Börse für Haus­halts­jobs Meldung

Das Logo des neuen Portals www.haus­halts­job-boerse.de

Wer eine Putz­kraft beschäftigt, tut dies oft schwarz. Abhilfe versprechen Internetportale, die Putzkräfte vermitteln. test zweifelt jedoch an der Legalität dieser Haus­halts­hilfen. Die Vermittler prüfen Papiere nur stich­proben­artig. Juristen sehen deutliche Hinweise für Schein­selb­ständig­keit. Nun hat Bundes­arbeits­ministerin Andrea Nahles eine neue Haus­halts­job-Börse im Internet vorgestellt, die Putz­kräfte und suchende Haushalte zusammenführen soll. test.de hat sie ausprobiert.

Suchen und finden

Das kostenlose Portal ist unter www.haushaltsjob-boerse.de zu erreichen. Statt einer aktiven Vermitt­lung stellt das Portal nur ein virtuelles schwarzes Brett dar: Putz­kräfte, Gärtner, Pfleger, Baby- oder Hundesitter können dort ihre Dienst­leistungen anbieten. Haushalte wählen aus den Stellen­anzeigen aus oder geben ein Gesuch ab. Soweit die Theorie.

Minijobber anmelden

In der Praxis ist das schwarze Brett noch leer. Bei Anfragen für Berlin, Hamburg, Frank­furt/Main, München gibt es bisher keinen einzigen Treffer. Eine entschuld­bare Start­schwierig­keit? Das Portal lebt jedenfalls davon, dass möglichst viele Haus­halts­hilfen ihre Dienste inserieren. Genau das ist fraglich: Die Haus­halts­job-Börse gehört zur Minijob-Zentrale. Wer hier eine Haus­halts­hilfe findet, muss sie bei selbiger anmelden.

Höchs­tens 450 Euro im Monat

Folge: Die Helfer dürfen maximal 450 Euro im Monat verdienen. Nur wenn sie diese Grenze einhalten, zahlen sie selbst keine Steuern und Versicherungen. Der Arbeit­geber führt im höchsten Fall pauschal 14,44 Prozent für Steuern und Versicherungen an die Minijob-Zentrale ab. Bis zu 550 Euro pro Jahr gibt es dann als haus­halts­nahe Dienst­leistung über die Steuererklärung zurück.

Nur ein Zubrot

Minijobs darf jeder ausüben – auch Arbeitnehmer, die bereits mit einer Steuerkarte angestellt sind. Ist der Minijob jedoch das einzige Einkommen, kann davon niemand leben. Gering­fügige Beschäftigungen können daher höchs­tens Zubrot sein. Putz­kräfte, wie die kommerziellen Portale sie vermitteln, leben jedoch häufig von diesen Diensten. Es bleibt also abzu­warten, ob die Minijob-Börse wirk­lich eine faire Alternative zu den kommerziellen Portalen werden kann.

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