Börse Meldung

Nach dem Anstieg der Aktienmärkte haben viele Sparer Zweifel an weiteren Kursgewinnen. Umso gefragter sind Aktienanleihen und Discountzertifikate.

Aktienanleihen: Sie locken mit attraktiven Zinsen, oft über 10 Prozent. Die hat der Sparer zwar sicher, doch fraglich ist, ob er am Ende der Laufzeit sein Geld zurückbekommt oder einen Stapel Aktien. Das hängt davon ab, wie sich die an die Anleihe gekoppelte Aktie entwickelt. Beispiel: Liegt der Kurs der Allianz-Anleihe am Stichtag kurz vor Laufzeitende über dem vereinbarten Basispreis von 74,63 Euro, erhält der Anleger sein Geld plus Zinsen. Notiert die Aktie unter Basispreis, erhält er 67 Aktien, die dann weniger wert sind als die eingezahlten 5 000 Euro. Zwar kann der Sparer sich dann mit den Zinsen trösten, doch bei einem Kurssturz unter 66,73 Euro macht er selbst mit den Zinsen Verluste. Wer sich für eine Aktienanleihe entscheidet, sollte also zuversichtlich sein, dass die daran gekoppelte Aktie nicht drastisch fällt.

Discountzertifikate: Hier gibt es keine Zinsen, dafür aber Rabatt auf Aktien. Der „Disco“ kostet weniger als die entsprechende Aktie. Beispiel: Das Zertifikat mit der Isin DE0001492478 gibt es für 67,43 Euro, die dazu gehörende Adidas-Aktie aber für 75,40 Euro (Kurse vom 15. September 2003). Das Zertifikat hat also einen Puffer: Verluste entstehen erst, wenn die Aktie unter 67,43 Euro fällt. Nachteil: Auch nach oben gibt es eine Grenze, hier sind es 80 Euro. Von Kursgewinnen über diesem „Cap“ hat der Anleger nichts. Erreicht der Kurs den Cap nicht, bucht die Bank ihm die Aktien ins Depot. Er kann sie dann verkaufen und seinen Gewinn oder Verlust realisieren oder sie behalten. Übersteigt der Kurs den Cap, erhält der Anleger 80 Euro pro Zertifikat.

Bei Aktienanleihen und Discountzertifikaten fallen Verluste geringer aus als beim direkten Aktieninvestment. Doch sollte sich niemand von Traumzinsen oder Rabatten blenden lassen: Die Papiere sind spekulativ. Sie eignen sich nur für Anleger, die die entsprechende Aktie oder den Index – die Titel gibt es auch auf Indizes wie den Dax – optimistisch sehen.

Tipps: Die Papiere sind interessant, wenn die Aktienmärkte sich „seitlich“ bewegen, also nur leicht steigen oder fallen. Wer starke Kursgewinne erwartet, kauft besser gleich Aktien. Und wer Rückschläge fürchtet, sollte festverzinsliche Anlagen bevorzugen. Das Risiko ist geringer bei Discos mit hohem Abschlag oder Aktienanleihen mit Basispreis weit unterm aktuellen Kurs: Je niedriger der Zins, desto geringer das Risiko.

Die Erträge aus Aktienanleihen müssen voll versteuert werden. Bei Discos sind sie steuerfrei, wenn der Sparer die Titel mindestens ein Jahr hält.

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