Der Kurssturz an den Weltaktienbörsen hat nicht nur Folgen für Aktionäre. Auch Käufer von Zertifikaten und Anleihen sind betroffen.

Bonuszertifikate. Nach Angaben der Stuttgarter Börse haben am ­21., 22. und 23. Januar rund 6 100 Bonuszertifikate ihre Sicherheitsschwelle verletzt. Das sind mehr als 10 Prozent der dort gelisteten Papiere. Anlegern geht damit der Bonus verloren. Die Zertifikate funktionieren jetzt wie Indexzertifikate und machen Verluste und Gewinne des Marktes voll mit.

Die Bonuszertifikate aus unserem jüngsten Test sind alle über ihrer Sicherheitsschwelle geblieben.

Tipp: Wer sein Zertifikat ohne Bonus zu unsicher findet, kann eine Kurserholung nutzen, um es zu verkaufen.

Nachranganleihen. Einige nachrangige Bankanleihen haben deut­liche Kursverluste erlitten. Nachrangige Bankanleihen, auch hybride Anleihen genannt, haben einen höheren Zins als normale Bankanleihen. Sie laufen meistens unbefristet. Das Geld, das die Banken damit einsammeln, wird ihrem Eigenkapital zugerechnet. Ähnlich wie Aktien, die auch zum Eigenkapital gehören, haben diese An­leihen infolge der Immobilienkreditkrise an Wert verloren. Die Hybridanleihen der Deutschen Bank und der Postbank zum Beispiel notierten zeitweise mehr als 30 Prozent unter ihrem Nennwert.

An Aktienindizes gekoppelt. Auch Anleihen und Zertifikate, deren Entwicklung an Aktienindizes gekoppelt ist, sind betroffen. Das Drei x Acht-Zertifikat der Bayerischen Landesbank notierte zeitweise rund 25 Prozent unter seinem Nennwert. Der jährliche Zinsbonus von 8 Prozent ist vorerst nicht in Gefahr. Fallen die Kurse weiter, bekommen die Anleger aber ihr Geld nicht komplett zurück. Ähnliches gilt für zahlreiche Express-Zertifikate, deren Laufzeit sich jetzt verlängert. Bei vielen strukturierten Anleihen, deren Kupon vom Aktienmarkt abhängt, fällt die Zinszahlung aus.

Anlegern, die Verlustpapiere besitzen, bleibt nichts anderes übrig, als mit Verlust zu verkaufen oder auf eine Kurserholung zu hoffen.

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