuen Marktes handelt man am besten dort. Stuttgart bietet sich bei Optionsscheingeschäften an. Was ausländische Aktien angeht, zeigt sich in der Regel Berlin am stärksten. Bei deutschen Nebenwerten, das sind Aktien kleinerer Gesellschaften, und Exoten aus dem Ausland empfiehlt sich ­ zwangsläufig ­ der Börsenplatz, an dem sie gelistet sind.

Wer Lust und einen Internetzugang hat, kann sich beim Discountbroker oder anderen Börsendiensten über die Umsätze der Papiere informieren. Aus den an den unterschiedlichen Börsenplätzen gelisteten Kursen kann man jedoch nicht viel schließen: Das ist alles Vergangenheit. Die Zukunft kann völlig anders aussehen.

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